Apfel · Malus domestica
Tafelobst Wirtschaftsobst
Synonyme: Borsdorfer, Edler Winterborsdorfer, Leipziger Renette, Massanzeri, Reinette Batarde, Reinette d’Allemagne, Rubinaapfel, Schwarzer Borsdorfer, Weißer Winterborsdorfer, Zigeunerapfel
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Baum: Der heute unter dem Namen ‚Edelborsdorfer‘ verbreitete Baum wird von H.-J. Bannier als starkwüchsig, sehr robust gegenüber Schorf und Mehltau und nur gering anfällig für Obstbaumkrebs beschrieben; er gilt als typische Streuobstsorte und eignet sich auch für Standorte mit schwierigen Bodenverhältnissen, hohen Niederschlägen oder in Höhenlagen, in denen nur noch wenige Sorten gut gedeihen. Als Anbauform werden Streuobstwiese und – eingeschränkt – Garten genannt; die Sorte wird vom Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz NRW als Streuobst-Anbausorte empfohlen. Bannier weist zugleich darauf hin, dass es sich bei dem in den letzten rund 80 Jahren in Deutschland als ‚Edelborsdorfer‘ gehandelten Material vermutlich nicht um die ursprüngliche, sehr alte Sorte handelt, sondern um deren optisch kaum unterscheidbare Tochtersorte ‚Seebaer Borsdorfer‘ (Syn. ‚Fromms Goldrenette‘), die deutlich bessere Ertragseigenschaften besitzt; die Originalsorte bildete als Hochstamm einen Generationenbaum von über 100 Jahren Lebensdauer, brauchte aber etwa 15 Jahre bis zum Ertragsbeginn. Die historische Pomologie zeichnet dementsprechend ein anderes Bild des alten Edelborsdorfers: mäßiger, langsamer Wuchs, hohe und breite Krone, sehr großer und sehr alt werdender Baum, später Ertragsbeginn, dann aber in fruchtbarem, feuchtem Lehmboden sehr voller Behang, während er in ungünstigen Bodenverhältnissen wenig tragbar ist; die Blüte erscheint ziemlich spät, und zur Erziehung wurde die Veredlung in die Krone kräftiger Hochstämme empfohlen. Gerade der langsame Wuchs, der späte Ertragseintritt und der Anspruch an guten lehmigen Boden führten dazu, dass die Sorte nach ihrer Aufnahme unter die zehn 1853 in Naumburg zur allgemeinen Anpflanzung empfohlenen Sorten später wieder gestrichen wurde. Angaben zu Befruchtersorten und zur Alternanz sind in den ausgewerteten fachlichen Quellen nicht belegt.
Über die Entstehung ist nichts Genaues bekannt; wahrscheinlich stammt die Sorte aus einem Dorf Borsdorf bei Leipzig oder Meißen und fand vor allem in Sachsen weite Verbreitung, von Meißen gelangte sie nach Böhmen, wo aus der Bezeichnung des Meißner Kreises der Name „Maschansker“ entstand. Bannier nennt eine Entstehung im 13. Jahrhundert im Osten Deutschlands und bezeichnet sie als älteste namentlich bekannte Apfelsorte im deutschen Sprachraum; die deutsche Wikipedia führt eine Ersterwähnung 1175, das Zisterzienserkloster Pforta als möglichen Ursprung und eine Mikrosatelliten-DNA-Analyse an, die den Formenkreis in die Gruppen Edelborsdorfer, Maschanzker und Borsdorfer gliedert. Beschreibungen finden sich u. a. bei Cordus (als „Porstorfer“, vor 1544), Diel („Edler Winterborsdorfer“), im Illustrirten Handbuch der Obstkunde Nr. 136, bei Hogg (1875) und bei Stoll (1881); die BUND-Lemgo-Obstsortendatenbank verweist zusätzlich auf Engelbrecht, Lauche, Langethal, Sickler, Mayer (Pomona Franconica), Müller-Diemitz sowie Goethe/Degenkolb/Mertens. Die Beschreibung beruht vor allem auf H.-J. Bannier (Bergischer Streuobstwiesenverein), einer historischen Sortenbeschreibung in der Sondersammlung der WUR-Bibliothek sowie der Sortenseite der BUND-Lemgo-Obstsortendatenbank.
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-07-28). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Auch bei: Bergischer Streuobstwiesenverein · Wikipedia (de)
| Baum | treedoc-ID | Bongert | Position | Pflanzjahr | Karte |
|---|---|---|---|---|---|
| 569 | EsuRGNM | Streuobstplantage Rommelshard | G15 | Karte | |
| 609 | wks9b | Streuobstplantage Rommelshard | B02 | 2025 | Karte |
| OSM-Knoten | Cultivar-Tag | Art | Koordinaten |
|---|---|---|---|
| 13702124884 | Edelborsdorfer | Malus domestica | 49.77908, 9.97330 |
OSM-Bäume, die nicht bereits als treedoc-Baum geführt werden.