Apfel · Malus domestica Archiv 1tr9xyg6z8 ↗ Verlauf
Der Aufhofer Klosterapfel ist ein Apfel für lange Vorratshaltung: Die mittelgroßen bis großen Früchte lassen sich nach der Ernte noch über längere Zeit lagern. Sie haben weißes, festes und saftiges Fruchtfleisch von süßsäuerlichem, leicht aromatischem Geschmack. Der Baum wächst stark und gilt als robust, was ihn auch für Standorte ohne intensive Pflege geeignet macht.
Tafelobst Wirtschaftsobst
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Der Aufhofer Klosterapfel ist nach heutigem Kenntnisstand identisch mit der englischen Sorte 'Annie Elizabeth'; der Name bezeichnet die Bäume dieser Sorte, die in Oberschwaben und im Allgäu unter dem lokalen Namen verbreitet waren und lange für eine dort entstandene Lokalsorte gehalten wurden. Der Baum wächst mäßig stark, in der Jugend steil aufstrebend, später mit eher kugeliger Alterskrone; durch Triebe mit engem Internodienstand wirkt das Kronenbild kompakt. Die Blüte ist sehr spät, die Sorte ist diploid. Die Altbäume in Oberschwaben und im Allgäu zeigen sich vital und die Sorte erscheint insgesamt robust; die Deutsche Genbank Obst gibt allerdings eine starke Anfälligkeit für Schorf und Mehltau an, während die Bäume am Bodensee-Standort davon wenig betroffen sind. Als Nachteil wird aus der historischen Literatur ein vorzeitiger Fruchtfall genannt, außerdem setzt der Ertrag erst spät ein. Die Sorte gilt als breit anbaufähig, auch in höheren Lagen; die traditionellen Anbaugebiete in England liegen in den kühleren Regionen (Mitte und Norden). In Südwestdeutschland finden sich nur noch vereinzelt Altbäume, zerstreut im ganzen bayerischen Allgäu (im Kartierprojekt 2009–2013 fünf Bäume nachgewiesen); die Sorte gilt als gefährdet und ist inzwischen in zwei Sammlungen erhalten.
Die Frucht dient als Wirtschafts- und Tafelapfel, überwiegend für die Küchenverwertung. Das weiche, mittelsaftige Fleisch schmeckt säuerlich bei mäßiger Süße und nur schwach blumigem Aroma; das Zucker:Säure-Verhältnis liegt bei etwa 10:1 bei mittlerem Zuckergehalt. Geerntet wird ab Anfang bis Mitte Oktober; als Winterapfel ist die Frucht bis März lagerfähig, nach einer Angabe bis April.
Pomologisch ist die Frucht groß bis sehr groß, unregelmäßig kugelförmig, mal flacher, mal höher gebaut, mit glänzender, fettender Schale; Grundfarbe gelblich, Deckfarbe intensiv rot, ausgedehnt und weitgehend deckend, am Übergang zur Grundfarbe gestreift und punktiert aufgelöst. Schalenpunkte weißlichgrau, teils bläulichrot umhöft; Berostung in Kelch- und Stielgrube, dort teils konzentrisch strukturiert bzw. als kräftiger Rostklecks; der Kelchgrubenrand teils höckerig. Kelch meist geschlossen, Kelchhöhle mit schmaler, becherförmiger Röhre; Stielgrube tief, eher eng, Stiel kurz und dick, teils fleischig verdickt; Kernhaus mittig bis kelchnah, Kerne klein bis mittelgroß, kastanien- bis rehbraun. Herkunft und Geschichte: Nach Hogg (1884) wurde die Sorte von der Baumschule Harrison & Son in Leicester gezogen, nach Bunyard (1920) soll Samuel Greatorex sie um 1857 auffand; der Name geht nach Sanders (2010)/FruitID auf Annie Elizabeth Harrison bzw. die Tochter Greatorex' zurück. Molekulargenetisch wurden Rymer und Northern Greening als Elternsorten nachgewiesen (FruitID 2026). In Deutschland wurde sie erstmals 1883 bei Lauche beschrieben, in größeren Pomologien aber nicht mehr behandelt. In Oberschwaben war sie als Aufhofer Klosterapfel bekannt; der dort als Mutterbaum angesprochene Baum steht seit 1914 in Langenschemmern bei Biberach. Im bayerischen Allgäu wurde sie im Abschlussbericht des Kernobstprojekts zunächst noch als Regionalsorte des Allgäus geführt, bevor die Identität mit 'Annie Elizabeth' geklärt war. Die Beschreibung beruht auf dem Sortenporträt des Erhalternetzwerks Obstsortenvielfalt (H.-T. Bosch), dem Abschlussbericht des Allgäu-Kernobstprojekts (Bosch/Vorbeck 2013) und den LWG-Sortenschildern 2025.
Quellen: Annie Elizabeth · Erhaltung und Nutzung alter Kernobstsorten im bayerischen Allgäu und am bayerischen Bodensee – Abschlussbericht (Bosch/Vorbeck 2013) · Sortenschilder 2025: Apfel (LWG Bayern) · Abschlussbericht Kernobstsorten 2013 (Projektträger wbf) · Apfel 'Aufhofer Klosterapfel'
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Aufhofer Klosterapfel Eigentlich handelt es sich bei dieser Sorte um die alte englische Kochapfelsorte Annie Elizabeth, die in Schwa- ben unter dem Synonym Aufhofer Klosterapfel verberei- tet ist. Der Apfel wird mittelgroß bis groß und hat eine breit- kugelig-flache, häufig unregelmäßige Form. Die Früchte haben eine grün-gelbe Grundfarbe mit roter, streifiger Deckfarbe. Das Fruchtfleisch ist weiß, fest, saftig und schmeckt süßsäuerlich und leicht aromatisch. Er ist als Tafel- oder Wirtschaftsobst (als Kochapfel oder zur Saftherstellung) gut verwendbar. Pflückreif sind die Früchte im Oktober, genussreif werden sie zu Beginn des neuen Jahres und können noch lange gelagert werden. So- mit gehört die Sorte zu den Winteräpfeln. Der Baum ist robust und stark wachsend.