obstdoc / Jakob Fischer
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Jakob Fischer

Apfel · Malus domestica

Herkunft
Kreis Biberach, Württemberg (Oberschwaben)
Seit
1914
Wüchsigkeit
sehr stark
Wuchsform
breit-pyramidal
Gefährdung
Standardsorte
Ernte
Ende August – Mitte September (08E-09C)
Genussreife
Anfang September – Anfang Oktober (09A-10A)
Wikidata
Q1518680

Tafelobst Wirtschaftsobst

#Stammbildner#Steckhölzer#Unterlage

Synonyme: Schöner vom Oberland

Web-Suche: Wikipedia · Ecosia · DuckDuckGo · Mojeek

Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Baum von 'Jakob Fischer' wächst sehr stark und behält diese Wuchskraft auch im Vollertragsalter; er bildet große, breite bis breit-pyramidale Kronen mit zahlreichen langen, peitschenartigen Trieben. Die langen Leit- und Seitenäste neigen zum Ausbrechen und müssen beim Schnitt früh kräftig genug erzogen werden; das Fruchtholz sitzt als ein- bis mehrjährige kurze Fruchttriebe an den Langtrieben (Bannier/Meyer, BSOWV). Wegen des kräftigen, geraden Wuchses wird die Sorte auch als Stammbildner und Unterlage für Hochstämme verwendet (BOGL Baden-Württemberg; Wikipedia; Slow Food). Sie gilt als sehr robust gegenüber Krankheiten und besitzt eine gute Holzfrosthärte; auf schweren Böden sind etwas Schorf und Obstbaumkrebs möglich (BOGL). Der Ertrag wird als hoch bzw. mittelhoch und regelmäßig beschrieben; die Sorte eignet sich auch für Höhenlagen und ist eine typische Streuobstsorte, die vom Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz NRW als Streuobst-Anbausorte empfohlen wird (BSOWV). Die Blüte ist triploid, als Befruchter ist 'Jakob Fischer' ungeeignet und braucht selbst geeignete Pollenspender (BOGL). Wegen der kurzen Stiele neigen die reifen Früchte zu Fruchtfall, der Baum ist in dieser Phase also windempfindlich (BSOWV; Wikipedia). Anbaueignung: Streuobstwiese und Hochstamm, im Garten nur eingeschränkt (BSOWV).

Geschmacklich ist 'Jakob Fischer' ein guter Tafel- und Haushaltsapfel: das Fleisch ist weich-saftig, süßlich-fruchtig mit leicht weiniger Note, bräunt nach dem Anschneiden rasch (BOGL; Bannier). Pflückreife ist etwa ab Mitte/Ende August bis Mitte September, die Früchte sind sofort genussreif; empfohlen wird eine folgernde Ernte, bei der jeweils nur die größten Früchte herausgepflückt werden, weil die gesamte Ernte sonst in kurzer Zeit anfällt (Bannier/BSOWV). Die Haltbarkeit ist gering – ungekühlt etwa zwei bis drei, nach anderen Angaben rund vier Wochen (BSOWV; BOGL; Wikipedia). Verwendet wird die Sorte als Tafelobst, sehr guter Kuchen- und Küchenapfel, zum Einmachen, für Kompott und zum Entsaften; es gibt sortenreinen Saft und Destillate (BOGL; Wikipedia; Hochstamm Deutschland). Für den modernen Erwerbsanbau ist sie wegen der frühen Reife und der schlechten Lagerfähigkeit ungeeignet, weshalb sie seltener gepflanzt wird (Wikipedia; Slow Food).

Die Frucht ist groß bis sehr groß – teils zu groß –, flachkugelig bis flachrund, oft grobkantig, mit gelblichgrüner Grundfarbe und leuchtend roter, oft gestreifter Deckfarbe, bläulich bereift bzw. mit ausgeprägter Wachsschicht (BOGL; Bannier). Herkunft: 1903 entdeckte der Landwirt Jakob Fischer in Rottum (Steinhausen an der Rottum, Kreis Biberach, Oberschwaben) in der Nähe seines Anwesens einen Zufallssämling am Waldrand und verpflanzte ihn in seinen Garten; 1912 fruchtete der Baum erstmals, 1914 wurden Früchte Fachleuten des Württembergischen Gärtnereiverbands in Stuttgart vorgelegt, die die Sorte nach ihrem Entdecker benannten. Sie wurde zur vielseitigen Standardsorte in Württemberg und 1998 in Baden-Württemberg zur Streuobstsorte des Jahres gewählt; das Synonym lautet 'Schöner vom Oberland' (Wikipedia; Pomologen-Verein). Der Urbaum wurde als Naturdenkmal geschützt und erreichte etwa 13 m Höhe und knapp 2 m Stammumfang (Pomologen-Verein); nach seinem Ende wurde sein Holz 2020/21 zu Skulpturen verarbeitet und ausgestellt (Hochstamm Deutschland). In Oberschwaben ist die Sorte selten geworden; Slow Food Deutschland führt den Jakob-Fischer-Apfel als Passagier der Arche des Geschmacks. Grundlage dieser Beschreibung sind vor allem die Angaben von H.-J. Bannier und Rolf Meyer (Bergischer Streuobstwiesenverein) sowie des Landesverbands BOGL Baden-Württemberg, ergänzt durch Wikipedia, Pomologen-Verein und Slow Food.

Quellen: placeholder

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-08-04). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

#Stammbildner #Unterlage Kann wohl auch #Steckhölzer produzieren. Sehr robust, hervorragender Geschmack, folgernde Reife.

Als Stammbildner hat die Apfelsorte Bedeutung, da sich Jakob Fischer durch geraden Wuchs und Frosthärte auszeichnet. Zudem trägt der Apfelbaum auch bei fehlgeschlagener Kronenveredlung alleine aus der Unterlage noch verwertbare Tafeläpfel.

Weblinks

Auch bei: Bergischer Streuobstwiesenverein · Wikipedia (de)

Dokumentierte Bäume (treedoc) 3

Baumtreedoc-IDBongertPositionPflanzjahrKarte
502 VaQHFI3 Streuobstplantage Spechtsberg F06 2025 Karte
630 NGlaxj7NJ3Va Streuobstwiese der Naturschule Aggerbogen A03 Karte
409 q87s8 2025 Karte

Weitere OSM-Bäume 10

OSM-KnotenCultivar-TagArtKoordinaten
11037518520 Jakob Fischer 52.48730, 9.29276
12979485815 Jakob Fischer Malus domestica 49.77496, 9.99816
12983920637 Jakob Fischer Malus domestica 49.77467, 10.00254
12983920655 Jakob Fischer Malus domestica 49.77448, 10.00139
13280397932 Jakob Fischer Malus domestica 49.78333, 9.99314
13807985834 Jakob Fischer 49.30938, 9.60342
13910659354 49.40311, 9.54656
2777129646 Jakob Fischer Malus domestica 49.08585, 10.05519
3313235118 Jakob Fischer Malus domestica 49.06769, 8.47919
4299026041 Jakob Fischer 49.13720, 8.61036

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