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Metzer Bratbirne

Birne · Pyrus communis Archiv 2jhnh8kxk8 ↗ Verlauf

Die Metzer Bratbirne ist eine frostharte Birne, die auch raue Gebirgslagen und weniger hochwertige Böden verträgt. Ihr saftiges, grobzelliges und festes Fruchtfleisch ist äußerst herb bei hohem Gerbstoffgehalt, weshalb sie als säurebetonte Frucht für kräftigen Most und zum Backen dient. Daneben findet sie als Unterlage und Stammbildner Verwendung. Lediglich gegenüber Schorf zeigt die Sorte eine gewisse Anfälligkeit.

#stammbildner#unterlage

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Dokumentierte Bäume (treedoc) 0

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Weitere OSM-Bäume 1

OSM-KnotenCultivar-TagArtKoordinaten
12468490576 Metzer Bratbirne Pyrus communis 48.72397, 9.13843

OSM-Bäume, die nicht bereits als treedoc-Baum geführt werden.

Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Die Metzer Bratbirne ist eine Hochstammsorte für den extensiven Streuobstanbau, die sich nach den LWG-Sortenschildern auch als Stamm- und Gerüstbildner eignet. Der Baum wächst mittelstark bis kräftig und bildet eine rund-ovale, große und hochgewölbte Krone mit dunkelgrünen, breitelliptischen, glänzenden Blättern. Er gilt als gesund und robust: Das Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt beschreibt ihn als widerstandsfähig gegenüber Krankheiten und Schädlingsbefall, die LWG nennt ihn „extrem robust gegenüber Krankheiten", BOGL „sehr gesund, kaum feuerbrandanfällig"; als einzige genannte Schwäche bleibt eine gewisse Schorfanfälligkeit. Der Baum ist sehr frosthart und anspruchslos – die Anforderungen an Standort und Bodenqualität sind gering, er verträgt weniger hochwertige Böden und raue Gebirgslagen (Anbau auch in Lagen über 350 m empfohlen), die Wärmeansprüche werden als „keine besonderen bis höher" angegeben. Die Blüte erscheint spät. Der Ertrag ist sehr hoch und regelmäßig.

Die Früchte sind sehr saftig und äußerst herb bei hohem Gerbstoffgehalt; die Sorte wird als Most- und Wirtschaftsbirne geführt und ist in erster Linie für die Obstwein- und Branntweinbereitung bestimmt („für Brand und Most"). Der hohe Gerbstoffgehalt macht sie zur Trennbirne, die die Klärung des Mostes begünstigt und die Haltbarkeit von Fruchtweinen im Verschnitt mit anderen Sorten verlängert; in warmen Jahren und bei guter Ausreife soll sie nach Hartmann auch für die Schaumweinherstellung interessant sein, und sie eignet sich zur Beimischung zum Apfelsaft. Mostgewichte bis etwa 90 °Oechsle werden genannt. Geerntet wird Mitte bis Ende Oktober; die Früchte sollen vor der Verarbeitung noch einige Wochen lagern, im Naturlager halten sie sich 1–2 Monate, als Genussreife werden Dezember (Bergischer Streuobstwiesenverein) bzw. Mitte November bis Januar (LWG) angegeben.

Die meist 50–100 g schweren Früchte sind mittelgroß und kugelig, am Kelch abgerundet, zum Stiel hin stärker verjüngt, im Querschnitt meist stumpf dreikantig. Die Grundfarbe ist gelblichgrün; eine dunkel- bis ziegelrote Deckfarbe tritt nur ausnahmsweise auf. Die rau-glänzende Schale zeigt Rostfiguren sowie zahlreiche verkorkte, hell umhöfte Schalenpunkte, um den offenen, filzig behaarten Kelch meist eine markante Rostkappe; die Stielgrube ist eng und flach mit seitlichem Fleischwulst, der Stiel mittellang und mitteldick. Das Fruchtfleisch ist weißlichgelb, sehr fest, grobzellig und enthält viele taube Kerne. Nach Lucas (1883) stammt die Sorte aus der Gegend von Metz und entstand dort wohl um 1880 als Zufallssämling. Bereits 1874 zählte die als „Carissi" bekannte Birne zu den sechs wichtigsten Mostbirnen der Region Trier; nach Lucas war sie vielfach in der Normandie verbreitet und wurde in Württemberg eingeführt, luxemburgische Baumschulkataloge boten sie als Carasi/Carisi an. Heute gilt sie als gefährdet; 2023 bestätigten pomologische Untersuchungen ihre Identität mit der Grünen Jagdbirne. Von der „Falschen Metzer Bratbirne (Löschnig)" und der Schweizer „Metzer Bratbirne (nach Kessler)" ist sie zu unterscheiden. Die Beschreibung beruht vor allem auf dem Sortenporträt von R. Dahlem im Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (Pomologen-Verein) sowie auf dem Bergischen Streuobstwiesenverein, den LWG-Sortenschildern und BOGL.

Quellen: Metzer Bratbirne (Grüne Jagdbirne) · Metzer Bratbirne (Grüne Jagdbirne) - Bergischer Streuobstwiesenverein e.V. · LWG Bayern: Sortenschilder 2025 – Birnen (PDF) · Metzer Bratbirne - BOGL · Falsche Metzer Bratbirne (Löschnig) · Passport / Sorte Metzer Bratbirne – Deutsche Genbank Obst · Metzer Bratbirne (nach Kessler) - Fructus · Bio-Birne Metzer Bratbirne – Biobaumschule Artner (Shop) · Birne 'Metzer Bratbirne' – Native Plants Pflanzenversand · Birnbaum Metzer Bratbirne – biobaumversand.de (Shop)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

#stammbildner #unterlage

Weblinks