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Sommer-Apothekerbirne

Birne · Pyrus communis Archiv 3t1wdc6zf8 ↗ Verlauf

Die Sommer-Apothekerbirne aus Frankreich und der Pfalz ist eine fast honigsüße, säurearme Birne, die roh gut bekömmlich ist, für Most aber zu flach bleibt. Geerntet von Ende August bis Anfang September, ist sie bis Ende September genussreif. Der Baum bildet eine breit ausladende Krone, doch sein sparriger Wuchs erschwert die Erziehung, der Ertrag setzt spät ein, und an ungünstigen Standorten neigt die Sorte zu Schorf.

Herkunft
Frankreich, Pfalz, Deutschland
Wüchsigkeit
stark
Wuchsform
breit, krumm und sparrig
Ernte
Ende August – Anfang September (08E-09A)
Genussreife
Ende August – Ende September (08E-09E)
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

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Dokumentierte Bäume (treedoc) 1

Baumtreedoc-IDBongertPositionPflanzjahrKarte
IBgLnKb Sortenerhaltungskultur Bergheimer Dreieck 2023 Karte

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Die Sommer-Apothekerbirne wächst als Hoch- oder Halbstamm sehr starkwüchsig und bildet große, breite Kronen; der Baum verästelt sich nur wenig, und sein Wuchs kann krumm und sparrig ausfallen, was die Erziehung anspruchsvoll macht. Für schwachwüchsige Unterlagen und für die Spaliererziehung ist die Sorte nicht geeignet, wohl aber für Höhenlagen. Sie gilt als robust und anspruchslos; am besten gedeiht sie in lockerem, durchlässigem Boden in sonniger bis halbschattiger Lage, während sie an ungünstigen Standorten Schorf und verstärkt Steinzellen in den Früchten zeigen kann. Auffällig ist die dünne Belaubung, deren Blätter im Wind zittern wie Pappelblätter. Die Blüte erfolgt mittelfrüh; die Sorte ist ein guter Befruchter für andere Birnensorten und bringt gelegentlich noch eine zweite Blüte im Herbst. Der Ertrag setzt zunächst gering ein und wird in späteren Jahren regelmäßig und mittelhoch — bereits Johann Caspar Schiller bemerkte, die Bäume könnten im Alter einbringen, was sie in der Jugend versäumten. Bei Hoch- und Halbstämmen empfiehlt es sich, in den ersten Standjahren durch Schnitt und Düngung zuerst ein tragfähiges Kronengerüst aufzubauen, bevor Fruchtbehang zugelassen wird.

Die Früchte reifen im Spätsommer. Das gelbweiße Fleisch ist fast honigsüß mit leichter Säure und muskatartigem Geschmack, kann leicht herb sein und Steinzellen enthalten. Die Birnen sind etwa bis zu drei Wochen lagerfähig und eignen sich neben dem Frischverzehr besonders zum Dörren sowie für Kompott und Marmelade; gekocht gelten sie als delikat. Schon Johann Caspar Schiller beschrieb 1793 in "Die Baumzucht im Großen" das Fleisch der damals als 'Sommer-Bonchretien' geführten Sorte als saftig, mild und bei voller Reife zuckersüß und gewürzhaft.

Die Frucht ist mittelgroß, birnenförmig, dickbauchig und unregelmäßig geformt, mit charakteristisch langem Stiel und goldgelber Färbung mit rötlichen Flammen oder Verwaschungen. Der Ursprung der Sorte ist unklar: das "Illustrierte Handbuch der Obstkunde" hielt sie für eine alte deutsche oder jedenfalls sehr lange in Deutschland bekannte Sorte; Olivier de Serres nennt die Bon Chrétien d'Été Anfang des 17. Jahrhunderts für Frankreich, und noch früher beschreibt sie der pfälzische Arzt und Botaniker Hieronymus Bock in seinem "Kreutterbuch" von 1539. Die vielen überlieferten Namen — Safran-, Zimmet-, Herren-, Sommer-Zucker-, Zuckerkand-, Malvasier-, Straßburger- und Türkenbirne, österreichisch Plutzerbirne, in der Pfalz Bankratzius- oder Bankrutzisbirne als Verballhornungen des französischen Namens — deuten auf die einst größere Verbreitung. In der Pfalz war die Sorte weit verbreitet und ist im Raum Neustadt noch anzutreffen; in Meckenheim wurden 2014 die ersten Bäume auf der Streuobstwiese am Schleitgraben neu gepflanzt. Beschreibung im Wesentlichen nach dem Sortenporträt von Rainer Rausch (meckenheim1250.de) mit den dort zitierten Angaben von J. C. Schiller (1793) und dem Illustrierten Handbuch der Obstkunde.

Quellen: Sommer-Apothekerbirne – 1250 Jahre Meckenheim (Text: Rainer Rausch) · Gelbe frühe Sommer-Apothekerbirne (Illustrirtes Handbuch der Obstkunde, Bd. 5 Birnen, 1866)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-31). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.