obstdoc / Schwäbische Weinweichsel
Anmelden mit OSM

Schwäbische Weinweichsel

Sauerkirsche · Prunus cerasus Archiv 4ceftes4qm ↗ Verlauf

Die Schwäbische Weinweichsel ist eine anspruchslose Sauerkirsche, die auch in extrem rauen und höheren Lagen, auf armen sandigen Böden und im Halbschatten gedeiht. Sie ist selbstfruchtbar und zugleich ein guter Pollenspender für andere Kirschsorten. Der Ertrag setzt erst etwas später ein, fällt dann aber regelmäßig und reichlich aus.

Herkunft
Landkreis Dillingen an der Donau, Bayern
Seit
1807
Wüchsigkeit
mittel bis stark
Wuchsform
breit, später überhängend
Gefährdung
in Baumschulen erhältlich
Ernte
Mitte Juli (07C-07C)
Wikidata
Q97672867
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte

Tafelobst Mostobst Brennobst

Web-Suche: Wikipedia · Ecosia · DuckDuckGo · Mojeek

Dokumentierte Bäume (treedoc) 1

Baumtreedoc-IDBongertPositionPflanzjahrKarte
535 EjEi2Hg Streuobstplantage Gartenfeld D17 2026 Karte

Weitere OSM-Bäume 0

Keine zusätzlichen OSM-Bäume dieser Sorte im Suchradius.

Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Die Schwäbische Weinweichsel ist ein vergleichsweise klein bleibender, aber wuchsfreudiger Baum; Baumschulangaben nennen 2,5–4 m Wuchshöhe. Er bildet breite Kronen, die später überhängen, und verkahlt nicht. Die Sorte gilt als anspruchslos: Sie gedeiht auch in extrem rauen und höheren Lagen, auf armen sandigen Böden und im Halbschatten und wird daher auch für weniger günstige Standorte empfohlen. Gegen Zweigmonilia (Spitzendürre), Bakterienbrand und Schrotschuss ist sie widerstandsfähig; eine Anfälligkeitstabelle bei Hortipendium stuft sie sowohl bei Monilia als auch beim Bakterienbrand als gering anfällig ein, Gloeosporium-Fruchtfäule tritt seltener auf. Das Holz weist eine gute Frosthärte auf. Die weißen Blüten erscheinen ab April und werden stark von Bienen, Hummeln und Schwebfliegen angeflogen; die Sorte ist selbstfruchtbar und braucht keinen Befruchter. Wurzelechte Kultur soll sich günstig auf die Fruchtqualität auswirken. In ihrem Herkunftsgebiet um Dillingen an der Donau steht die Art traditionell als Hochstamm an Straßen und in privaten Gärten; örtliche Gartenbauvereine pflegen die verbliebenen Bestände.\n\nDas weiche, sehr saftige Fruchtfleisch hat einen außergewöhnlichen, aromatischen Geschmack, der an fruchtige Marmelade und manchmal leicht an Zimt erinnert; frisch vom Baum wird dieses Aroma meist von intensiver Säure überdeckt, die erst nach leichtem Andrücken der Frucht innerhalb weniger Minuten merklich nachlässt. Der Gehalt an Zucker und Anthocyanen (128 mg/100 g) ist hoch, die Trockenmasse beträgt 13 %. Die Reife erfolgt meist in der 5. bis 6. (7.) Kirschwoche, im Landkreis Dillingen meist um den 10. bis 15. Juli; die Deutsche Genbank Obst führt die Sorte als spät reifend. Die Früchte eignen sich optimal zur Verarbeitung, werden aber auch frisch verzehrt: Sie lassen sich zu Saft, Kirschwein, Kirschschaumwein, Kirschwasser (Brennen), Marmelade, Kompott und Konserven verarbeiten. Die Deutsche Genbank Obst führt sie als Mostobst, das Kreis-Obstrichtsortiment des Landkreises Rottweil nennt sie eine wertvolle Sorte für die Saftbereitung mit hellrotem Saft.\n\nDie mittelgroßen bis kleinen Früchte wiegen um 4 Gramm, sind gedrungen bis flachrund geformt und lösen trocken vom Stein; die leicht glasig durchscheinende Haut färbt sich bei der Reife dunkel- bis braunrot, der Stein lässt sich leicht vom Fruchtfleisch lösen. Die Sorte stammt aus dem Landkreis Dillingen an der Donau, wo sie vermutlich aus Sämlingen örtlicher Wildvorkommen der Sauerkirsche entstand und 1807 erstmals in einer Statistik der Fugger namentlich erwähnt wurde; es handelt sich um ein Gemisch vieler, heute nur noch teilweise vorhandener Typen bzw. Mutationen. Noch 1967 standen dort in zwei geschlossenen Gebieten über 30.000 Bäume, bevor in den 1970er Jahren der überdurchschnittlich arbeitsintensive Erwerbsanbau eingestellt wurde; heute ist die Sorte nur noch vereinzelt zu finden. Sie wird als Sorte der Deutschen Genbank Obst erhalten und ist u. a. im Obstmuttergarten Rheinland sowie im Obstsortenmuseum Häsel in Rutesheim gepflanzt. Als Literatur nennt Wikipedia Walter Hartmann: Ulmers Taschenatlas Alte Obstsorten (Ulmer, Stuttgart 2019) und die Beschreibende Sortenliste Steinobst des Bundessortenamts (1997). Die Beschreibung beruht im Wesentlichen auf dem Wikipedia-Artikel, dem Sortenpass der Deutschen Genbank Obst und dem Kreis-Obstrichtsortiment des Landkreises Rottweil.

Quellen: Schwäbische Weinweichsel – Wikipedia · Passport / Sorte Schwäbische Weinweichsel – Deutsche Genbank Obst · Landkreis Rottweil – Kreis-Obstrichtsortiment (PDF) · Schwäbische Weinweichsel · Sauerkirsche Schwäbische Weinweichsel – Biobaumversand (Bioland Baumschule Pflanzlust) · Bundessortenamt: Beschreibende Sortenliste Steinobst 1997 (Scan, BUND Lemgo) · Obstmuttergarten Rheinland: Sauerkirsche – Obstreisergarten

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Weblinks

Auch bei: Wikipedia (de)

Bilder aus Wikipedia

File:Weinweichseln am Baum.jpg
Jschaufelberger · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:Vollreife Schwäbische Weinweichseln.jpg
Jschaufelberger · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:Voller Weinweichselbaum.jpg
Jschaufelberger · CC BY-SA 4.0 · Commons

Gefunden über das Wikidata-Objekt und die Wikipedia-Artikel. Die Bilder liegen bei Wikimedia Commons; Rechte und Bedingungen stehen auf der jeweiligen Dateiseite.