Apfel · Malus domestica
Wirtschaftsobst
#Streuobst#Triploid
Synonyme: Jägerapfel, Menznauer Jäger, Menznauer Jägerapfel, Rheinischer Winterrambour, Teuringer, Winterrambour, Winterrambur
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Der Rheinische Winterrambur ist eine triploide Apfelsorte mit von Anfang an sehr starkem Wachstum, das im Alter noch mittelstark bleibt; der Stamm ist oft schief, die Krone wird groß, weit ausladend, schirmartig und häufig unregelmäßig (Sortenbeschreibung von H.-J. Bannier beim Bergischen Streuobstwiesenverein). Andere Darstellungen geben den Wuchs als mittelstark bis stark an. Der Ertrag setzt spät ein, ist dann aber hoch und regelmäßig (Streuobst-Initiative Niederrhein). Die Sorte stellt keine hohen Ansprüche an Boden und Klima, ein feuchter Boden ist von Vorteil; in windgeschützten Lagen ist der Anbau bis etwa 1000 m Höhe möglich, wobei das Holz als nicht besonders frosthart beschrieben wird (Wikipedia). Die Blüte erfolgt mittelspät bis spät, sodass die Spätfrostgefahr gering ist; als triploide Sorte ist der Winterrambur kein brauchbarer Pollenspender und benötigt selbst geeignete Befruchtersorten. Zur Krankheitsanfälligkeit gehen die Quellen teils auseinander: Bannier nennt den Baum robust gegen Schorf und Mehltau, aber auf schweren Böden etwas anfällig für Obstbaumkrebs, während Wikipedia den Baum insgesamt widerstandsfähig, jedoch etwas anfällig für Mehltau und Obstbaumkrebs nennt. Die Bäume gelten als langlebig und sind in alten Streuobstbeständen noch anzutreffen (Freilichtmuseum Roscheider Hof); der Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz NRW empfiehlt die Sorte als Streuobst-Anbausorte, also für Hochstamm-Streuobst. Zur Eignung als Straßenbaum liegen keine belegten Angaben vor, die breite, ausladende Krone spricht jedoch für großen Standraum.
Geschmacklich handelt es sich um einen typischen Wirtschaftsapfel: die Frucht ist mildsüß und nur schwach aromatisch, das Fleisch fest und knackig, mäßig saftig; in der Verkostung des Bergischen Streuobstwiesenvereins wurde schon im frühen Erntestadium ein gutes Süße-Säure-Verhältnis bei etwas zusammenziehendem Geschmack festgestellt (Geschmacksnote 3 von der Skala "1 = sehr gut"). Wikipedia beschreibt das Fruchtfleisch als süßlich, schwach gewürzt und säurearm mit intensivem Duft der Früchte, während die Streuobst-Initiative Niederrhein es als säuerlich und schwach aromatisch bezeichnet – hier widersprechen sich die Quellen. Die Pflückreife liegt Mitte bis Ende Oktober (Bannier: 15.–30.10.), die Genussreife ab Dezember; die Früchte halten sich vier bis fünf Monate, üblich bis Februar/März, bei guter Lagerung bis in den Mai. Verwendet wird die Sorte als Wirtschafts- und Küchenapfel (Backen, Bratapfel, Kuchen, Kompott), für Saft und Brand; die Tafeleignung wird von mehreren Quellen bezweifelt.
Die Frucht ist groß bis sehr groß und flachrund, oft mit Unregelmäßigkeiten und ungleich gebauten Hälften. Die glatte, fettige Schale ist zunächst hellgrün, hellt zu goldgelb auf und ist hellrot gestreift bis auf der Sonnenseite dunkelrot marmoriert oder verwaschen, mit weitläufig verteilten hellen Schalenpunkten; der Stiel sitzt in einer tiefen, weiten, zart berosteten Höhle. Eine Neigung zu Stippe wird erwähnt. Das Fleisch ist gelblichweiß bis weiß und fest. Die Sorte gilt als sehr alt (verschiedentlich wird 1650 genannt, allerdings nur in populären Quellen) und war bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts ein verbreiteter Winterapfel, vor allem im Rheinland; in Rheinland-Pfalz ist sie noch sehr verbreitet, ebenso in Streuobstbeständen am Niederrhein und im Bergischen Land, und sie ist auch in der Schweiz (u. a. als Menznauer Jäger) bekannt. Synonyme sind Großer Rheinischer Winterrambur, Großer Rheinischer gestreifter Rambur, Winterrambur sowie Jägerapfel, Teuringer und Menznauer Jäger. Historisch beschrieben ist die Sorte u. a. bei Lucas/Oberdieck (Illustriertes Handbuch der Obstkunde), Engelbrecht "Deutschlands Apfelsorten" (1889) und Seitzer "Farbtafeln der Apfelsorten" (1956); ein neueres Sortenporträt von Jens Meyer (2014) liegt im Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt des Pomologen-Vereins, ein Sortenblatt von FRUCTUS/Agroscope in der Schweiz. Grundlage dieser Beschreibung sind vor allem H.-J. Banniers Sortenbeschreibung (Bergischer Streuobstwiesenverein), Wikipedia und die Streuobst-Initiative Niederrhein.
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Braucht bei der Lagerung Luft.
Auch bei: Wikipedia (de)
| Baum | treedoc-ID | Bongert | Position | Pflanzjahr | Karte |
|---|---|---|---|---|---|
| XV | 53eBPnL | Streuobstplantage Gartenfeld | 1930 | Karte | |
| XVI | sTHfukh | Streuobstplantage Gartenfeld | 1930 | Karte | |
| 118 | mjWHbHR | Streuobstplantage Spechtsberg | D08 | 2024 | Karte |
| 626 | gOkIhiw | Streuobstwiese der Naturschule Aggerbogen | D06 | 1992 | Karte |
| 632 | EslXa3C | Streuobstwiese der Naturschule Aggerbogen | C04 | 1992 | Karte |
| OSM-Knoten | Cultivar-Tag | Art | Koordinaten |
|---|---|---|---|
| 11390642209 | Rheinischer Winterrambour | Malus domestica | 52.89758, 9.19977 |
| 12382549840 | Rheinischer Winterrambour | Malus domestica | 52.88766, 9.19465 |
| 12382549855 | Rheinischer Winterrambour | Malus domestica | 52.89403, 9.19748 |
| 13267388573 | Rheinischer Winterrambur | Malus domestica | 49.77831, 10.01017 |
| 3313235102 | Winterrambour | Malus domestica | 49.06743, 8.48036 |
| 4299026046 | Winterrambour | 49.13730, 8.61012 |
OSM-Bäume, die nicht bereits als treedoc-Baum geführt werden.