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Rheinischer Winterrambur

Apfel · Malus domestica Archiv 5tj8wy1270 ↗ Verlauf

Der Rheinische Winterrambur ist ein seit etwa 1650 bekannter Wirtschafts- und Küchenapfel, der Mitte bis Ende Oktober geerntet wird und nach der Lagerung von Anfang Februar bis Ende März genussreif ist. Er eignet sich zum Backen, als Bratapfel, für Kuchen, Kompott sowie für Saft und Brand, und der Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz NRW empfiehlt ihn als Streuobstsorte. Als triploide Sorte wächst er von Anfang an sehr stark und ist großfrüchtig, kann aber keine anderen Sorten befruchten. Sein Wuchs ist häufig unregelmäßig und daher schwer zu erziehen; der Baum gilt insgesamt als widerstandsfähig, ist jedoch etwas anfällig für Mehltau.

Seit
1650
Wüchsigkeit
sehr stark
Gefährdung
Standardsorte
Ernte
Mitte Oktober – Ende Oktober (10C-10E)
Blüte
spät
Genussreife
Anfang Februar – Ende März (02A-03E)
Wikidata
Q2147833
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Wirtschaftsobst

#streuobst#triploid

Synonyme: Jägerapfel, Menznauer Jäger, Menznauer Jägerapfel, Rheinischer Winterrambour, Teuringer, Winterrambour, Winterrambur

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Dokumentierte Bäume (treedoc) 7

Baumtreedoc-IDBongertPositionPflanzjahrKarte
9u8cu Eiserwarr Karte
023 4nzwj Fischbacher Obstwiese 2/8 2025 Karte
XV 53eBPnL Streuobstplantage Gartenfeld M10 1930 Karte
XVI sTHfukh Streuobstplantage Gartenfeld K09 1930 Karte
118 mjWHbHR Streuobstplantage Spechtsberg G08 2024 Karte
626 gOkIhiw Streuobstwiese der Naturschule Aggerbogen D06 1992 Karte
632 EslXa3C Streuobstwiese der Naturschule Aggerbogen C04 1992 Karte

Weitere OSM-Bäume 6

OSM-KnotenCultivar-TagArtKoordinaten
11390642209 Rheinischer Winterrambour Malus domestica 52.89758, 9.19977
12382549840 Rheinischer Winterrambour Malus domestica 52.88766, 9.19465
12382549855 Rheinischer Winterrambour Malus domestica 52.89403, 9.19748
13267388573 Rheinischer Winterrambur Malus domestica 49.77831, 10.01017
3313235102 Winterrambour Malus domestica 49.06743, 8.48036
4299026046 Winterrambour 49.13730, 8.61012

OSM-Bäume, die nicht bereits als treedoc-Baum geführt werden.

Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Rheinische Winterrambur ist eine triploide Apfelsorte mit von Anfang an sehr starkem Wachstum, das im Alter noch mittelstark bleibt; der Stamm ist oft schief, die Krone wird groß, weit ausladend, schirmartig und häufig unregelmäßig (Sortenbeschreibung von H.-J. Bannier beim Bergischen Streuobstwiesenverein). Andere Darstellungen geben den Wuchs als mittelstark bis stark an. Der Ertrag setzt spät ein, ist dann aber hoch und regelmäßig (Streuobst-Initiative Niederrhein). Die Sorte stellt keine hohen Ansprüche an Boden und Klima, ein feuchter Boden ist von Vorteil; in windgeschützten Lagen ist der Anbau bis etwa 1000 m Höhe möglich, wobei das Holz als nicht besonders frosthart beschrieben wird (Wikipedia). Die Blüte erfolgt mittelspät bis spät, sodass die Spätfrostgefahr gering ist; als triploide Sorte ist der Winterrambur kein brauchbarer Pollenspender und benötigt selbst geeignete Befruchtersorten. Zur Krankheitsanfälligkeit gehen die Quellen teils auseinander: Bannier nennt den Baum robust gegen Schorf und Mehltau, aber auf schweren Böden etwas anfällig für Obstbaumkrebs, während Wikipedia den Baum insgesamt widerstandsfähig, jedoch etwas anfällig für Mehltau und Obstbaumkrebs nennt. Die Bäume gelten als langlebig und sind in alten Streuobstbeständen noch anzutreffen (Freilichtmuseum Roscheider Hof); der Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz NRW empfiehlt die Sorte als Streuobst-Anbausorte, also für Hochstamm-Streuobst. Zur Eignung als Straßenbaum liegen keine belegten Angaben vor, die breite, ausladende Krone spricht jedoch für großen Standraum.

Geschmacklich handelt es sich um einen typischen Wirtschaftsapfel: die Frucht ist mildsüß und nur schwach aromatisch, das Fleisch fest und knackig, mäßig saftig; in der Verkostung des Bergischen Streuobstwiesenvereins wurde schon im frühen Erntestadium ein gutes Süße-Säure-Verhältnis bei etwas zusammenziehendem Geschmack festgestellt (Geschmacksnote 3 von der Skala "1 = sehr gut"). Wikipedia beschreibt das Fruchtfleisch als süßlich, schwach gewürzt und säurearm mit intensivem Duft der Früchte, während die Streuobst-Initiative Niederrhein es als säuerlich und schwach aromatisch bezeichnet – hier widersprechen sich die Quellen. Die Pflückreife liegt Mitte bis Ende Oktober (Bannier: 15.–30.10.), die Genussreife ab Dezember; die Früchte halten sich vier bis fünf Monate, üblich bis Februar/März, bei guter Lagerung bis in den Mai. Verwendet wird die Sorte als Wirtschafts- und Küchenapfel (Backen, Bratapfel, Kuchen, Kompott), für Saft und Brand; die Tafeleignung wird von mehreren Quellen bezweifelt.

Die Frucht ist groß bis sehr groß und flachrund, oft mit Unregelmäßigkeiten und ungleich gebauten Hälften. Die glatte, fettige Schale ist zunächst hellgrün, hellt zu goldgelb auf und ist hellrot gestreift bis auf der Sonnenseite dunkelrot marmoriert oder verwaschen, mit weitläufig verteilten hellen Schalenpunkten; der Stiel sitzt in einer tiefen, weiten, zart berosteten Höhle. Eine Neigung zu Stippe wird erwähnt. Das Fleisch ist gelblichweiß bis weiß und fest. Die Sorte gilt als sehr alt (verschiedentlich wird 1650 genannt, allerdings nur in populären Quellen) und war bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts ein verbreiteter Winterapfel, vor allem im Rheinland; in Rheinland-Pfalz ist sie noch sehr verbreitet, ebenso in Streuobstbeständen am Niederrhein und im Bergischen Land, und sie ist auch in der Schweiz (u. a. als Menznauer Jäger) bekannt. Synonyme sind Großer Rheinischer Winterrambur, Großer Rheinischer gestreifter Rambur, Winterrambur sowie Jägerapfel, Teuringer und Menznauer Jäger. Historisch beschrieben ist die Sorte u. a. bei Lucas/Oberdieck (Illustriertes Handbuch der Obstkunde), Engelbrecht "Deutschlands Apfelsorten" (1889) und Seitzer "Farbtafeln der Apfelsorten" (1956); ein neueres Sortenporträt von Jens Meyer (2014) liegt im Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt des Pomologen-Vereins, ein Sortenblatt von FRUCTUS/Agroscope in der Schweiz. Grundlage dieser Beschreibung sind vor allem H.-J. Banniers Sortenbeschreibung (Bergischer Streuobstwiesenverein), Wikipedia und die Streuobst-Initiative Niederrhein.

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-08-04). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Eigene Beobachtungen

Braucht bei der Lagerung Luft.

In der Literatur

Bei uns im Keller war der teilw. bis April-Mai genussreif (Eitorf)

Weblinks

Auch bei: Wikipedia (de)

Bilder aus Wikipedia

File:Malus Rheinischer Winterrambur 4199.jpg
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File:20240509 Winterrambour Apfelbaumallee Breitwieser Bruch 01.jpg
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File:20240509 Winterrambour Apfelbaumallee Breitwieser Bruch 02.jpg
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File:20240509 Winterrambour Apfelbaumallee Breitwieser Bruch 03.jpg
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Commander-pirx · CC BY-SA 4.0 · Commons
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File:20240509 Winterrambour Apfelbaumallee Breitwieser Bruch 06.jpg
Commander-pirx · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:20240509 Winterrambour Apfelbaumallee Breitwieser Bruch 07.jpg
Commander-pirx · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:20240509 Winterrambour Apfelbaumallee Breitwieser Bruch 08.jpg
Commander-pirx · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:20240509 Winterrambour Apfelbaumallee Breitwieser Bruch 09.jpg
Commander-pirx · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:Ailly-le-Haut-Clocher, Apple festival 04 et 05-11-2023 (apples) (49) - Rambour d'Hiver.jpg
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File:Apfel 124 Rheinischer Winterrambour (fcm).jpg
Photograph: Frank C. Müller , Frankfurt am Main · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:Apfel mit Schnitt Winterrambour (fcm).jpg
Photograph: Frank C. Müller , Frankfurt am Main · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:Apfelbaum Winterrambour Hochstamm.jpg
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File:Apple Blossom Rheinischer Winterrambur.jpg
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unbekannt · CC BY-SA 2.0 de · Commons
File:Rambour d'hiver.jpg
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File:Rambour-hiver.jpg
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Helge Klaus Rieder · CC0 · Commons
File:Rheinischer Winterrambur Freilichtmuseum Roscheider Hof, Ganzer Baum H9.jpg
Helge Klaus Rieder · CC0 · Commons
File:Rheinischer Winterrambur Freilichtmuseum Roscheider Hof, Knospen H1.jpg
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Helge Klaus Rieder · CC0 · Commons

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