Süßkirsche · Prunus avium Archiv 5zhn65ng6c ↗ Verlauf
Die Grevenbroicher Knorpelkirsche ist eine Süßkirsche aus Grevenbroich, deren Ernte von Mitte Juni bis Ende Juli reicht. Die hellgelben Früchte sind sehr fest und knorpelig, mäßig saftig und besitzen ein ausgeprägtes, als ananas-ähnlich beschriebenes Aroma. Ihre feste, fast harte Beschaffenheit macht sie lange haltbar; wer weiche, saftige Kirschen bevorzugt, wird hier weniger fündig.
Tafelobst Wirtschaftsobst
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| Baum | treedoc-ID | Bongert | Position | Pflanzjahr | Karte |
|---|---|---|---|---|---|
| UbdssS7 | Sortenerhaltungskultur Bergheimer Dreieck | A03 | 2023 | Karte |
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Die Grevenbroicher Knorpelkirsche wächst stark und bildet eine kugelige bis hochkugelige bzw. pyramidale, mitteldicht verzweigte Krone; die Seitenäste verzweigen sich schräg aufrecht, das Seitenholz hängt im äußeren Kronenbereich teils durch. Die Belaubung ist locker, mittelgrün und mäßig gesund. Die Baumgesundheit ist mangels junger Bäume noch nicht sicher beurteilbar; die bislang bekannten, alten Bäume scheinen jedoch etwas anfällig für Monilia zu sein. Nach Wikipedia ist die Sorte selbststeril und benötigt einen Befruchtungspartner. Die Blüte erscheint mittelfrüh; der schwach rötliche Blattaustrieb erfolgt meist erst nach der Blüte.
Das Fruchtfleisch ist sehr fest und knorpelig, aromatisch mit einer als „ananasähnlich“ beschriebenen Note, mäßig saftig. Die Früchte sind gut lager- und transportfähig und gekühlt ungewöhnlich lange haltbar; sie dienen dem Frischverzehr (Tafelobst) sowie der Verarbeitung zu Kompott und Konserven. Mit der Reife in der 6.–7. (–8.) Kirschwoche gehört die Sorte zu den spätesten der hellen, „rotbunten“ Süßkirschen: Sie reift langsam und etwas folgernd und kann über rund 14 Tage geerntet werden, sodass Selbstversorger damit ihre Kirschenzeit verlängern können. Für den Erwerbsanbau sind helle Kirschen heute kaum noch gefragt.
Die mittelgroße Frucht (ca. 21 : 22 : 18 mm) ist stumpf-herzförmig bis breitrund, teils hochgebaut, oben und unten abgeplattet und wirkt dadurch leicht „rechteckig“; die Schale ist dunkelgelb mit leuchtend roter, glänzender Deckfarbe und wird vollreif fast ganz rot. Der Stiel ist grün, mittellang (35–45 (–50) mm), mitteldick bis dick, sonnenseits gelegentlich gerötet; der mittelgroße Stein oval, asymmetrisch, stielseitig mit „Häkchen“. Die Platzfestigkeit wird als gering bis mittelhoch angegeben (Wikipedia: „platzt leicht“). Als Verwechslerin gilt die bereits in der 5. Woche reifende Große Prinzessin. Die Sorte wurde in den 1880er Jahren vom Grevenbroicher Obstzüchter Diedrich Uhlhorn jun. gezüchtet; 1904 gingen Edelreiser an den Provinzial-Obstgarten Diemitz bei Halle/Saale, doch fand sie weder Eingang in die Sortenliteratur noch in die Empfehlungslisten, wurde aber von westdeutschen Baumschulen (u. a. Herr in Meckenheim, Kern in Landau, zuletzt die Baumschule des Schlosses Dyck) bis in die 1950er Jahre vermehrt und gehandelt. Altbäume wurden am Niederrhein bisher nicht wiedergefunden, wohl aber in Westfalen und Nordhessen (Identifikation über Fruchtsteinvergleiche mit der historischen Sammlung im Bundessortenamt); die Sorte ist in der Deutschen Genbank Obst vertreten und wird vom Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt als stark gefährdet eingestuft. Die Beschreibung beruht im Wesentlichen auf dem Sortenporträt von Hans-Joachim Bannier (LVR-Handbuch „Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland“, 2010), ergänzt durch den LVR-Sortenflyer, die Passdaten der Deutschen Genbank Obst und einen Wikipedia-Artikel.
Quellen: Grevenbroicher Knorpelkirsche – Sortenportrait, Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (Pomologen-Verein) · Passport Grevenbroicher Knorpelkirsche – Deutsche Genbank Obst · Regionale Obstsorten im Rheinland – Flyer Grevenbroicher Knorpelkirsche (LVR-Netzwerk Umwelt / Biologische Stationen) · Grevenbroicher Knorpelkirsche – Wikipedia · 10. Obstsortenzüchtung – Obstsortengarten der Biologischen Station im Rhein-Kreis Neuss
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-24). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.