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Grüner Stettiner

Apfel · Malus domestica Archiv 666ffg17g0 ↗ Verlauf

Der Grüner Stettiner ist ein triploider Apfel, der durch besonders starken Wuchs und eine gute Gesundheit auffällt. Er ist breit anbaufähig und eignet sich auch für Höhenlagen. Sein Ertrag setzt spät ein, fällt dann aber relativ regelmäßig aus. Als Befruchter ist die Sorte unbrauchbar. Die Früchte lagern sehr lange und sind von Dezember bis Mai genussreif.

Herkunft
evtl. Pommern (Deutschland)
Seit
1797
Wüchsigkeit
stark
Wuchsform
breit ausladend
Gefährdung
nicht mehr leicht erhältlich
Ernte
Mitte Oktober – Ende Oktober (10C-10E)
Blüte
mittelfrüh
Genussreife
Anfang Januar – Ende April (01A-04E)
Wikidata
Q136409065
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Wirtschaftsobst Mostobst

#Apfel#gesund#starkwüchsig

Synonyme: Bamberger, Eisapfel, Galsapfel, Grüner Bietigheimer, Grüner Boedigheimer, Grüner Rostsocker, Grüner Rowiener, Grüner Winterstettiner, Grüner Zwiebelapfel, Schweizerapfel, Winter-Scheibling

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Grüne Stettiner wächst stark bis sehr stark und bildet eine große, weit ausladende Krone mit kräftigen, mäßig verzweigten Ästen; auch im Vollertrag wächst der Baum noch mittelstark weiter, und es entstehen mächtige, sehr alte Exemplare – das Erhaltungsprojekt „1000 Obstbäume für die Frankenalb“ nennt ihn „einen Baum für die nächsten hundert Jahre“, gute Ernährung vorausgesetzt. Das Holz gilt als frostfest; aus dem Raum Traunstein wurde schon zum strengen Winter 1879/80 überliefert, die Sorte habe ihn „ziemlich unversehrt“ überstanden. Insgesamt gilt sie als sehr robust und widerstandsfähig; in der Evaluierung der Deutschen Genbank Obst wurden am Blatt mittlerer Schorf- und mittlerer Mehltaubefall festgestellt, während andere Quellen keine nennenswerten Krankheiten kennen. Die Blüte erscheint mittelfrüh ab April und gilt als unempfindlich; nach Angaben der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau ist die Sorte triploid. Der Standortanspruch ist gering – breit anbaufähig, auch für raue Höhenlagen (Frankenalb: bis rund 600 m) –, bevorzugt werden nährstoffreiche, ausreichend feuchte Böden in sonniger Lage. Der Ertrag setzt spät ein, fällt dann aber hoch und einigermaßen regelmäßig aus; die Sorte gilt als Massenträger, und die Früchte hängen kaum vor der Baumreife ab. In Pommern stand der Grüne Stettiner früher sogar in größerer Zahl als Straßenbaum.

Pflückreif wird die Frucht ab Mitte bis Ende Oktober, genussreif ab Dezember; im kühlen Naturlager lässt sie sich bis Mai verarbeiten, ältere Angaben nennen sogar eine Haltbarkeit bis in den Juli. Während der Lagerung stippt die Frucht nicht – ein Vorteil gegenüber den übrigen Stettiner-Sorten, der die Sorte historisch beliebt machte. Geschmacklich trägt sie eine angenehme, vorherrschend weinsäuerliche Säure bei saftigem, zunächst festem, später mürbem Fleisch und nur wenig eigenem Aroma; als Tafelapfel taugt sie deshalb nur mäßig, schon Anfang des 19. Jahrhunderts galt sie eher als Wirtschafts- denn als Tafelapfel. Ihr Schwerpunkt liegt in Küche und Keller: Sie eignet sich sehr gut für Saft und Most – beim Keltern zählt sie zu den mengenstärksten Sorten –, ebenso zum Kochen, Backen und Dörren zu Apfelringen; die LWG führt sie wegen ihres hohen Polyphenol- und Säuregehalts unter den empfohlenen Cidre-Sorten.

Die Frucht ist mittelgroß bis groß, flachrund und deutlich breiter als hoch (etwa 60–67 mm hoch bei 80–84 mm Durchmesser). Die glatte, dicke Schale ist grundfarbig grün bis hellgrün und färbt sich am Lager gelblichgrün bis grünlichgelb; auf der Sonnenseite zeigt sich je nach Quelle gar keine oder nur ein leichter roter Anflug. Zahlreiche feine bis mitteldicke, bräunliche Lentizellen durchziehen die Schale, der Geruch ist merklich. Der Kelch ist halboffen bis offen, grün bis braun und locker bewollt; der holzige Stiel wird dünn bis mitteldick und rund 12 mm lang beschrieben (der bayerische Steckbrief nennt abweichend einen kurzen, dicken Stiel) und sitzt in einer mäßig weiten, berosteten Stielgrube. Das grünlichweiße bis grüngelbliche Fleisch ist fest und glasartig, später markig bis mürbe, saftig und kaum gewürzt. Woher die Sorte stammt, ist ungeklärt; der Name deutet auf Pommern. Die Deutsche Genbank Obst gibt als Ursprungsland Deutschland und als Verbreitungsschwerpunkt Nordostdeutschland an und datiert die Ersterwähnung auf 1598, während die erste ausführliche Beschreibung Johann Ludwig Christ 1797 unter dem Namen „Der grüne Stettiner“ verdankt wird; Lucas und Engelbrecht ordneten sie den Plattäpfeln zu. Im 19. Jahrhundert war der Grüne Stettiner eine der meistgepflanzten Wirtschaftssorten, etwa in pommerschen Guts- und Bauerngärten, 1877 unter den häufigsten Sorten im Regierungsbezirk Magdeburg und 1890 unter den vier beliebtesten in Unterfranken; heute ist er kaum noch anzutreffen und gilt als gefährdet, wird aber über die Deutsche Genbank Obst und den Pomologen-Verein erhalten und in Erhaltungsprojekten wie dem der Frankenalb wieder auf Streuobstflächen gepflanzt. Die Beschreibung beruht neben den Steckbriefen der Deutschen Genbank Obst und der Streuobstberatung Bayern vor allem auf dem Wikipedia-Artikel mit der historischen Beschreibung nach Engelbrecht (Deutschlands Apfelsorten, 1889, Nr. 653).

Quellen: Grüner Stettiner – Wikipedia · Deutsche Genbank Obst – Passport Grüner Stettiner (PDF) · Grüner Stettiner – Streuobst in Bayern · LWG Bayern – Empfehlung zu Apfelsorten für Cidre (PDF) · Grüner Stettiner · Obstsortendatenbank – Engelbrecht-Beschreibung Nr. 653 Grüner Stettiner (PDF) · NaturaDB – Apfel 'Grüner Stettiner' · Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee – Sortendetail Grüner Stettiner · Biobaumversand – Apfelbaum Grüner Stettiner · Roter Stettiner

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-24). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

#starkwüchsig #gesund

triploid • Pflückreife: M Oktober • Genussreife: A Dezember bis Mai • angenehme Säure • breit anbaufähig, auch für Höhenlagen • sehr robust • sehr stark wachsend • Ertrag spät einsetzend, dann relativ regelmäßig • verfügbar bei DGO und PV

#Apfel

Weblinks

Auch bei: Wikipedia (de)

Bilder aus Wikipedia

File:Grüner Stettiner jm55246.jpg
joergens.mi · CC BY-SA 3.0 · Commons
File:Apfel 062 Gruener Stettiner (fcm).jpg
Photograph: Frank C. Müller , Frankfurt am Main · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:Grüner Stettiner (apple) jm179427.jpg
joergens.mi · CC BY-SA 3.0 · Commons
File:Grüner Winterstettiner.jpg
Bahnmoeller · CC BY-SA 3.0 · Commons
File:Malus-Grüner-Stettiner.jpg
unbekannt · CC BY-SA 2.0 de · Commons

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