Birne · Pyrus communis Archiv 8rq9v5ws1g ↗ Verlauf
Die Nägilsche Birne ist eine alte Sorte aus Luxemburg, der Südeifel, dem Saargau und dem westlichen Saarland, die seit 1854 bekannt ist. Der Baum wächst sehr stark und groß mit runder Krone und gilt als gesund, ist jedoch anfällig für Birnenverfall. Geerntet wird Anfang bis Mitte September. Das Fruchtfleisch bräunt rasch und wird teigig, weshalb die Sorte nicht als Tafelbirne taugt, sich aber für Mus, Kompott sowie als Brenn- und Dörrbirne eignet.
Tafelobst Wirtschaftsobst Dörrobst Brennobst
#birnenverfall#gesund#starkwüchsig
Synonyme: Gsälzbirne, Hutzelbirne, Neelchesbirne, Nägelchesbirne, Nägelesbirne, Nägelsbirne, Nélchesbir, Olivenbirne
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| Baum | treedoc-ID | Bongert | Position | Pflanzjahr | Karte |
|---|---|---|---|---|---|
| 456 | GXuO5mz | Streuobstplantage Rommelshard | H08 | 2025 | Karte |
| 436 | s0EiNii | Streuobstplantage Spechtsberg | N07 | 2025 | Karte |
| OSM-Knoten | Cultivar-Tag | Art | Koordinaten |
|---|---|---|---|
| 12561036318 | Nägelesbirne | Pyrus communis | 48.72292, 9.14039 |
| 3313235090 | Nägelesbirne | Pyrus communis | 49.06716, 8.48248 |
OSM-Bäume, die nicht bereits als treedoc-Baum geführt werden.
Die Nägelesbirne bildet große, eichenartige Bäume mit kräftigem Astwerk und großen, runden Kronen; sie wächst kräftig und wird als sehr wüchsig beschrieben. Das Laub ist dunkelgrün und durchweg gesund – im Sommer fällt der Baum durch sein gesundes dunkles Laub auf, im Herbst durch eine schöne Blattfärbung; die Jahrestriebe sind olivebraun, mit zahlreichen Lentizellen und großen Knospen. Für Feuerbrand wird eine geringe bis mittlere Anfälligkeit angegeben. Die Sorte kommt früh in Ertrag, die Erträge sind hoch und regelmäßig. Die Standortansprüche sind gering; sie gedeiht noch gut in höheren Mittelgebirgslagen wie der Eifel und den Ardennen und wird als gesunde Sorte für alle Lagen bzw. alle Standorte im extensiven Streuobstbau beschrieben. Sie ist eine Hochstammsorte für den extensiven Streuobstanbau und ein langlebiger, landschaftsprägender Baum; das Erhalternetzwerk empfiehlt, sie bei extensiven Streuobstpflanzungen weiter zu berücksichtigen.
In erster Linie ist sie eine Brennbirne: Sortenreine Brände gelten in der Region Trier/Luxemburg als regionale Spezialität, die noch von einigen Brennereien erzeugt wird; ein Neelchesbirnenbrand wird als mindestens gleichwertig mit dem Brand aus der Williams Christbirne bezeichnet und ist unter den Obstler-Konsumenten besonders beliebt. Hartmann (2019) beschreibt sie als typische Dörrbirne, die auch für Kompott verwendet werden kann; eine luxemburgisch-saarländische Empfehlungsliste führt sie zudem als wertvolle Most- und Dörrfrucht und Verschnittbirne. Die Pflückreife liegt bei Anfang bis Mitte September – eine der am frühesten reifenden Mostbirnensorten. Als Rohfrucht noch essbar: süßherb, leicht würzig und zimtartig, mit wenig Gerbstoff; das Aroma erinnert an Williams Christbirne, der Zuckergehalt wird mit rund 15 % (55–65 °Oechsle) angegeben. Das Fruchtfleisch ist mäßig saftig und wird sehr schnell braun und teigig, oft schon im baumreifen Zustand; die Früchte sind nur kurz lagerfähig und müssen nach der Ernte zügig verarbeitet werden.
Die Frucht ist hochgebaut und teils zum Stiel hin einziehend, im Querschnitt rund bis leicht dreikantig; zum Gewicht nennen die Porträts abweichend 60–90 g (mittelgroß) bzw. 70–180 g bei einer Länge von 50–80 mm und einer Breite von 47–70 mm. Die Grundfarbe ist grünlichgelb und reif teils olivfarben, die Deckfarbe ein trübes Braunrot, das oft von Berostung überdeckt wird; die Fruchtseiten sind mehr oder weniger stark berostet, die Schalenpunkte zahlreich und auffällig (besonders in der Stielrostkappe als graue Punkte oder Sternchen), die Schale rau, matt und trocken. Markant sind die großen oliv- bis zimtfarbenen Rostkappen im Kelch- und Stielbereich, die nie fehlen und sich weit über die Frucht erstrecken; die Kelchgrube ist sehr flach oder fehlt, die Kelchumgebung teils mit flachen Rippen, der Kelch mittelgroß und offen, die Kelchblätter teils hornartig verdickt; eine Stielgrube ist meist nicht vorhanden, der Stiel kräftig, meist gerade und mittellang, an der Basis oft fleischig verdickt. Das gelblichweiße Fleisch umschließt ein mittelgroßes Kernhaus mit offener, ausgeblühter Achsenhöhle; die großen, schmalen Kerne (11 : 4 mm) tragen eine markante Nase an der Kuppe und sind meist schlecht ausgebildet – oft nur ein bis zwei je Frucht voll entwickelt. Die Herkunft ist unbekannt; Lucas erwähnte die Sorte 1854 erstmals, und in der Festschrift zum Pomologenkongress 1873 in Trier hob Arnold (1874) die „Nägelchesbirne" als Branntweinbirne und eine der sechs wichtigsten Mostbirnen der Region hervor. Verbreitet ist sie vor allem in Luxemburg, wo sie stellenweise bestandsbildend ist und als „Nationalfrucht" bezeichnet wird (über 100 Altbäume im Bongert Altenhoven in Bettembourg), ferner in der Südeifel und mäßig häufig im Saargau und im westlichen Saarland; nach anderer Angabe kommt sie auch in Baden-Württemberg und Franken noch häufiger vor. Regionale Namen sind Neelchesbirne und Nélchesbir (Trier/Luxemburg) sowie Gsälzbirne, Hutzelbirne und Olivenbirne (Süddeutschland). Die Beschreibung beruht im Wesentlichen auf dem Sortenporträt von Richard Dahlem im Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt und dem Porträt aus dem Farbatlas Alte Obstsorten (Netzwerk Streuobst Filderstadt).
Quellen: Nägelesbirne · Birnensorten für Streuobstwiesen – Stadt Walldorf · Empfehlenswerte Birnensorten – SICONA (Luxemburg) · Nägelsche Birne (wurzelnackt) – Arboterra GmbH · Dahlem u. a.: Äpfel und Birnen aus Luxemburg (2014) – Buchsortenliste · Aendekerk, Bosch u. a.: Äpfel und Birnen aus Luxemburg (2016) – Buchsortenliste · Kannenbirne – Fructus · Stuttgarter Gaishirtle – ProSpecieRara
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (z-ai/glm-5.3-flash + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-10-02). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Sehr starkwüchsig, robust, ertragreich, wenig feuerbrandanfällig, hervorragende Brenn- und Dörrbirne, weit verbreitet im Raum Trier (Neelchesbirne), in der West- und Nordpfalz (Krepp-/Streitbirne).
Resistenz bzw. Toleranz gegen #birnenverfall. Gesunder starker Wuchs. Gute Fruchtqualitat.
Baum: Großer, rundkroniger Wuchs. Fällt im Sommer durch sehr gesundes, dunkelgrünes Laub auf und im Herbst durch schöne Blattfärbung. Starke Äste mit kräftigem Fruchtholz. Jahrestriebe olivebraun mit zahlreichen Lentizellen und großen Knospen. Kommt früh in Ertrag, hohe und regelmäßige Ernte. Sehr wüchsige, gesunde Sorte für alle Lagen. Geringe bis mittlere Anfälligkeit für Feuerbrand.
Besondere Merkmale: Große olivefarbene Frucht, die wenig herb ist und schnell teigig wird. Schöner Wuchs und gesundes Laub.