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Gelber Münsterländer Borsdorfer

Apfel · Malus domestica Archiv 8ymgqtj7r4 ↗ Verlauf

Der Gelbe Münsterländer Borsdorfer ist ein seit 1850 bekannter Apfel, dessen Früchte Anfang September vom Baum kommen und von diesem Zeitpunkt bis Ende Dezember genussreif sind. Geschmacklich fällt er durch ein mandelartiges Aroma und knackiges Fruchtfleisch auf, gegenüber Schorf zeigt er sich robust. Die Schale ist intensiv berostet, was das Aussehen der Frucht deutlich prägt.

Herkunft
Oldenburger Münsterland (Regionalsorte)
Seit
1870
Wüchsigkeit
mittel bis stark
Ernte
Mitte September – Anfang Oktober (09C-10A)
Blüte
spät bis sehr spät
Genussreife
Mitte Oktober – Ende Dezember (10C-12E)
Wikidata
Q41777300
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Tafelobst Wirtschaftsobst Mostobst

#gesund

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Gelbe Münsterländer Borsdorfer ist eine typische Streuobstsorte für die Obstwiese und wird von Hans-Joachim Bannier als robuste Wirtschaftssorte für den extensiven Streuobstanbau bezeichnet. Die Bäume bilden mittelgroße bis große, mitteldicht verzweigte Kronen mit sehr gesunder Belaubung; in der Jugend starten sie zunächst relativ langsam, mit schräg bis etwas flach winkelnden Leitästen (die Stadt Gütersloh beschreibt den Wuchs insgesamt als langsam bis mittelstark). Die Sorte kommt relativ früh in den Ertrag und trägt dann reich und regelmäßig. Sie ist robust gegen die wichtigsten Obstkrankheiten Schorf, Krebs und Mehltau und wenig anfällig für Krankheiten und Schädlinge; aufgrund des sehr späten Austriebs wird auch das dunkelgrüne Laub seltener von Schädlingen befallen als bei anderen Sorten. Sie ist breit anbaufähig auf nahezu allen Böden, allzu trockene Standorte führen aber zu vorzeitigem Fruchtfall und kleinen Früchten; die Deutsche Genbank Obst nennt durchlässige, mittlere bis schwere Böden und hält die Sorte für Sandböden für weniger geeignet. Austrieb und Blüte sind spät bis sehr spät und damit wenig spätfrostgefährdet; als diploide Sorte ist sie ein guter Befruchter für andere, ebenfalls spätblühende Sorten. Als Nachteil gilt die starke Windfälligkeit der Früchte.

Das fest bleibende Fruchtfleisch schmeckt süßsäuerlich und leicht aromatisch mit einer eigentümlich mandelartigen Würze; baumreif ist es saftig, später mäßig saftig, und verbräunt sich nach dem Anschnitt nur gering. Die Früchte taugen als Tafelapfel ebenso wie für die häusliche Verarbeitung zu Kuchen, Mus oder Kompott; die Deutsche Genbank Obst führt sie zusätzlich als Wirtschaftsapfel, die Stadt Gütersloh nennt als Verwendung vor allem Tafelobst und das Entsaften. Je nach Standort und Witterung kann die Ernte bereits ab Mitte September/Anfang Oktober beginnen, die optimale physiologische Reife wird etwa Mitte Oktober erreicht. Da die Früchte sehr windfällig sind und in der Reife oft vorzeitig fallen, muss für die Tafelnutzung pünktlich bzw. im Zweifel „zu früh“ gepflückt werden. Im guten Naturlager halten sie nach Bannier bis etwa Dezember, während Genbank und Stadt Gütersloh eine Genussreife bzw. Haltbarkeit bis etwa April angeben.

Die Frucht ist mittelgroß (nach Gütersloher Angabe vorwiegend klein bis mittelgroß), kugelig bis seltener etwas flachrund, stiel- und kelchseitig abgeflacht, fest und nicht druckempfindlich, im Querschnitt rund und „wie gedrechselt“. Die Grundfarbe ist gelblichgrün und reif strohgelb; die sonnenseitige Deckfarbe ist orange bräunlich bisweilen auch purpurrötlich gehaucht, deckt nur ein Zehntel bis ein Drittel der Frucht und fehlt öfters ganz. Auffallend sind die großen, sternchenartig berosteten Schalenpunkte sowie teils feine olivbraune Berostung; der sehr kurze bis kurze, oft dick knopfartige Stiel ragt nicht aus der flachen, meist vollständig berosteten Stielgrube heraus, der Kelch ist groß und weit offen. Das Fruchtfleisch ist gelblichweiß, fest und mittelfeinzellig; die glatte, mattglänzende, mitteldicke Schale stört beim Verzehr nicht. Die Sorte ist eine Regionalsorte des Oldenburger Münsterlandes; über ihren Ursprung ist nichts bekannt, und Belege für ein hohes Alter fehlen. Molekulargenetischen Analysen zufolge ist sie trotz ihres Namens weder mit dem Edelborsdorfer verwandt noch Teil der Borsdorfer-Gruppe – der Namenszusatz beruht auf äußerer Ähnlichkeit. In der alten Sortenliteratur des 19. Jahrhunderts fehlt sie; erstmals genannt wird sie bei Loewel/Labus („Deutsche Äpfel“, Bd. II Norddeutschland, 1941) als Gebietssorte für Oldenburg, die dort „zunehmend angebaut“ wurde, während die Stadt Gütersloh eine Verbreitung seit 1870 angibt. Einst war sie im Raum Oldenburg–Cloppenburg–Osnabrück sehr verbreitet und kam bis nach Westfalen (Altkreis Lübbecke, westlicher Kreis Herford, Altkreis Halle/Westfalen, nördliches Münsterland). Heute gilt sie als stark gefährdet; erhalten wird sie u. a. im Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt des Pomologen-Vereins. Die Beschreibung beruht im Wesentlichen auf dem Sortenporträt von Hans-Joachim Bannier (Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt), ergänzt um Angaben der Deutschen Genbank Obst und der Stadt Gütersloh.

Quellen: Gelber Münsterländer Borsdorfer · Deutsche Genbank Obst – Passport Gelber Münsterländer Borsdorfer · Stadt Gütersloh – Gelber Münserländer Borsdorfer (Guetersloher Artenkorb) · Gelber Münsterländer Borsdorfer – Pomiferous

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Ist der identisch mit Gelber Münsterländer?

Sehr #gesund .

Stammt aus dem Münsterland; dort schon um 1850 bekannt; wahrscheinlich ein Typ des ´Edelborsdorfer´.

Frucht: flach rundlich, gleichmäßige Form; leuchtend gelb mit braunroter Backe; intensiv berostet; mandelaromatisch, knackig

Baum: mittelstark bis stark; sehr späte Blüte; robust gegenüber Schorf

Weblinks

Bilder aus Wikipedia

File:Cross section of Gelber Munsterlander Borsdorfer, National Fruit Collection (acc. 1951-167).jpg
National Fruit Collection, Brogdale . · OGL 2 · Commons

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