Süßkirsche · Prunus avium Archiv a4pqwmjwag ↗ Verlauf
Tafelobst Wirtschaftsobst
Synonyme: Doktorkirsche, Doktorknorpelkirsche, Helle Herzkirsche, Totenköppe
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Die 'Weiße Spanische' ist eine starkwüchsig wachsende Süßkirsche, die eine große, rundliche bis hochrunde und dicht verzweigte Krone mit schrägen Leitästen, waagerechten Seitenästen und teils hängendem Fruchtholz ausbildet. Sie wächst nach den vorliegenden Porträts meist gesund („sehr gesund", „sehr robust") und gilt wegen ihrer Gesundheit und ihres kräftigen Wuchses als bestens für Streuobstwiesen geeignet. Die Standortansprüche sind gering: Sie gedeiht auf Löß- und Lehmböden ebenso wie auf leichten Böden und ist auch für Höhenlagen geeignet, verträgt jedoch keine Windlagen; die bayerischen Sortenschilder führen sie als breit anbaufähig. Heute kommt die Sorte gelegentlich noch auf Altbäumen vor.
Reife tritt in der 4. Kirschwoche ein (Mittelspät). Das mittelfeste, knorpelig-saftige Fruchtfleisch mit farblosem Saft ist sehr süß, hat genügend bzw. feine Säure und wird von allen Quellen übereinstimmend als sehr aromatisch beschrieben. Die Sorte dient als Tafelobst sowie zur Kompott- und Konservenherstellung und eignet sich sehr gut für die Verarbeitung in der Küche. Ihre Schwäche liegt im Wetter und Transport: Die Früchte platzen bei Regen sehr schnell (Platzfestigkeit gering bis mittelhoch), sind druckempfindlich und werden leicht unansehnlich.
Die Frucht ist mittelgroß (im Durchschnitt 21,3 : 23,7 : 21,6 mm Länge : Breite : Dicke), breitrund bis herzförmig und stempelseits schön gerundet; die Grundfarbe ist hellgelb, sonnenseits orange bis rot gefärbt, insgesamt mit weniger Deckfarbe als bei anderen rot-bunten Sorten, wodurch sie schnell fleckig wirkt. Der mittellange, hellgrüne Stiel sitzt in einer flachen, mittelweiten bis weiten Stielgrube bei flachen Schultern; der Stein ist eher klein, mäßig steinlösbar und zeigt einen stielnah auffällig heraustretenden Mittelkamm. Es handelt sich um eine rot-bunte Knorpelkirsche, die regional auch als 'Doktorkirsche' bzw. 'Doktorknorpelkirsche', 'Helle Herzkirsche' oder 'Totenköppe' bezeichnet wurde. Erstmals beschrieben wurde sie 1775 von Pastor Henne, der eine Obstbaumschule in Hamersleben bei Magdeburg betrieb, und anschließend von Pomologen wie Truchsess und Burchardt verbreitet; ursprünglich war sie besonders in Mitteldeutschland (Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) verbreitet. Anfang der 1950er Jahre noch von den Landwirtschaftskammern empfohlen, verlor sie Ende der 1950er Jahre die Anbauzulassung der DDR und galt zeitweise als verschollen; inzwischen ist sie über den Obstmuttergarten Rheinland wieder erhältlich, wird aber vom Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt als gefährdet eingestuft. Die Beschreibung beruht auf dem Porträt des Erhalternetzwerks Obstsortenvielfalt, dem Passport der Deutschen Genbank Obst, den Sortenschildern der bayerischen Landesanstalten LWG/LfL und einem Text von C. Pfeffer (LiKK e.V.).
Quellen: LWG/LfL Bayern – Sortenschilder Süßkirschen (PDF)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-24). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.