Süßkirsche · Prunus avium Archiv a4tg4cpwk0 ↗ Verlauf
Tafelobst Wirtschaftsobst Brennobst
Synonyme: Kamper Braunschwarze, Spanische
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Die 'Spanische vom Mittelrhein' wächst stark und zeigt gesunden Baumwuchs; die Bäume können sehr alt werden und nehmen im Alter einen hängenden Wuchs an. Der am Niederrhein aufgefundene, über 100 Jahre alte Baum hat nach LiKK e.V. eine gewaltige Krone mit mächtigem Stamm ausgebildet, mit steil aufstrebenden Leitästen, schrägen Seitenästen, die im äußeren Kronenbereich überhängen, sowie hängendem Fruchtholz. Wegen des besonders starken Wuchses und der enormen Vitalität wird die Sorte für Streuobstwiesen empfohlen.
Die mittelgroßen Früchte reifen in der 4. bis 5. Kirschwoche (LiKK: mittelspät, Welterbe-Sortenfinder: eher spätreifende Knorpelkirsche). Sie sind glänzend braunrot und herzförmig; der kräftige Stiel ist zumeist recht kurz. Das Fruchtfleisch ist sehr fest, aromatisch und wohlschmeckend. Die Kirsche eignet sich gut zum Frischverzehr wie zur Verarbeitung, insbesondere zum Einkochen; der Sortenfinder des Welterbe-Zweckverbands ordnet sie den Merkmalgruppen 'Liebhabersorte' und 'Verarbeitungssorte' (u. a. Brennen, Einkochen) zu.
Pomologisch lässt sich die Sorte von ähnlichen dunklen Herzkirschen laut Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt u. a. durch einen stempelseits verjüngten Stein mit deutlichem Häkchen und eine spätere Reife abgrenzen. Es handelt sich um eine sehr alte, extrem selten gewordene Regionalsorte des Oberen Mittelrheintals unbekannter Herkunft; vermutet wird eine Entstehung in der Region selbst. Dr. Annette Braun-Lüllemann erfasste sie 2010 im Rahmen der systematischen Aufnahme der Mittelrhein-Kirschsorten; die Bäume wurden bis auf einen Einzelbaum in Kamp ausschließlich in Filsen gefunden, wo die Sorte auch nur 'Spanische' bzw. 'Kamper Braunschwarze' genannt wird. Da sie anderweitig nicht vorkommt, liegt nach LiKK die Vermutung nahe, dass die Pfälzer Einwanderer des Niederrheins, deren Hunsrücker Heimat Simmern nicht weit von Filsen und Kamp entfernt liegt, die Sorte einst dorthin mitbrachten; dort wurde der über 100 Jahre alte Baum aufgefunden. Von der Sorte sind zwar noch mehr als zehn Bäume vorhanden, die Verbreitung beschränkt sich aber auf das Mittelrheintal, weshalb Slow Food sie als 'vom Aussterben bedroht' einstuft; seit 2021 gehört sie zu den traditionellen Mittelrhein-Kirschsorten der Arche des Geschmacks. Die Beschreibung beruht vor allem auf den Sortenporträts des Zweckverbands Welterbe Oberes Mittelrheintal und von LiKK e.V.
Quellen: Sorten Erläuterung Spanische vom Mittelrhein – Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal · Spanische vom Mittelrhein – LiKK e.V. · Traditionelle Kirschsorten aus dem Oberen Mittelrheintal – Slow Food Deutschland · Teickners Schwarze Herzkirsche
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-24). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Sehr alte, ertragreiche, dunkle Knorpelkirsche mit großen festen Früchten, Baumwuchs etwas hängend, Regionalsorte am Mittelrhein (sortenecht im RMG Bonn).