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Alantapfel

Apfel · Malus domestica Archiv bxkf9zhbtg ↗ Verlauf

Der Alantapfel ist ein schwach wachsender Tafelapfel, der früh und reichlich trägt. Die Ernte beginnt Anfang Oktober, die Früchte sind bis Ende Dezember genussreif und eignen sich weniger für die Verwertung als für den frischen Verzehr. Als diploide Sorte kann sie zugleich als Befruchter anderer Apfelsorten dienen.

Herkunft
Pfalz, Deutschland
Wüchsigkeit
schwach
Wuchsform
kugelförmig, gut verzweigt
Gefährdung
stark gefährdet
Ernte
Anfang Oktober (10A)
Blüte
mittelfrüh
Genussreife
Anfang Oktober – Ende Dezember (10A-12E)
Wikidata
Q137735603
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Tafelobst Wirtschaftsobst

Synonyme: Edler Prinzessinapfel (fälschlich?), Gestreifter Imperial, Gestreifter Kaiserapfel, Großer edler Prinzessinapfel, Prinzess Noble, d'Aunée

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Dokumentierte Bäume (treedoc) 1

Baumtreedoc-IDBongertPositionPflanzjahrKarte
166 LZk5tRP Streuobstplantage Herrscherthal Karte

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Alantapfel wächst nach dem Porträt des Erhalternetzwerks Obstsortenvielfalt schwach und macht dünne Triebe; die bayerischen Porträts (Streuobst in Bayern / LWG) beschreiben dagegen einen von Jugend an kräftigeren Wuchs, der sich im Vollertragsalter abschwächt, mit hochgehender, kugelförmiger, gut verzweigter Krone und schräg aufstrebenden Leitästen. Das Holz gilt als frosthart (naturaDB: winterhart bis −28 °C), die mittelfrühe Blüte als relativ unempfindlich gegen Nässe, und die Früchte hängen windfest bis zur Baumreife. Der Ertrag setzt früh ein und fällt reichlich und regelmäßig aus; die Sorte ist diploid. Als robust gegen Krankheiten wird sie von naturaDB bezeichnet, ohne dass die Porträts einzelne Krankheiten (Schorf, Krebs, Feuerbrand) benennen. Der Baum braucht einen guten, tiefgründigen und ausreichend feuchten, nährstoffreichen Boden sowie wegen des frühen Ertragsbeginns regelmäßige Verjüngung; sehr schwere, nasse Böden sind zu meiden, windgeschützte Lagen bis in mittlere Höhenlagen gelten als ideal. Für den Hausgarten auf mittelstarker Unterlage und bei guter Pflege wird er als Versuch wert bezeichnet; für die Streuobstwiese stuft das Erhalternetzwerk ihn wegen des schwachen Wuchses als grenzwertig ein, während dessen ältere Fassung ihn für Streuobst auf guten Böden bei regelmäßigem Schnitt für geeignet hielt.

Die Pflückreife liegt Anfang bis Mitte Oktober, die Genussreife reicht von Oktober bis Dezember; die LWG-Sortenschilder geben die Genussreife bis Februar an, das Erhalternetzwerk merkt allerdings an, dass die in den alten Pomologien genannte Haltbarkeit bis Februar heute nicht mehr zutrifft – im kühlen Keller bzw. Naturlager bleiben die Früchte rund vier Monate. Das feinzellige, feste, am Lager zart und saftig werdende Fleisch schmeckt zimtartig gewürzt und delikat weinig-süß; das Erhalternetzwerk beschreibt es als gelblich, ausgewogen und leicht würzig bei etwas bitterer Schale, die Frucht duftet stark. Sie dient vorrangig als Tafelapfel, wird aber durchgängig auch als guter Wirtschaftsapfel genannt; naturaDB führt Frischverzehr (sehr gut), Backen (gut), Mus, Saft und Most (gut) als Nutzungen und meldet eine eher gute Verträglichkeit bei Apfelallergie. Das Erhalternetzwerk empfiehlt die Nutzung ausdrücklich als Tafelapfel und nur wenig für die Verwertung.

Die Frucht ist klein bis mittelgroß (mitunter klein), kegel- bis hochkegelförmig, im Querschnitt ziemlich rund; Grundfarbe grünlichgelb, später hellgelb, Deckfarbe ein dünnes Orangerot mit vielen kurzen dunkelroten bzw. karminrot geflammten Streifen. Die gesamte Frucht ist berostungsfrei, die Stielgrube tief ohne Rost, der Stiel dünn und kurz, der Kelch geschlossen; die Kelchgrube ist weit, flach bis mitteltief, mit kleinen Falten und meist Fleischperlen, die Kerne klein und gut ausgebildet. Es handelt sich um eine sehr alte Sorte, die nach Lauche und Koch bereits Anfang des 16. Jahrhunderts in der Pfalz angebaut wurde; Knoop bildete sie 1760 als ‚Prinzess Noble‘ ab, Christ beschrieb sie 1797 unter dem Namen ‚Alantapfel‘. Früher war sie in Norddeutschland, Holland und Frankreich verbreitet, heute gilt sie als stark gefährdet und sehr selten; vereinzelt stehen noch Altbäume im norddeutschen Streuobst. Zu den Synonymen zählen neben ‚Großer edler Prinzessinapfel‘ und ‚Gestreifter Kaiserapfel‘ u. a. ‚Pomme d'Aunée‘; nicht identisch ist sie mit dem westfälischen ‚Prinzess Noble‘, vom ähnlichen Prinzenapfel unterscheidet sie sich durch fehlenden Stielgrubenrost und vorhandene Fleischperlen. In der Literatur wird sie u. a. im Illustrirten Handbuch der Obstkunde (Bd. 1, 1859, Nr. 109) und bei Engelbrecht (Deutschlands Apfelsorten, 1889) behandelt. Die Beschreibung stützt sich vor allem auf das Porträt des Erhalternetzwerks Obstsortenvielfalt (Jens Meyer) und den Steckbrief des bayerischen Streuobstportals (LWG/LfL) samt LWG-Sortenschild.

Quellen: Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt – Sortenporträt Alantapfel · Streuobst in Bayern (LWG/LfL) – Sortensteckbrief Alantapfel · LWG Bayern – Sortenschilder Apfel (PDF) · Streuobst in Bayern – Sortenschilder LWG Apfel (PDF) · 1000 Obstbäume für die Frankenalb – Alantapfel · NaturaDB – Apfel 'Alantapfel' · NABU Templin – Apfelsorte Alantapfel (Sortenschaugarten) · Plantura – Alantapfel (Shop/Blog)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

In der Literatur

Schwach wachsend. Beginnt früh und reichlich zu tragen, braucht deshalb guten Boden und regelmäßige Verjüngung. Macht dünne Triebe. Die Sorte ist diploid. Wäre im Hausgarten auf mittelstarker Unterlage und bei guter Pflege einen Versuch wert. Für die Streuobstwiese aufgrund des schwachen Wuchses jedoch grenzwertig. Nutzung als Tafelapfel, weniger für die Verwertung. (Jens Meyer)

Weblinks