obstdoc / Doppelter Prinzenapfel
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Doppelter Prinzenapfel

Apfel · Malus domestica

Herkunft
Norddeutschland, wahrscheinlich Schleswig-Holstein
Wüchsigkeit
stark bis sehr stark
Gefährdung
gefährdet
Ernte
Anfang September – Mitte September (09A-09C)
Wikidata
Q1243377

Tafelobst Wirtschaftsobst

#Extremlagen#langlebig

Synonyme: Doppelnonne, Doppelter Hasenkopf, Doppelter Melonenapfel

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Doppelte Prinzenapfel bildet einen stark bis sehr stark wachsenden Baum; alte Exemplare gehören nach Angaben des Erhalternetzwerks Obstsortenvielfalt (Sortenporträt von Jens Meyer) zu den größten überhaupt auffindbaren Apfelbäumen, so dass beim Pflanzen unbedingt der große Platzbedarf zu berücksichtigen ist. Bemerkenswert ist die Regenerationsfähigkeit alter Bäume: Selbst abgebrochene Stämme bilden Sekundärkronen, aus denen wieder neue, langlebige Stämme hervorgehen können — ein Hinweis auf hohe Lebensdauer und Robustheit. Die Sorte gilt als wenig empfindlich; H.-J. Bannier (zitiert beim Bergischen Streuobstwiesenverein) beschreibt den Baum als sehr starkwüchsig und gesund, auf schweren Böden allerdings etwas krebsanfällig. Standortansprüche werden als gering und breit anbaufähig beschrieben, auch für Höhenlagen geeignet; die deutschsprachige Wikipedia (Artikel „Doppelter Melonenapfel") nennt eine Bevorzugung von Gebirgs- und Seeklima und beschreibt den Wuchs als in der Jugend schwach und erst später stärker werdend, mit dünnen, langen Trieben — das steht in einer gewissen Spannung zu den pomologischen Quellen, die durchweg starken Wuchs angeben. Die Sorte ist triploid, also selbst ein schlechter Pollenspender und auf zwei andere, gleichzeitig blühende Sorten in der Nachbarschaft angewiesen; konkrete Angaben zu Blütezeit, Befruchtersorten, Ertragsbeginn und Alternanz finden sich in den ausgewerteten Quellen nicht. Für Streuobst und Hochstamm wird die Sorte übereinstimmend als sehr gut geeignet bewertet.

Geschmacklich sind die Früchte vom Baum weg sehr saftig und säuerlich, werden aber schnell mehlig; Bannier bewertet den Geschmack mit 2–3 (bei 1 = sehr gut) und nennt die Früchte wohlschmeckend, aber meist zu groß und nur bei guter Belichtung gut ausgefärbt. Die Pflückreife liegt Mitte September (Bannier: etwa 7.–17. September); die Äpfel neigen in der Reife zum Fallen und sind nur kurz haltbar — Bannier gibt rund zwei Wochen Lagerdauer an, das Erhalternetzwerk räumt für Früchte von älteren Bäumen längstens eine Haltbarkeit bis Mitte Oktober ein. Entsprechend wird die Sorte vor allem als Wirtschaftsapfel eingestuft und ist in der Praxis häufig nur als Mostapfel zu verwerten; als Tafelapfel taugt sie nur frisch vom Baum. (Die in obstdoc hinterlegte Erntezeit 09E–11A liegt deutlich später als alle hier belegten Angaben und sollte geprüft werden.)

Die Frucht ist groß bis sehr groß, hochgebaut und walzenförmig, im Querschnitt kantig; die Stielgrube ist flach bis mitteltief, etwas wulstig mit einem meist in der Grube bleibenden Rostklecks, der Stiel kräftig und holzig und meist über die Grube hinausragend. Die Kelchgrube ist tief, eng bis mittelweit, mit Wülsten und mitunter Fleischperlen. Die Grundfarbe ist reif hellgelblich mit vielen meist kurzen roten Streifen und feiner roter Punktierung dazwischen; das Kernhaus ist weit offen, typisch stark gerissen und etwas ausgeblüht und enthält nur wenige gut ausgebildete Kerne. Als Herkunft gilt Norddeutschland (wahrscheinlich Schleswig-Holstein); der genetische Fingerabdruck hat die Abstammung vom Prinzenapfel bestätigt (Wikipedia nennt den Prinzenapfel als Mutter, den Vater unbekannt). Synonyme sind unter anderem Doppelter Melonenapfel, Doppelter Hasenkopf und Doppelnonne. Erstmals erwähnt wird die Sorte 1880 im Monatsblatt für Gartenbau in Schleswig-Holstein, 1881 mehrfach auf der Kieler Obstausstellung gezeigt und 1892 in den Pomologischen Monatsheften beschrieben; früher in Schleswig-Holstein häufig, kommt sie heute dort und vor allem in Nordwestmecklenburg noch vereinzelt in sehr alten Bäumen vor, durch den Anbau norddeutscher Sorten in Bergregionen auch im Allgäu und in der Schweiz. Weitere Literatur: Engelbrecht, Deutschlands Apfelsorten (1889, S. 71); Erfurter Führer im Obst- und Gartenbau 1903/04 (S. 305, Farbabbildung); Seelig, Übersicht der in Schleswig-Holstein angebauten Kernobstsorten (1883); Szalatnay u. a., Früchte, Beeren, Nüsse (2011); Aigner, Äpfel und Birnen (2013). Verwechslungsgefahr besteht mit dem Prinzenapfel (klein bis mittelgroß, dünner Stiel, gut ausgebildete Kerne) und dem Winterprinz (sehr ähnlich, aber düsterer und deutlich später reifend). Grundlage dieser Beschreibung sind das Sortenporträt von Jens Meyer (obstsortenerhalt.de) und die Kurzbeschreibung von H.-J. Bannier, ergänzt um Wikipedia.

Quellen: Doppelter Prinzenapfel · Doppelter Prinzenapfel – Bergischer Streuobstwiesenverein · Doppelter Melonenapfel – Wikipedia · Doppelter Prinzenapfel – BUND Lemgo Obstsortendatenbank (Sortenseite) · Doppelter Prinzenapfel – Farbtafel 'Nach der Arbeit' (PDF) · Doppelter Prinzenapfel – KOB Bavendorf · Apfel Doppelte Melone – Obstarche Reddelich · Der doppelte Prinzenapfel: Aussehen & Verwendung – Plantura (geringe Verlässlichkeit) · Doppelter Prinzenapfel – Herzapfelhof im Alten Land (geringe Verlässlichkeit) · Herbstapfel 'Doppelter Prinzenapfel' – Baumschule Horstmann (geringe Verlässlichkeit) · Doppelter Melonenapfel (syn. Doppelter Prinzenapfel) – Südflora (geringe Verlässlichkeit) · Apfelbaum Doppelter Prinzenapfel – biobaumversand.de (geringe Verlässlichkeit)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-07-28). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

#langlebig #Extremlagen

Davon hatten wir einige in Radevormwald.

Eigene Beobachtungen

Hat ein Hang zu waagerechten Ästen.

In der Literatur

Wohlschmeckende, aber meiste zu große (und nur bei guter Belichtung gut ausgefärbte) Früchte, die in der Reife leicht fallen und nur von kurzer Haltbarkeit sind (daher oft nur als Mostapfel nutzbar). Der Baum wächst stark und wird sehr alt und groß. Alte auseinander gebrochene Bäume haben eine erstaunliche Regenerationskraft, allerdings auf schweren Böden etw. krebsanfällig.

Die Früchte reifen nacheinander und sind nicht lange lager- fähig aber sehr gut in der Küche für Mus und Kuchen geeignet.

Weblinks

Auch bei: Bergischer Streuobstwiesenverein · Wikipedia (de)

Dokumentierte Bäume (treedoc) 1

Baumtreedoc-IDBongertPositionPflanzjahrKarte
066 yuBF3ka Streuobstplantage Spechtsberg K04 2024 Karte

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