Birne · Pyrus communis Archiv d3rverhr1g ↗ Verlauf
Die 1841 von van Mons in Belgien gezüchtete Hofratsbirne ist ein frostharter Baum, dessen Holz auch in strengen Wintern kaum Schaden nimmt und dessen Früchte auffallend gesund bleiben – Pilzbefall tritt so gut wie nie auf. Die Blüte reagiert allerdings empfindlich auf Nässe und Kälte und ist durch Spätfröste gefährdet; zudem neigt der Baum zu Fruchtfall bei Wind. Geerntet wird Mitte September, genussreif sind die Birnen von Mitte Oktober bis Mitte November. In der Baumschule eignet sich die Sorte als Stammbildner und wird gelegentlich als Unterlage verwendet.
Tafelobst Wirtschaftsobst Dörrobst
#gesund#stammbildner#unterlage
Synonyme: Baud de la Cour, Beau de la Cour, Bo de la Cour, Clara Pringalle, Conseiller de la Cour, Dillen d'Automne, Duc d'Orléans, Große-Marie, Hofratsbirn, Maréchal Decours, Maréchal de Cour, Maréchal de la Cour, Poire de Conseiller
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Die Hofratsbirne wächst in der Jugend stark bis sehr stark und bildet schon in der Baumschule schöne Stämme; später entsteht eine hochstrebende, schlanke Krone mit hängenden Fruchtästen, während ein Porträt den fertigen Baum als mittelstark wachsend mit hochkugeliger Krone schildert. Da die Sorte sich gut verzweigt, lässt sie sich zu großen Form- und Mauerspalieren erziehen; sie eignet sich für Halb- und Hochstamm sowie die Streuobstwiese und gedeiht auf Sämling wie auf Quitte gleich gut – ihre Quitte-Verträglichkeit ist so gut, dass man sie früher auch als Zwischenveredlung für Birnsorten verwendete, die auf der Quitte nicht wachsen. Das Holz gilt als frosthart, das Laub als sehr gesund; während ältere Beschreibungen die Sorte als frei von Pilzbefall schildern, weisen aktuelle Anbauangaben auf eine Schorfanfälligkeit hin und empfehlen lufttrockene, freistehende Standorte. Die lang andauernde Blüte setzt je nach Quelle früh bis mittelspät ein und ist empfindlich gegen Nässe und Kälte; selbst nach Spätfrösten oder schlechter Befruchtung bilden sich reichlich Jungfernfrüchte. Die Sorte ist ein schlechter Pollenbildner und braucht zwei geeignete Befruchtungspartner, etwa Boscs Flaschenbirne, Clapps Liebling, Gute Luise, Gräfin von Paris, Köstliche aus Charneu oder Williams Christ. An Boden und Klima stellt sie nur bescheidene Ansprüche: keine besonderen Wärmeansprüche, Anbau bis in Mittelgebirgslagen um 350 m (nach Arche Noah bis 500 m) auf standortgerechten Böden mit ausreichend Nährstoffen und Feuchtigkeit. Der Ertrag ist hoch und regelmäßig; zum Beginn widersprechen sich die Quellen – aktuelle Angaben nennen das 4. bis 5. Standjahr, historische Beschreibungen ein mittelspätes bis spätes Einsetzen der Fruchtbarkeit. Die Früchte hängen bis zur Baumreife sehr windfest.
Geschmacklich bringt die saftige Frucht wenig Süße, dafür eine deutliche Weinsäure und kein besonderes Aroma; das halb- bis vollschmelzende Fleisch gilt für heutigen Geschmack als Tafelbirne vielen als zu säuerlich, in guten Lagen wurde sie dennoch als von Kennern geschätzte, gut bezahlte Tafelfrucht gehandelt. Als Wirtschaftssorte der Streuobstwiese dient sie vor allem der Verwertung: hartreif geerntet ergibt sie guten Saft, daneben ist sie eine gute Dörrfrucht und eignet sich für Kompott. Geerntet werden muss Mitte bis Ende September im hartreifen Zustand, was Fruchtqualität und Saftigkeit verbessert; bleibt die Frucht länger am Baum, wird das Fleisch rübenartig. Die Genussreife reicht von Oktober bis Mitte November, im Naturlager halten die Früchte ein bis zwei Monate (eine Quelle nennt drei bis vier Wochen). Um die Wende zum 20. Jahrhundert war die Hofratsbirne eine sehr gesuchte Marktfrucht, wurde dann aber durch besser gefärbte Sorten verdrängt.
Die Frucht ist groß bis mittelgroß, kreisel- bis birnförmig, meist schief und ungleichmäßig gebaut. Die Schale hellt von hellgrün nach trüb-gelblichgrün auf und bleibt praktisch einfarbig, höchstens mit einem Hauch Deckfarbe; kennzeichnend ist die fleckig-dichte Berostung mit einer großen braunen Rostkappe, die vom Stiel bis in die Frucht läuft, dazu Rostfiguren und deutlich umhöfte Punkte. Der mittellange, holzige, gebogene Stiel wird durch einen Fleischwulst zur Seite gedrückt; der Kelch steht offen bis halboffen, mit kurzen, hornartigen Blättern. Im weißen, sehr saftigen Fruchtfleisch liegt ein hohlachsiges Kernhaus mit meist schlecht ausgebildeten, verkümmerten Kernen – zusammen mit der Rostkappe und dem säuerlichen Fleisch ist die Sorte nach Aussage des Erhalternetzwerks kaum mit anderen zu verwechseln. Van Mons zog sie in Löwen (Belgien) aus Samen, benannte sie „Conseiller de la Cour“ nach seinem Sohn, der Hofgerichtsrat war, und erntete 1840/41 die ersten Früchte; die deutsche Erstbeschreibung stammt von Jahn im Illustrierten Handbuch der Obstkunde (Nr. 227). Das Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt stuft die Sorte als stark gefährdet ein; sie steht vereinzelt noch überall in Deutschland im extensiven Bereich, ist in Sammlungen verbreitet und wurde früher auch zur Straßenbepflanzung verwendet. Die Darstellung beruht auf den Porträts von Jan Bade (Bergischer Streuobstwiesenverein und Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt), dem Arche-Noah-Beschreibungsblatt im Austria-Forum sowie den historischen Tafeln „Nach der Arbeit“ (1935–1956) und „Unsere besten Deutschen Obstsorten“ (um 1930).
Quellen: Hofratsbirne – Bergischer Streuobstwiesenverein e.V. · Hofratsbirne – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (Pomologen-Verein) · Hofratsbirne – Heimatlexikon, Austria-Forum · Hofratsbirne – 1000 Obstbäume für die Frankenalb · Hofratsbirne – Beschreibung aus der Gartenzeitschrift „Nach der Arbeit“, Tafel 229 (1935–1956) · Hofratsbirne – Beschreibung aus „Unsere besten Deutschen Obstsorten“, Tafel 18 (ca. 1930)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-09-01). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
#gesund #stammbildner #unterlage
Tafelfrucht, die von Kennern begehrt und gut bezahlt wird und frei von Pilzbefall bleibt. Eigenschaften des Baumes. Dieser wächst in der Jugend sehr stark und bildet in der Baumschule sehr schöne Stämme, später hochstrebende Kronen. Er gedeiht auf Wildling und Quitte gleich gut, eignet sich für Halb- und Hochstamm und besonders auch für Mauerspaliere. Stellt an die Bodenverhältnisse und an das Klima nur bescheidene Ansprüche und seine Früchte sind besonders sturmfest. Das Laub ist gegen Feinde und Krankheiten außerordentlich widerstandsfähig. Schnitt der Leitäste und des Fruchtholzes lang. Gute Eigenschaften. muss hervorgehoben werden. Die Widerstandsfähigkeit der Früchte in stürmischen Lagen Schlechte Eigenschaften. Fruchtbarkeit beginnt etwas spät. Die Blüte ist gegen Nässe und Kälte empfindlich. Di
Sturmfest
Auch bei: Bergischer Streuobstwiesenverein
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