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Baronsbirne

Birne · Pyrus communis Archiv ejp6th75x0 ↗ Verlauf

Herkunft
Groningen, Holland
Seit
1760
Wüchsigkeit
mittel bis stark
Wuchsform
zerstreut
Ernte
Mitte Oktober (10C-10C)
Blüte
spät
Genussreife
Anfang Dezember – Ende Februar (12A-02E)
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Tafelobst Wirtschaftsobst

#stammbildner

Synonyme: Baronspeer, Winter Baron Peer

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Dokumentierte Bäume (treedoc) 0

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Baum wächst mittelstark bis stark, erschöpft sich aber etwas durch den hohen Ertrag, der sich zumindest jedes zweite Jahr einstellt – die Sorte neigt damit zur Alternanz. Auf den Rückschnitt reagiert sie verzweigungswillig; nach der historischen Beschreibung bildet sie eine etwas zerstreute Krone und gilt als ungemein fruchtbar. Die Gesundheit wird mehrfach hervorgehoben: Im 19. Jahrhundert zeigte sich der Baum als stets gesund, und auch heute lobt das Erhalternetzwerk die gute Baum- und Fruchtgesundheit. Das leicht bewollte Laub kommt offenbar besser als bei anderen Sorten mit starker Sonneneinstrahlung klar. Für Spätfrostlagen vorteilhaft ist die spät erscheinende Blüte mit acht einzelnen Blüten je Knospe.

Pflückreif ist die Frucht Mitte Oktober; lagerfähig ist sie nach Ottolander von Januar bis März, heute eher von Dezember bis Februar. Das weißliche Fruchtfleisch ist fest, süßlich, grobzellig und besitzt eine leichte Gerbsäure, die aber nicht wirklich stört. Historisch wurde die Baronsbirne als Wirtschaftsfrucht mit sehr langer Lagerfähigkeit im Naturlager genutzt; nach Diel galt sie zugleich als besonders geschätzte Kochbirne – gekocht soll sie rot werden und gut schmecken, doch auch roh sei sie angenehm. Hat sich die geringe Gerbsäure im Lager abgebaut, taugt die Frucht durchaus auch als Tafelbirne, bleibt dabei allerdings „bissig".

Die Frucht ist mittelgroß bis groß, klobig, kegel- bis birnenförmig, kann ein- bis beidseitig eingeschnürt sein, ist kelchbauchig und im Querschnitt kantig und etwas beulig. Die Schale hellt von grün nach weißlichgrün auf; die Deckfarbe besteht fast nur aus sehr dicht stehenden, rot umhöften Lentizellen und kann bis zu einem Drittel der Frucht überdecken, daneben sind vereinzelte Rostflecken normal. Der Stiel ist bis 4 cm lang, braun, am Ansatz teils grün bleibend und oft schräg zur Mittelachse gestellt; die flache, fast ebene Kelchgrube trägt einen hellbraunen feinschuppigen Rostring, der hornig verkümmerte Kelch steht weit offen über den Grubenrand hinaus. Als Verwechsler wird Clapps Liebling genannt, dessen Reifezeit und Stiel aber deutlich anders sind. Die Sorte stammt nach Diel aus Groningen in Holland und war schon Knoop bekannt, dürfte also vor 1760 entstanden sein (Synonym nach Knoop: „Winter Baron Peer"). Diel beschrieb sie 1819, es folgten das Illustrirte Handbuch der Obstkunde (Nr. 256), Lauche (1882) und Deutschlands Obstsorten; Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie unter anderem von der Königlichen Landwirtschaftsgesellschaft für die Provinz Hannover (1898) und vom Obstbauverein Eisleben (1897) zum allgemeinen Anbau empfohlen. Heute gilt die Sorte als stark gefährdet; erste gesicherte Funde aus Norddeutschland, dem Harz und der Schweiz zeigen, dass sie noch in Altbeständen vorkommt, während sie in Baumschulen nicht mehr gehandelt wird. Edelreiser stellt das Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt bereit. Die Darstellung beruht auf dem Sortenporträt des Erhalternetzwerks Obstsortenvielfalt (Jan Bade, 2025) sowie dem Illustrirten Handbuch der Obstkunde, Nr. 256.

Quellen: Baronsbirne · Baronsbirne (BUND-Lemgo Obstsortendatenbank) · Illustrirtes Handbuch der Obstkunde, Bd. 2, Nr. 256: Baronsbirne (Volltext-Scan) · Königliche Landwirtschaftsgesellschaft: Verzeichnis der Obstsorten für die Provinz Hannover (Hannover 1898) · Parisius: Leitfaden für den Betrieb des praktischen Obstbaues (Hildesheim 1889) · Obstbauverein Eisleben: Verzeichnis der Apfel- und Birnensorten (Eisleben 1897)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

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