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Pastorenbirne

Birne · Pyrus communis

Herkunft
Villiers-en-Brenne, Frankreich
Wüchsigkeit
stark
Ernte
sehr spät
Wikidata
Q3007870

Wirtschaftsobst

#Triploid#schorfanfällig#starkwüchsig

Synonyme: Flaschenbirne, Zapfenbirne

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Die Pastorenbirne bildet einen starkwüchsigen Baum, der zu langem, „schleuderndem" Trieb neigt und daher einen konsequenten Erziehungs- und Erhaltungsschnitt braucht; wegen des starken Wuchses ist sie für Streuobst und Hochstamm gut geeignet, wird aber auch im Garten und am Spalier gezogen und findet sich noch häufig als Straßenbaum. Die Sorte ist triploid und damit ein schlechter Pollenspender, sie braucht also geeignete Befruchtersorten in der Nähe; die Blüte liegt mittelfrüh, mit etwa sieben bis acht Einzelblüten je Blütenstand, und hält länger an. Sie gilt als wenig frostempfindlich und im Ganzen robust und breit anbaufähig; zur Schorfanfälligkeit gehen die Angaben auseinander: das Erhalternetzwerk des Pomologen-Vereins nennt sie wenig anfällig für Blattschorf, aber mittelanfällig für Frucht- und Triebschorf und rät von Schorflagen ab, während der Bergische Streuobstwiesenverein sie als relativ schorf- und besonders triebschorfanfällig einstuft, wodurch in ungünstigen Lagen kaum gesunde Früchte zu ernten seien; gelegentlich tritt Spitzendürre (Absterben der Triebspitzen) auf, und die Blätter werden als schorfempfindlich beschrieben. Standortseitig bevorzugt sie warme, ausreichend feuchte Böden in tieferen Lagen und hat erhöhte Wärmeansprüche – an vielen deutschen Standorten reift sie nicht wirklich aus. Der Ertrag setzt mittelfrüh ein und ist danach sehr hoch; die Sorte wird als Massenträger bezeichnet. Geerntet wird kurz vor der Baumreife (Pflückreife Anfang bis Ende Oktober), bis dahin hängen die Früchte windfest, baumreif fallen sie dagegen stark.

Geschmacklich ist die Pastorenbirne bescheiden: das Fleisch ist süß mit merklicher Säure, grobkörnig bis halbschmelzend und kaum aromatisch; an guten Standorten und in warmen Jahren wird sie saftig, halbschmelzend, schwach süß mit feiner, aber kräftiger Säure und zeigt ein schwaches, sortentypisches Aroma. Tafelbirnenqualität erreicht sie nur in warmen Lagen bzw. Jahren; überwiegend ist sie eine Wirtschafts- und Verwertungsbirne – für Saft (hartreif gepresst, dank längerer Haltbarkeit gut pressbar), Kompott, Einkochen und Dörrobst. Die Genussreife liegt je nach Quelle im November/Dezember bis Februar; im Naturlager hält sie drei bis vier Monate, wobei Kellerlagerung besser geeignet ist als Kühllagerung. Schon Oberdieck urteilte, die Sorte sei nur zweite Wahl.

Die Frucht ist groß und flaschenförmig, im Querschnitt etwas unregelmäßig kantig und beulig, sie steht nicht; zum Stiel ist sie zugespitzt, der gebogene, 30–40 mm lange und 3 mm dicke Stiel geht mit einem typischen Fleischringel in die Frucht über und wird von einem Fleischwulst zur Seite gedrückt. Die Kelchgrube ist mitteltief und beulig, der Kelch offen mit sternförmig aufliegenden, am Grund verwachsenen Blättern; die Grundfarbe ist gelblichgrün, gelegentlich mit schwacher trübrotbrauner Deckfarbe, Berostung meist in der Kelchgrube, der oft erwähnte Roststrich von Stiel zu Kelch kommt vor, ist aber selten; die Kerne sind meist Kümmerkerne. Als Verwechsler gilt „Gräfin von Paris" (kürzere Frucht, kürzerer Stiel mit hellen Lentizellen). Die Sorte wurde nach dem Erhalternetzwerk um 1860 (nach anderen Werken schon um 1820) von einem Pfarrer Leroy bei Villiers-en-Brenne in Frankreich als Wildfund vermehrt – daher franz. „Poire du Curé"; sie verbreitete sich rasch, Oberdieck berichtete 1852 erstmals darüber und prägte die Eindeutschung „Pastorenbirne". Synonyme sind u. a. Curé, Monsieur le Curé, Vicar of Winkfield, Belle Adrienne, Herrenbirne und Paternoster; die in obstdoc geführten Namen „Flaschenbirne" und „Zapfenbirne" sind in den geprüften Quellen nicht belegt (mit „Boscs Flaschenbirne", „Van Marums Flaschenbirne" und der „Flaschenbirne aus Tirlemont" bestehen zudem eigenständige, anders benannte Sorten). Literatur zur Sorte u. a. Oberdieck 1852, Leroy, Dictionnaire de Pomologie 1867, Illustriertes Handbuch der Obstkunde Nr. 240, Deutschlands Obstsorten, Petzold, Birnensorten 1982, Silbereisen/Götz/Hartmann, Obstsorten-Atlas 1996. Grundlage dieser Darstellung sind die Sortenporträts von Jens Meyer (Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt / Pomologen-Verein) und Jan Bade (Bergischer Streuobstwiesenverein) sowie ergänzend Wikipedia und die Quellenübersicht des BUND Lemgo.

Quellen: Pastorenbirne – Bergischer Streuobstwiesenverein e.V. · Pastorenbirne · Pastorenbirne – Obstsortendatenbank (BUND Lemgo) · Pastorenbirne – Wikipedia · Pastorenbirne · Vicar of Winkfield – Wikidata (Q3007870) · 11. Pastorenbirne · Birnen – Oberlausitz-Stiftung · Birnbaum Pastorenbirne – Biobaumversand (geringe Verlässlichkeit) · Winterbirne 'Pastorenbirne' – Native Plants (geringe Verlässlichkeit) · Winterbirne 'Pastorenbirne' – Baumschule Horstmann (geringe Verlässlichkeit)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-07-29). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Großkronige Bäume. Anfällig für Schorf.

#starkwüchsig #Triploid #schorfanfällig

In der Literatur

Vorteile: lange haltbar, zuverlässiger Ertrag Nachteile: sehr wenig Geschmack Beschreibung: Unser Pastorenbirnenbaum ist ein Spalier an der Stallwand, der schon im jungen Alter reichlich Ertrag bringt. Der Baum ist gesund und die Birnen spätreifend und haltbar. Allerdings lässt der Geschmack der Sorte leider sehr zu wünschen übrig, sodass die Sorte nur für die Verarbeitung empfohlen werden kann. Die Birnen sind auch in der Vollreife noch fest, sodass sie möglicherweise gut zum Einmachen geeignet sind. (Laura Gisler)

Weblinks

Auch bei: Bergischer Streuobstwiesenverein · Essbarer Naturpark — Sortenporträts · Wikipedia (de)

Dokumentierte Bäume (treedoc) 1

Baumtreedoc-IDBongertPositionPflanzjahrKarte
471 byQrI5O Streuobstplantage Rommelshard B06 2025 Karte

Weitere OSM-Bäume 3

OSM-KnotenCultivar-TagArtKoordinaten
10858736693 Pastorenbirne Pyrus communis 51.14831, 10.01244
3319970093 Pastorenbirne Pyrus communis 49.06741, 8.48051
4299026037 Pastorenbirne 49.13714, 8.61000

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