Apfel · Malus domestica Archiv ey2nv5sx8w ↗ Verlauf
Wirtschaftsobst Mostobst
Synonyme: Schöner aus Linnich
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Der Linnicher Bohnapfel ist starkwüchsig und bildet kugelige, außen etwas überhängende Kronen. Die Sorte gilt insgesamt als robust: Gegen Schorf und Mehltau ist sie kaum anfällig, lediglich auf schweren Böden kann etwas Krebsbefall auftreten. Die Blüte erscheint im Frühjahr spät; wegen dieser späten Blüte ist sie wohl nicht als Befruchter für andere Apfelsorten geeignet. Das Laub ist eher klein. Der Ertrag alterniert und fällt in der Regel jedes zweite Jahr hoch aus. Als Wirtschafts- und Mostapfelsorte von lokaler Bedeutung für den Kreis Heinsberg kommt die Sorte vor allem für die Streuobstwiese in Betracht; für Haus- und Kleingärten werden heute eher aromatischere Sorten bevorzugt, während sie nach Auffassung der Biologischen Stationen im Rheinland gerade auf den Obstwiesen der Kreise Düren und Heinsberg wieder vermehrt angepflanzt werden sollte.
Das ziemlich weiße Fruchtfleisch ist etwas grobzellig, fest und mäßig saftig, im Geschmack süßsäuerlich ohne besonderes Aroma; bei der Lagerung werden die Früchte später bald mürbe. Die Pflückreife liegt etwa Ende September bis Anfang Oktober, gelagert lassen sich die Früchte bis etwa Ende Dezember/Anfang Januar. Verwendet wird die Sorte vor allem als Wirtschaftsapfel für die Küche, etwa für Kompott oder eingekochte Apfelstücke, daneben als Mostapfel lokaler Bedeutung. Früher war sie als sogenannter „Beerdigungsapfel“ geschätzt: Aus den getrockneten Apfelstücken ließ sich ein fast schwarzes Apfelmus herstellen, das als Belag eines besonderen Rheinischen Apfelkuchens („Schwazze Flaa“) diente.
Die Frucht ist mittelgroß bis groß, hochrund bis etwas walzenförmig, teils etwas schief, im Querschnitt relativ rund; die Form ähnelt dem Rheinischen Krummstiel und dem Rheinischen Bohnapfel. Die weißlich-grüne Grundfarbe hellt nach der Ernte zu Weißlich-Gelb auf, die Deckfarbe ist teils kräftig rot und verwaschen streifig auf weiten Teilen der Frucht. Die Frucht ist fest, die Schale glatt und glänzend, die Schalenpunkte klein, berostet und auf der Schale fühlbar. Der Kelch ist klein und geschlossen oder halboffen, der Stiel kurz bis sehr kurz und dünn, sitzt in fein hellbraun berosteter Stielgrube und wird öfters von einem typischen Fleischwulst schief gedrückt. Die genaue Herkunft ist unbekannt; die Sorte dürfte in der Stadt Linnich (Kreis Düren) entstanden sein und wurde dort regional verbreitet. In den 1940er Jahren wurde sie in rheinischen Sortenlisten geführt (u. a. bei Gross 191940 für Frischmarkt und Industrie), zeitweise auch unter dem Namen „Schöner aus Linnich“. Bis in die 1950er Jahre boten die Baumschulen Morjan und Plum im Kreis Heinsberg Bäume an; heute ist die Sorte noch gelegentlich in den nördlichen Teilen des Kreises Heinsberg anzutreffen, vor allem in den Streuobstbeständen um Wassenberg, Heinsberg und Waldfeucht, und gilt als stark gefährdete Regionalsorte. Zu verwechseln ist sie insbesondere mit dem Rheinischen Bohnapfel (einer eigenen, älteren Sorte), dem Rheinischen Krummstiel und dem Mautapfel. Die Beschreibung beruht auf dem Sortenportrait von Hans-Joachim Bannier im Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt sowie auf dem Sortenflyer des LVR-Netzwerks Umwelt mit den Biologischen Stationen im Rheinland.
Quellen: Linnicher Bohnapfel – Sortenportrait im Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt · Linnicher Bohnapfel – Sortenflyer "Regionale Obstsorten im Rheinland" (LVR-Netzwerk Umwelt mit den Biologischen Stationen im Rheinland)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-24). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.