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Erbachhofer Weinapfel

Apfel · Malus domestica Archiv gn8g8nme38 ↗ Verlauf

Der Erbachhofer Weinapfel stammt vom Erbachhof bei Waiblingen in Baden-Württemberg und wurde 2017 vom Verband der Germanischen Baumschulen als Streuobstsorte des Jahres ausgezeichnet. Er gilt als guter säuerlicher Mostapfel und zugleich als verlässlicher Pollenspender für andere Apfelsorten. Die Früchte bleiben klein; geerntet wird Anfang Oktober. An den Standort stellt er keine hohen Ansprüche und gedeiht auch auf schwächeren Böden sowie in mittleren Höhenlagen, sofern dieser ausreichend warm ist. Gegenüber Mehltau ist er leicht anfällig.

Herkunft
Erbachhof bei Waiblingen (Baden-Württemberg)
Seit
1880
Wüchsigkeit
stark
Wuchsform
hochkugelig
Gefährdung
in Baumschulen erhältlich
Ernte
Anfang Oktober (10A-10A)
Blüte
mittelfrüh
Genussreife
Anfang Oktober – Ende Dezember (10A-12E)
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Mostobst

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Erbachhofer Weinapfel wächst in der Jugend stark und bildet steil aufrechte Seitenäste. Die Bäume kommen früh in den Ertrag und tragen reich; unter dem Fruchtbehang neigen sich die Äste nach unten, sodass sich auf den Astoberseiten erneut Triebe bilden. Für stabile, kompakte Kronen ist daher in den ersten Jahren ein regelmäßiger Erziehungsschnitt erforderlich; die mittelgroße, hochkugelige Krone sollte auch später regelmäßig ausgelichtet bzw. zurückgeschnitten werden, um Kleinfrüchtigkeit und Astbruch zu vermeiden. Gegenüber Schorf und Obstbaumkrebs ist die Sorte relativ robust, lediglich leicht anfällig für Mehltau; in Triebinfektionsversuchen eines Interreg-Projekts zum Feuerbrand erwies sie sich als gering bis sehr gering anfällig. Sie ist bezüglich Boden und Standort breit anbaubar, stellt geringe Ansprüche und gedeiht auch auf ärgeren Böden, sofern die Lage ausreichend warm ist; nur stark tonige Böden sollten gemieden werden, mittlere Höhenlagen sind möglich. Die Blüte erscheint mittelfrüh und ist relativ robust gegen Witterungseinflüsse; die Sorte gilt als guter Pollenspender. Nach dem Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee neigt sie ohne Ertragsregulierung zur Alternanz. Der Erbachhofer ist eine klassische Streuobstsorte und wird als Hochstamm angeboten; zeitweise wurde er sogar als Spezialmostapfel für den Plantagenanbau empfohlen.

Die Früchte sind deutlich säuerlich und nur gering aromatisch, sodass sie als Tafelobst ungeeignet sind; die harte, beim Verzehr störende Schale verstärkt dies. Der Erbachhofer Weinapfel ist ein reiner Wirtschafts- und Mostapfel für die Herstellung von Most, Saft, Viez (Apfelwein) und Brand; sein mittleres Mostgewicht liegt bei etwa 58 °Oechsle. Die Pflückreife fällt je nach Quelle auf Mitte/Ende September bis Anfang Oktober; die Früchte sollten zügig verarbeitet werden, weil ihr Saftgehalt schnell nachlässt. Auf dem Lager halten sie bis etwa Dezember, nach einzelnen Angaben auch bis Januar/Februar; die mittelfesten Früchte sind gut transportfähig.

Die Frucht ist klein, hochgebaut und typisch spitzkegelig, zum Kelch zugespitzt, teils glockenförmig und zum Kelch hin oft schief. Die Grundfarbe ist zur Pflückreife oliv- bis gelbgrün, die Deckfarbe dunkel- bis blutrot, verwaschen-streifig bis flächig; baumfrisch ist die Frucht schwach bläulich bereift. Das grünlichweiße Fleisch ist fest, etwas grobzellig und säuerlich, gelagert mäßig saftig. Der Kelch ist halboffen bis geschlossen mit stark grau befilzten Kelchblättchen, der Stiel kurz bis mittellang und dünn. Die Sorte entstand vor 1880 in Erbachhof bei Waiblingen (Baden-Württemberg) und wurde ab 1925 von der Baumschule Fey in Meckenheim als Ersatz für den schorfanfälligen Roten Trierer Weinapfel vertrieben — daher auch das Synonym „Verbesserter Trierer“. Über Feys Filialen in Merzig und Wittlich fand sie weite Verbreitung im Saar-Mosel-Raum; dort wie im Raum Stuttgart steht sie noch heute im Streuobst, gelegentlich auch in Luxemburg, Belgien und Frankreich. Die in der Literatur lange kolportierte Herkunft aus dem Sauerland ist nach Untersuchungen von H.-J. Bannier (2021/2025) falsch. Der Verband der Gartenbauvereine Saarland/Rheinland-Pfalz widmete ihr die Streuobstsorte des Jahres 2017; im Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt gilt sie als gefährdet. Die Beschreibung beruht vor allem auf Banniers Sortenporträt im Erhalternetzwerk, ergänzt durch Angaben der LWG Bayern und des Kompetenzzentrums Obstbau-Bodensee.

Quellen: Erbachhofer Weinapfel – Sortenporträt von H.-J. Bannier, Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt · Erbachhofer Weinapfel – Wikipedia · Feuerbrandtolerante Apfel- und Birnensorten – LWG Bayern · Sortenschilder 2025: Apfel (PDF) – LWG Bayern · Erbachhofer Weinapfel – Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee (KOB Bavendorf) · „Erbachhofer Mostapfel“ ist Streuobstsorte des Jahres 2017 – LW HEUTE (vgb) · Erbachhofer Weinapfel – Obstsortendatenbank (BUND-Lemgo) · Apfelbaum Erbachhofer Weinapfel – biobaumversand.de · Erbachhofer Weinapfel (wurzelnackt) – Arboterra · Apfelwein sortenrein Erbachhofer Weinapfel – Kelterei Meyer · Erbachhofer Weinapfel Apfelschnaps – Destillerie Brunner

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

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In der Literatur

Guter säuerlicher Mostapfel, kleinfrüchtig, schorfunempfindlich, Erträge regelmäßig und hoch. Streuobstsorte 2017 (VdGBV Saar-RLP).

Weblinks