Birne · Pyrus communis
Tafelobst Wirtschaftsobst Dörrobst Brennobst
#inZukunftNichtMehrPflanzen
Synonyme: Beurré d'Avranches, Bonne Louise d'Avranches, Bonne de Longueval, Französische Rousselet, Gute Luise von Avranches, Louise-Bonne de Jersey, Prinz von Württemberg, William IV
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Der Baum wächst nach Jan Bade (Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt) stark und aufrecht und bildet schlanke Kronen; der Bergische Streuobstwiesenverein beschreibt den Wuchs als anfänglich mittelstark bis stark, der mit Beginn der hohen Erträge deutlich nachlässt – ein für die Sorte typischer Übergang zu schwachem Wachstum, der Pflege und Verjüngungsschnitt nötig macht. Bestimmendes Problem der Sorte ist ihre hochgradige Schorfempfindlichkeit (Frucht- und Triebschorf): Früchte an schlecht durchlüfteten Bäumen sind oft bis zur Unkenntlichkeit gefleckt oder aufgerissen, Schattenfrüchte zeigen regelmäßig starken Befall; ansonsten gilt die Sorte als unempfindlich (Angaben zu Feuerbrand, Krebs oder Mehltau finden sich in den ausgewerteten Quellen nicht). Deshalb sind nur windoffene, freistehende, lufttrockene Lagen geeignet; Jan Bade rät für den privaten und den Streuobstanbau, wo nicht gespritzt wird, trotz des guten Geschmacks eher vom Anbau ab. Die Sorte verlangt nährstoffreiche, ausreichend feuchte und warme Böden, ist für stark kalkhaltige Böden ungeeignet und hat erhöhte Wärmeansprüche; empfohlen wird der Anbau bis in mittlere Höhenlagen, etwa 350 m (Mittelgebirgslagen). Der Ertrag setzt früh ein, bereits ab dem 4. bis 5. Standjahr, und wechselt später zwischen sehr hohen und mittelhohen Erträgen. Die Blüte wird als mittelfrüh (Bade) bzw. mittelfrüh bis mittelspät (BSOWV) angegeben, mit acht Blüten je Blütenstand – die im Datenbestand vermerkte „späte" Blüte ist damit nicht belegt; zu Befruchtersorten, Selbstfruchtbarkeit und Lebensdauer machen die ausgewerteten Fachquellen keine Angaben. Als Anbauformen werden Garten, Spalier und Streuobstwiese genannt.
Geschmacklich zählt die Gute Luise zu den besten Herbsttafelbirnen: das Fleisch ist vollschmelzend, sehr saftig, würzig und harmonisch süßsäuerlich mit etwas Säure, sortentypisch hocharomatisch. Verwendet wird sie vor allem als Tafelbirne, daneben als vorzügliches Dörrobst und hartreif zur Saftgewinnung. Geerntet wird hartreif kurz vor der Baumreife, da die Früchte bis dahin windfest sind; die Baumreife liegt Anfang September bis Anfang Oktober, Bade nennt die Pflückreife ab Mitte September. Die Genussreife reicht von Ende September bis Ende Oktober (Bade: Ende September bis Anfang Oktober), die Haltbarkeit im Naturlager beträgt ein bis zwei Monate.
Die Frucht ist kegel- bis birnenförmig, meist schlank, gelegentlich etwas gedrungen, oft einseitig am Stiel stärker eingezogen; der kräftige, bis 35 mm lange knospige Stiel ist hellbraun und wird durch einen Fleischwulst meist etwas zur Seite gedrängt, wodurch eine kleine einseitige Stielgrube entsteht. Kelchseits ist die Frucht gerundet und kaum abgeplattet, der Kelch meist halboffen mit hornartig am Grund verwachsenen Blättern. Die Schale ist glatt und leicht glänzend, die Grundfarbe grünlichgelb, die Deckfarbe ziegelrot verwaschen bis zur Hälfte; bei besonnten Früchten fallen die Lentizellen als „Forellenpunkte" auf. Als Verwechslersorte gilt die Köstliche aus Charneu, die jedoch keine Forellenpunkte und nie so kräftig rote Deckfarbe zeigt. Herkunft: Die Sorte wurde von einem Herrn Longueval in seiner Baumschule in Avranches (Normandie) aus Samen gezogen und trug um 1780 die ersten Früchte; der Originalname lautet Bonne de Longueval, der geläufige Name geht auf den Vorschlag des Abbé Le Berriays zurück, die Sorte nach der Frau des Züchters („Bonne Louise") zu benennen – daher Bonne Louise d'Avranches. Ab etwa 1840 verbreitete sie sich in Deutschland und wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts zur Standardsorte; sie findet sich regelmäßig im Streuobst und ist in den meisten Baumschulen erhältlich, im Erwerbsanbau spielt sie seit den 1960er Jahren kaum noch eine Rolle. Weitere Synonyme sind u. a. Louise Bonne de Jersey, Beurré d'Avranches, Gute Luise von Avranches, Prinz von Württemberg und William IV. Literatur: Willermoz, Pomologie de la France (1863, Bd. 1 Taf. 21); Jahn/Lucas/Oberdieck, Illustrirtes Handbuch der Obstkunde Bd. 5 Nr. 383 (1866); Lauche, Deutsche Pomologie, Birnen Nr. 26 (1882); Müller/Bißmann u. a., Deutschlands Obstsorten (Lfg. 2 Nr. 14); Petzold, Birnensorten (1982), S. 114. — Die Beschreibung beruht auf dem Sortenporträt von Jan Bade (obstsortenerhalt.de) und dem Sortenblatt des Bergischen Streuobstwiesenvereins (Jan Bade / Rolf Meyer) sowie den Synonym- und Literaturangaben der BUND-Lemgo-Obstsortendatenbank.
Quellen: Gute Luise – Bergischer Streuobstwiesenverein e.V. · Gute Luise · Gute Luise – BUND-Lemgo Obstsortendatenbank · Gute Luise – Wikipedia · Gute Luise: Erntezeit & Geschmack der Birne – Plantura (geringe Verlässlichkeit) · Birne 'Gute Luise' – native-plants.de (geringe Verlässlichkeit) · Birnbaum Gute Luise von Avranches – biobaumversand.de (geringe Verlässlichkeit)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-07-28). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Gering bis mittelstark anfällig gegen Gitterrost.
Ertrag früh beginnend. #inZukunftNichtMehrPflanzen sagt Jan Bade.
1778 in Avranches/Frankreich aus Samen gezogen, 1796 erstmals für den deutschen Raum beschrieben. Die Frucht ist mittelgroß bis klein, regelmäßig birnenförmig, die Schale ist je nach Reifegrad grün bis gelb, sehr dichte Lentizellen, sonnenseits rötlich. Die Schale ist glatt, bis leicht wachsig, hart. Das gelblich-weiße Fruchtfleisch ist feinzellig, schmelzend und sehr saftig, mit fein würziger Säure. Anerkannte weitverbreitete Tafelbirne mit eigener Geschmacksnote, auch Dörr-und Einmachfrucht. Pflückreife ab Mitte September bis Anfang Oktober, genussreif direkt vom Baum bis Ende Oktober je nach Lager. Früh bis mittelfrüh fruchtend, regelmäßige, hohe Erträge.
Der Baum wächst mittelstark mit hochpyramidaler Krone. Für warme, nicht zu kühle Lagen auf durchschnittlichen Böden.
Andere Quellen meinen, der Baum funktioniere auch in Höhenlagen gut.
Vorteile: reicher Ertrag, Herbstbirne mit spezieller Aromatik Nachteile: anfällig auf Schorf Beschreibung: Auch die Gute Louise ist ein alter Spalierbaum. Da der Schnitt über längere Zeit vernachlässigt wurde, ist der Baum überbaut. Die Früchte hätten das Potenzial zu sehr guter Qualität. Da der Baum aber anfällig ist auf Blatt- und Fruchtschorf, erreichen sie diese meist nicht. Deshalb ist es sehr wichtig, über den Schnitt für eine gute Durchlüftung zu sorgen. Ich würde die Gute Louise nur für gut durchlüftete Standorte empfehlen, sowie für Leute, die bereit sind, dem Baum eine regelmässige Schnittpflege zukommen zu lassen. Zusammenfassend kann man sagen, dass der Baum bei uns nicht am idealen Standort steht und aufgrund der lang vernachlässigten Pflege, sein Potential momentan nicht ausschöpfen kann. (Luise Gisler)
| Baum | treedoc-ID | Bongert | Position | Pflanzjahr | Karte |
|---|---|---|---|---|---|
| 030 | VJvpYNB | Streuobstplantage Gartenfeld | 2023 | Karte |
| OSM-Knoten | Cultivar-Tag | Art | Koordinaten |
|---|---|---|---|
| 13280136512 | Gute Luise | Pyrus communis | 49.78507, 9.98987 |
| 2777129640 | Gute Luise | Pyrus communis | 49.08578, 10.05544 |
OSM-Bäume, die nicht bereits als treedoc-Baum geführt werden.