Birne · Pyrus communis Archiv h566ebpbe4 ↗ Verlauf
Synonyme: Comice, Doyenne de Comice, Doyenne du Comice d’Angers, Doyenné du Comice, Fondante de Comice
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Der Baum wächst kräftig bis mittelstark und bildet eine pyramidale Krone, wobei er sich gern verzweigt. Er gilt als vollständig gesund, das Laub bleibt gesund; gegen Schorf ist die Sorte wenig anfällig, stärker hingegen gegen Sonnenbrand und Blattverbräunung und etwas gegen die Weißfleckenkrankheit. An den Standort stellt sie hohe Ansprüche: viel Wärme und ein guter Birnenboden werden verlangt, und das Holz ist nicht genügend frosthart. Als Hochstamm findet die Sorte selten die richtige Stelle, in günstigen Lagen gedeiht sie jedoch auch hochstämmig und gilt als streuobsttauglich; auf Wildling veredelt bleibt sie in der Jugend wenig fruchtbar, weshalb empfohlen wird, sie auf Quitte zu ziehen – für den Formbaum komme allein die Quitte in Betracht, während sie im Haus- und Kleingarten sonst nur bedingt passt. Der Ertrag setzt spät ein: der Baum wird erst in späteren Jahren tragbar und ist ein ausgesprochen launischer Träger, hohe Erträge kommen nicht vor; die einzeln hängenden Früchte sind dafür oft sehr gut ausgebildet. Die Früchte sitzen sehr fest am Baum und sind windfest. Die Blüte erscheint spät, in der zweiten Aprilhälfte, hält lange und trägt 7–9 Blüten je Dolde; die Sorte ist diploid und ein guter Pollenbildner.
Das weiße, feine Fleisch ist vollständig schmelzend, äußerst saftreich und schmeckt süß mit angenehmer Weinsäure und feiner Würze; die Sorte wird als eine der geschmacklich besten Birnen und als ausgezeichnete Tafelbirne für den Rohgenuss bezeichnet, deren Qualität die geringe Erntemenge entschädigt. Geerntet wird ab Mitte Oktober, genussreif sind die Früchte von Ende Oktober bis Ende November und halten bis November; die Früchte hängen dabei sehr fest. Eine ältere deutsche Beschreibung gibt die Baumreife bereits für Mitte September an und empfiehlt die Ernte zu diesem Zeitpunkt. Historisch wurden die vollkommenen Früchte gut bezahlt und von Feinkostgeschäften abgenommen.
Die Frucht ist mittelgroß bis groß (bis sehr groß, rund 260 g), breit birnen- bis kreiselförmig, meist einseitig-ungleichseitig und zum Stiel hin etwas eingeschnürt und abgeplattet. Der kurze, kräftige Stiel (10–20 mm) trägt meist Knospenansätze und sitzt zwischen berosteten Wülsten; der kleine, geschlossene bis halboffene Kelch steht in einer tiefen, engen Grube mit typischem konzentrischem Ringrost. Die Grundfarbe ist grünlichgelb, am Baum unscheinbar graugrün und hellt im Lager zu Strohgelb auf; eine Deckfarbe fehlt in der Regel, sonnseits zeigt sich eine schwache marmorierte bis gestreifte Rötung, die fast immer vom auffälligen netzartigen bis punktierten Braunrost überzogen ist, der sich stielseits in feine Querlinien auflöst. Das Kernhaus ist klein und spindelig. Bekannt sind eine rote Farbmutante (Rode Doyenne van Doorn) und eine gestreifte Form. Die Sorte wurde vor 1849 im Versuchsgarten der Gartenbaugesellschaft von Maine-et-Loire in Angers gezogen; der Mutterbaum brachte 1849 die ersten Früchte, 1853 beschrieb der Gesellschaftspräsident M. Milliet sie erstmals. In den Handel kam sie als Doyenné du Comice; auf Deutsch heißt sie Vereins-Dechantsbirne bzw. Vereinsdechantsbirne. Heute wird sie als gefährdet eingestuft. Die Beschreibung beruht auf dem Steckbrief des Erhalternetzwerks Obstsortenvielfalt sowie den historischen Sortentafeln der Deutschen Obstsortendatenbank (Gartenzeitschrift „Nach der Arbeit“, Tafel 134, 1935–1956, und Schweizerisches Obstbilderwerk).
Quellen: Vereinsdechantsbirne – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt · Vereins-Dechantsbirne – Farbtafel der Zeitschrift "Nach der Arbeit" (Tafel 134) · Vereins-Dechantsbirne – Schweizerisches Obstbilderwerk (Texttafel)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-24). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
qualitativ unübertroffene Novemberbirne