Apfel · Malus domestica
Tafelobst Wirtschaftsobst
Synonyme: Englische Wintergoldparmäne, Wintergoldparmäne
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Der Baum der Goldparmäne (Wintergoldparmäne) wächst in der Jugend mittelstark und steil, im Vollertragsstadium dann nur noch schwach; er bildet schmale, hochgewachsene Kronen mit steilen Leitästen und typisch kurzen, schwach verzweigenden Seitenästen, die meist nur außen und oben fruchten. Ohne jährlichen Schnitt und kräftiges Verjüngen entstehen überbaute, vergreisende Kronen mit minderwertigen Früchten; Leit- und Seitenäste sollten möglichst flach bis waagerecht angebunden werden. Gesundheitlich ist die Sorte heikel: auf schweren (lehmigen bis tonigen) oder staunassen Böden ist sie deutlich anfällig für Obstbaumkrebs, an schlecht durchlüfteten Standorten stark anfällig für Schorf und Blattläuse; ein Standort am Waldrand ist ungeeignet. Empfohlen wird sie daher nur für gut durchlüftete, freie Lagen mit lockerem, nicht staunassem Boden – dort dankt sie mit regelmäßigen und hohen Ernten. Der Ertrag setzt früh ein, ist insgesamt mäßig fruchtbar und mäßig alternierend, obwohl die Sorte selbst ein guter Befruchter ist; der Vorerntefruchtfall liegt bei etwa 20 %. Fruchtholz sind seitliche Kurztriebe am zweijährigen Langtrieb sowie achselständige Blüten am einjährigen Langtrieb. Der Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz NRW führt die Goldparmäne als empfohlene Streuobst-Anbausorte, praktisch gilt sie wegen der Krankheitsanfälligkeit jedoch als schwierige Sorte; für den Hausgarten wird sie nur eingeschränkt empfohlen. Historische Quellen des 19. Jahrhunderts beurteilten den Baum deutlich günstiger – er gedeihe in allen Lagen, wachse schön und trage reich, weshalb er 1853 in Naumburg zum allgemeinen Anbau und 1877 in Potsdam auch zur Erziehung von Pyramiden und Horizontal-Cordons empfohlen wurde.
Die Frucht ist ein Tafelapfel, der bei Verbrauchern noch bekannt und beliebt ist. Frisch geerntet ist sie fruchtig und saftig; nach einigen Wochen Lagerung entwickelt sie ein typisches, an Walnuss erinnerndes, nussig-würziges Aroma – von manchen besonders geschätzt, anderen ist die Sorte dann nicht mehr saftig genug. In der Verkostung wird der Geschmack als sehr gut bzw. besondere Qualität eingestuft. Die Pflückreife liegt etwa vom 29.09. bis 12.10.; gelagert hält die Frucht rund 3–4 Monate bzw. bis nach Weihnachten, die volle Genussreife wird erst im Lager erreicht (daher der Name Wintergoldparmäne). Neben der Verwendung als Tafelapfel hebt eine Beimischung von Goldparmäne die geschmackliche Qualität eines Apfelsaft-Cuvées; als reine Wirtschafts- oder Mostsorte ist sie in den Quellen nicht beschrieben.
Pomologisch sind die Früchte mittelgroß und gleichmäßig gebaut, mit glatter, zur Reife goldgelber Schale, leichter Berostung im Stielbereich und einer freundlichen, orangerot geflammt-gestreiften Deckfarbe auf der Sonnenseite; das Fleisch wird als feinzellig-fest und knackig mit ausgeglichenem Säure-Zucker-Verhältnis beschrieben (diese Fruchtdetails stammen teils aus Baumschulbeschreibungen und sind daher nur eingeschränkt belastbar). Zur Herkunft: Die historische Beschreibung im Illustrirten Handbuch der Obstkunde (Nr. 67, S. 165) nennt England, wo die Sorte gegen Ende des 18. Jahrhunderts durch den Baumschulbesitzer Kirke in Brompton bei London verbreitet wurde; A. Diel erhielt sie 1800 von Loddiges in London und führte sie 1809 als „Englische Wintergoldparmäne“. Die häufig genannte Entstehung um 1510 in der Normandie ist nur aus Sekundär-/Gartenquellen belegt. Die Sorte war lange eine der am weitesten verbreiteten und höchstgeschätzten Tafelsorten (französisch „Reine des Reinettes“, englisch „King of the Pippins“) und ist aus dem Erwerbsanbau wegen ihrer Ansprüche und Krankheitsanfälligkeit weitgehend verschwunden. Nicht zu verwechseln ist sie mit der separat geführten „Roten Goldparmäne“ (roter Typ). Grundlage dieser Beschreibung sind vor allem das Sortenporträt von H.-J. Bannier und Rolf Meyer (Bergischer Streuobstwiesenverein) sowie die historische Beschreibung des Illustrirten Handbuchs der Obstkunde (Digitalisat WUR Speccol).
Quellen: Goldparmäne – Bergischer Streuobstwiesenverein (H.-J. Bannier / Rolf Meyer) · Winter-Goldparmäne – WUR Speccol (Illustrirtes Handbuch der Obstkunde) · Arche Noah – Obstsortenblätter Apfel (Eintrag 'Wintergoldparmäne') · Obstmuttergarten Rheinland – Sortenliste Apfel · Goldparmäne – Wikipedia (de) · Goldparmäne – kraut&rüben (geringe Verlässlichkeit) · Goldparmäne-Apfel – Gartendialog.de (geringe Verlässlichkeit) · Apfelsorte 'Goldparmäne' – Plantura (geringe Verlässlichkeit) · Winterapfel 'Goldparmäne' – NaturaDB (geringe Verlässlichkeit) · Apfelbaum, Herbstapfel 'Goldparmäne' – Schwerdtfeger Obstbaumschulen (geringe Verlässlichkeit) · Zwergapfelbaum 'Goldparmäne' (Wintergoldparmäne) – Schwerdtfeger (geringe Verlässlichkeit) · Winterapfel 'Goldparmäne' – Baumschule Horstmann (geringe Verlässlichkeit) · Goldparmäne / Wintergoldparmäne – Südflora (geringe Verlässlichkeit) · Rote Goldparmäne – Native Plants (geringe Verlässlichkeit)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-08-04). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Auch bei: Bergischer Streuobstwiesenverein · Wikipedia (de)
| Baum | treedoc-ID | Bongert | Position | Pflanzjahr | Karte |
|---|---|---|---|---|---|
| 620 | 5Wockju | Streuobstwiese der Naturschule Aggerbogen | C07 | 1992 | Karte |
| 625 | rPsKzBsoL9WH | Streuobstwiese der Naturschule Aggerbogen | E06 | 1992 | Karte |
| OSM-Knoten | Cultivar-Tag | Art | Koordinaten |
|---|---|---|---|
| 10858750858 | Goldparmäne | Malus domestica | 51.15053, 10.00922 |
| 10858778356 | Goldparmäne | Malus domestica | 51.15045, 10.00914 |
| 12983920642 | Wintergoldparmäne | Malus domestica | 49.77469, 9.99971 |
| 12983920644 | Goldparmäne | Malus domestica | 49.77449, 10.00019 |
| 13267388567 | Goldparmäne | Malus domestica | 49.77836, 10.01028 |
| 13807939097 | Goldparmäne | 49.30938, 9.60323 | |
| 13910659308 | 49.40367, 9.54740 | ||
| 3313235100 | Goldparmäne | Malus domestica | 49.06742, 8.48046 |
| 4299026050 | Goldparmäne | 49.13737, 8.61019 | |
| 7834399632 | Goldparmäne | 50.62472, 7.04239 |
OSM-Bäume, die nicht bereits als treedoc-Baum geführt werden.