Birne · Pyrus communis Archiv hkgpbtwqw8 ↗ Verlauf
Die Rheinische Speckbirne ist eine alte Birnensorte, die seit 1598 bekannt ist; ihre Herkunft ist unklar und wird in den Niederlanden oder im Rheinland vermutet. Der Baum wächst sehr stark, bildet mächtige, hochpyramidale Kronen und kann sehr alt werden, wobei das auffällig große, fast rundliche Laub gesund bleibt. Die Ernte erfolgt von Mitte bis Ende August, in dieser Zeit ist die Frucht auch genussreif. Das weißliche Fruchtfleisch ist höchstens halbschmelzend, süßlich und saftig, zugleich weinsäuerlich und kaum herb, weshalb der kräftige Most auch zum Backen genutzt werden kann. Der Wuchs ist sparrig und wenig verzweigungswillig, was die Erziehung erschwert; zudem gilt die Sorte als feuerbrandanfällig.
Tafelobst Wirtschaftsobst Mostobst Dörrobst Kochobst
Synonyme: Holländische Zuckerbirne, Noord Hollandse Suikerpeer
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| Baum | treedoc-ID | Bongert | Position | Pflanzjahr | Karte |
|---|---|---|---|---|---|
| ZrP11B4 | Sortenerhaltungskultur Bergheimer Dreieck | C15 | 2023 | Karte | |
| 458 | iGJKTyr | Streuobstplantage Rommelshard | J08 | 2025 | Karte |
| 096 | pZWdYyg | Streuobstplantage Spechtsberg | J05 | 2024 | Karte |
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Der Baum wächst sehr stark, steil aufstrebend und wenig verzweigungswillig; er bildet mächtige, hochovale Kronen und kann sehr alt werden. Durch die sparsame Verzweigung wirkt er sparrig, zugleich bildet er viel kurzes Fruchtholz; das große, fast rundliche Laub ist insgesamt gesund. Die Sorte gilt als sehr vital und wenig krankheitsanfällig: Nach H.-J. Bannier ist sie sehr robust gegen Birnenschorf und andere pilzliche Krankheiten, das niederländische Sortenblatt der WUR nennt den Baum "niet bijzonder vatbaar voor ziekten" (nicht besonders krankheitsanfällig). Die Blüte erscheint im Verhältnis zu anderen Birnensorten früh bis mittelfrüh, vor der Köstlichen aus Charneu, mit im Mittel 9 Blütenständen je Knospe; als triploide Sorte ist die Rheinische Speckbirne kein guter Befruchter für andere Birnensorten. Der Baum ist nicht früh fruchtbar, trägt später aber regelmäßig und kann dann sehr große Ernten liefern, die sich wegen der Fruchtgröße leicht einbringen lassen. An den Standort stellt die Sorte geringe Ansprüche und gedeiht auf fast allen obstbaulich geeigneten Böden, auch auf leichteren. Wegen Gesundheit und starkem Wuchs ist sie für die Streuobstwiese sehr gut geeignet und wurde häufig als Hochstamm gezogen.
Das weißliche Fruchtfleisch ist süßlich, saftig und höchstens halbschmelzend. Die Tafelqualität wird unterschiedlich eingeschätzt: Die Deutsche Genbank Obst nennt das Fleisch "hell, aromatisch", das niederländische Sortenblatt dagegen süß, wenig aromatisch, grob mit Steinzellen um das Kernhaus und bald mehlig werdend, die Tafelqualität "sehr mäßig"; Bannier führt die Sorte als großfrüchtige Wirtschaftssorte, die noch als Tafelbirne zweiten Ranges nutzbar ist. Ihr Haupteinsatz war die Verwertung: Die Früchte eignen sich zum Einkochen (Einmachfrucht) und zur Birnenkrautherstellung; nach Zeitzeugenangaben wurden sie "früher in jedem Haushalt getrocknet" und zur Buttermilchsuppe gereicht, die Eignung für Obstbrand müsste laut Bannier erst geprüft werden. Die Ernte setzt je nach Jahreswitterung und Standort etwa Mitte August ein (Zeitzeugen bei Düsseldorf erinnerten die Reifezeit als Anfang bis Mitte August), wobei die Früchte teils sehr ungleichzeitig reifen; für die Verarbeitung werden sie hartreif gepflückt. Die Schale ist druckempfindlich und bräunt bei Berührung leicht; die Früchte halten auf dem Lager höchstens 2–3 Wochen und sind kaum lagerfähig. Als Genussreife gibt Jan Bade Mitte bis Ende August an, die Deutsche Genbank Obst August bis September.
Die Frucht ist mittelgroß bis groß, kegelförmig, kelchbauchig und "steht"; der Querschnitt ist fast rund, die Hälften etwas ungleich, die Stielspitze stumpf, teils mit leichtem Fleischwulst. Die feinnarbige Schale hellt von grün nach hellweißlichgelb auf und hat keine Deckfarbe; markant ist die große, weit in die Frucht reichende, hellbraune Rostkappe, daneben teils fleckig-netzige, hell graubraune Berostung und deutliche, grünlich umhöfte Lentizellen. Der Stiel ist mittellang bis lang (2,5–5 cm), hell- bis olivgrünlichbraun, teils gebogen; die Stielgrube fehlt teils oder ist flach und eng, mitunter mit einseitigem Wulst, der den Stiel schräg stellt. Der Kelch ist sehr groß, offen, meist erhalten und gelblich. Das Kernhaus ist klein, die Kernhausachse geschlossen, die häufig tauben Kerne schwarzbraun; nach Bade ist die Sorte in Reifezeit, Form und Farbgebung kaum mit anderen bekannten Sorten zu verwechseln. Die Herkunft ist unklar: Unter dem Namen Noord Hollandse Suikerpeer wurde die Sorte in den Niederlanden beschrieben (Deutsche Genbank Obst: Ursprungsland Niederlande, erste Erwähnung 1799), im Rheinland trug sie den Namen Rheinische Speckbirne; beide Namen sind in Pomologien und Baumschulkatalogen zu selten belegt, um ihre weite Verbreitung im Altbestand zu erklären. Bannier konnte die Sorte über eine historische Fotografie des Obstbauberaters R. Schörmann (ca. 1970) sowie über noch stehende Bäume und befragte Landwirte bei Düsseldorf wiederauffinden; Jan Bade und Jens Meyer vom Pomologen-Verein hatten sie zuvor unter dem Arbeitsnamen "Augustbirne Waldhof" geführt. Mit der in Österreich noch vorkommenden "Speckbirne" ist sie nicht identisch; auch Sicklers gleichnamige "Holländische Zuckerbirne" passt nach Bade vermutlich nicht hierzu, und was Baumschulen unter "Speckbirne" anbieten, ist jeweils unklar. Verbreitet war die Sorte vor allem im Rheinland, aber auch weit darüber hinaus; heute steht sie in ganz Deutschland sowie in Skandinavien und den Niederlanden praktisch nur noch in Altbeständen, da sie von Baumschulen zuletzt kaum gehandelt wurde. Sie wird als "vom Aussterben bedroht" eingestuft, in der Deutschen Genbank Obst erhalten, und ihre Erhaltung hält Bannier für lohnend. Die Beschreibung beruht im Wesentlichen auf H.-J. Bannier (Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland – neu entdeckt!, 2. Aufl. 2017, S. 194) und Jan Bade (Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt, 2024); dort genannte Literatur: Lijsten/Beeftink 1942, Rossel 2009, Kvalle/Skard 1958.
Quellen: Holländische Zuckerbirne – Sortenporträt, Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (Pomologen-Verein), Jan Bade 2024 · Deutsche Genbank Obst – Passport 'Holländische Zuckerbirne' · H.-J. Bannier u. a.: Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland – neu entdeckt! 2. Aufl., Köln 2017 · Original-PDF: Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland – neu entdeckt! (2. erw. Aufl., Köln 2017) · WUR – Fruitteelt/Speccol: 'Noord-Hollandse Suikerpeer' · OpenStreetMap – Node 'E06' (Rheinische Speckbirne, gepflanzt 2024) · OpenStreetMap – Node 'R11' (Rheinische Speckbirne, gepflanzt 2025)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (z-ai/glm-5.3-flash + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-10-02). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Ernte laut CP mittel bis spät.
Laut HJB eine super Birne.
Da gibt es viele Verwechsler. Identisch mit "Kuhfuß"? "Holländische Zuckerbirne?
Synonyme: Westfälische Glockenbirne, Herrenbirne, Pfundbirne, Kuhfuss Frucht: sehr saftig, weinsäuerlich, kaum herb Genussreif: nur einige Tage nach der Ernte
Baum: sehr #gesund
Das Fruchtfleisch ist sehr saftig, säuerlich-süß, adstringierend, etwas grobzellig mit sortentypischem Duft;
Der Baum wächst kräftig mit hochpyramidalen Kronen; Feuerbrandanfällig;
Frucht: sehr saftig, weinsäuerlich, kaum herb