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Gelbe Wadelbirne

Birne · Pyrus communis Archiv hsc4r37qfg ↗ Verlauf

Die Gelbe Wadelbirne ist eine Most- und Dörrbirne, die von Ende August bis Mitte September geerntet wird. Sie eignet sich gut zur Verarbeitung zu Most und zum Dörren; die leicht herben, säurebetonten Früchte geben einen kräftigen Most und taugen auch zum Backen, sind aber nicht als Tafelobst gedacht. Der Baum wächst großkronig mit breit ausladender Krone und braucht entsprechend Raum.

Herkunft
Schweiz (Erstnennung), danach Württemberg/Baden-Württemberg
Seit
1390
Wüchsigkeit
stark
Wuchsform
breit, eichenartig
Ernte
Ende August – Anfang September (08E-09A)
Blüte
mittelfrüh
Wikidata
Q123864124
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte

Wirtschaftsobst

Synonyme: Kannenbirne, Längsbirne, Strangulierbirne, Würgelbirne, Würger-

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Die Gelbe Wadelbirne ist eine stark wachsende Birne, die große, landschaftsprägende, eichenartige Kronen ausbildet und damit ein typischer Hochstamm für die Streuobstwiese ist; 2020 wurde sie zur Streuobstsorte des Jahres in Baden-Württemberg gewählt. Sie blüht mittelfrüh. Zur Krankheitsanfälligkeit, zu Standortansprüchen und zum Ertragsverhalten enthalten die zugänglichen Quellen keine verwertbaren Angaben.

Die Frucht erreicht einen hohen Zuckergehalt von 16 Prozent (60–75 °Oechsle), enthält aber zugleich viel Gerbstoff, sodass sie roh stark adstringiert und als Tafelbirne ungeeignet ist. Traditionell dient sie als Dörr-, Most- und Brennbirne; die gedörrte Frucht heißt im Schwäbischen „Hutzel“ und wurde von Eduard Mörike im „Märchen vom Stuttgarter Hutzelmännlein“ literarisch verewigt. Geernet wird Ende August bis Anfang September (Reifezeit nach FRUCTUS „mittelfrüh“); die Früchte werden schnell teigig und sind nicht lagerbar.

Die Frucht ist mittelgroß bis groß, flaschen- bzw. waden- oder kannenförmig; die grüne Grundfarbe wird bei Vollreife gelb, auf der Sonnenseite zeigt sich eine leichte Rötung, die Lentizellen sind groß, das Fruchtfleisch weißgelblich. Ihren Namen trägt die Sorte entweder nach der Fruchtform („Wade“, „Kanne“) oder nach dem Gerbstoffgehalt, der ihr die Wirkung eines „Würgers“ gibt. Erstmals erwähnt wurde sie 1398 in der Schweiz (FRUCTUS nennt die Erstnennung „um 1390“), spätestens Ende des 15. Jahrhunderts wurde sie in Württemberg eingeführt und ist dort seitdem dokumentiert – bereits Eduard Lucas führt sie 1850 als „Langbirne, Gelbe Wadelbirne“ unter den Württemberger Birnen. Neben Kannenbirne, Längsbirne, Strangulierbirne, Würgerbirne/Würgelbirne, Würgler, Hutzelbirne und Längler existieren weitere regionsspezifische Namen. Die Sorte wird heute u. a. in der Deutschen Genbank Obst, im Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt des Pomologen-Vereins (Akzession B-2895, Reiserabgabe möglich) sowie in Erhaltungsgärten im Alpenvorland (Initiative Apfel-Birne-Berge, Sammlungsnummer A_2016_WM_01) erhalten. Die Beschreibung beruht vor allem auf dem Wikipedia-Artikel (der auf den Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg und das Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee zurückgeht) und dem FRUCTUS-Steckbrief der Kannenbirne.

Quellen: Gelbe Wadelbirne – Wikipedia · Kannenbirne – Fructus Sortenporträt · Sortendatenbank Birne – Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee (KOB Bavendorf) · Arbeitsname Gelbe Wadelbirne – Apfel-Birne-Berge · Lucas, Dr. Eduard: Der Obstbau auf dem Lande, Stuttgart 1850 (BUND Lemgo Obstsortenliste)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

In der Literatur

Großkroniger Baum mit länglichen, leicht herben Früchten, gute Most- und Dörrbirne, alte historische Sorte aus Baden-Württemberg, die auch in RLP verbreitet ist.

Weblinks

Auch bei: Wikipedia (de)