Birne · Pyrus communis Archiv kgwsq4asar ↗ Verlauf
Tafelobst Wirtschaftsobst
Synonyme: Franzensbirne, Salander, Salanderbirne, Solanka
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Der Solaner bildet eine mittelgroße Krone und wächst in der Jugend gerade und stark; er verzweigt sich willig, neigt aber zu steil aufrechtem Wuchs. Charakteristisch sind sehr dicke Jahrestriebe mit kurzen Internodien sowie großes, dunkelgrünes, sehr gesundes Laub. Die Erträge sind hoch – die LWG Bayern nennt den Baum „reich tragend“ – und bremsen den Wuchs erst allmählich; beim Ertragsbeginn widersprechen sich die Quellen: obstsortenerhalt.de berichtet von einem frühen und starken Fruchtertrag, während das Austria-Forum angibt, der Ertrag setze erst spät ein, dann aber sehr hoch an. Nach dem Aufbau des Traggerüstes sind nur geringe Pflegemaßnahmen nötig, hin und wieder Auslichtungs- und Verjüngungsschnitte. Die Sorte gilt als sehr gesund und ist nach dem Austria-Forum widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge; sie stellt geringe Standortansprüche und eignet sich nach dem Erhalternetzwerk hervorragend für Selbstversorgung und Streuobstwiese.
Die Frucht ist eine frühe Tafelbirne: Das gelblichweiße bis grünlichweiße, feine Fruchtfleisch ist saftig, meist fast vollkommen schmelzend, süß mit feiner Säure (süßweinig bis süß-säuerlich) und leicht gewürzt, mehrfach als aromatisch beschrieben; selten ist es um das Kernhaus leicht körnig oder steinig. Neben der Tafelverwendung eignet sich die Sorte für Haushaltszwecke und als Kompottfrucht. Je nach Lage und Quelle liegt die Pflückreife zwischen Anfang und Ende August, die Genussreife etwa zwischen Mitte/Ende August und Mitte September. Wie bei vielen frühen Birnen ist die Lagerfähigkeit gering: rund zwei Wochen, im naturkühlen Keller etwa 10 bis 14 Tage.
Die mittelgroße, seltener größere Frucht ist im Durchschnitt 95 mm lang und 62 mm breit, lang birnenförmig, kelchbauchig, stielwärts stark verjüngt und läuft fast spitz aus; sie kann schwach beulig und unsymmetrisch sein und rundet sich zum Kelch ab, sodass sie meist nicht steht. Die Stielgrube ist meist klein und flach, zuweilen mit einem Wulst, der den Stiel um 45° drückt; typisch ist eine hellbraune Rostkappe. Der Stiel ist bis 2 cm lang, etwa 3 mm dick, an den Enden verdickt und trägt eine grüne Knospe; die Kelchgrube ist mitteltief, etwas uneben und ohne Rost, der eher kleine Kelch ist halboffen und hochstehend. Die glatte, etwas fettige Schale ist anfangs hellgrün und hellt ins Grünlichgelbe auf, auf der Sonnenseite schwach rosarot angehaucht bis leicht gerötet; um den Stielansatz zieht sich strahlenartige graubraune Berostung, die feine, zahlreich vorhandene, hellbraune Punktierung hat meist einen grünlichen Hof. Das Kernhaus besitzt eine geschlossene Mittelachse mit anliegenden Fächern ohne Nase, die Kerne sind voll ausgebildet (9 : 4 mm). In der Form ähnelt ihr die Windsor-Birne, die aber völlig anders schmeckt. Die Sorte entstand in Böhmen, im Ort Solan bei Trebnitz (heute Tschechische Republik); die LWG datiert ihre Entstehung auf das Ende des 19. Jahrhunderts, nach Mathieu war sie schon 1897 auf dem Berliner Markt, und in der Deutschen Obstbauzeitung von 1913 wurde ihr Wert hervorgehoben – die Früchte waren demnach in Norddeutschland und Skandinavien überall auf den Märkten erhältlich. Über Märkte, Hausgärten und Streuobstwiesen verbreitet, kommt sie heute nicht mehr häufig vor, in Ostdeutschland häufiger als im Westen, und gilt als stark gefährdet; sie wird in der Deutschen Genbank Obst erhalten. Daneben wird sie als Salanderbirne (Salander), Franzensbirne oder Solanka bezeichnet; in historischen Katalogen ist sie unter „Solanerbirne“ geführt, so bei Hertel (1914), den Oberlausitzer Baumschulen (um 1940) und Graser (1952). Die Beschreibung stützt sich vor allem auf das Porträt des Erhalternetzwerks obstsortenerhalt.de, den Genbank-Pass der Deutschen Genbank Obst, das Heimatlexikon des Austria-Forum und das Sortenschild der LWG Bayern.
Quellen: Passport / Sorte Solaner – Deutsche Genbank Obst · Solaner Birne · Sortenschilder 2025: Birnen – LWG Bayern · Hertel: „Die wichtigsten Birnensorten“ (1914) – BUND Lemgo · Oberlausitzer Baumschulen: „Obstsortenverzeichnis“ (ca. 1940) – BUND Lemgo
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-09-01). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.