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Ölligsbirne

Birne · Pyrus communis Archiv km0hatj7n4 ↗ Verlauf

Die Ölligsbirne ist eine alte Birnensorte aus dem Rhein-Sieg-Kreis, die seit 1916 bekannt ist. Sie bildet sehr starkwüchsige, eichenstarke Bäume mit breit ausladender, dicht hochkugeliger Krone und kann ein Alter von weit über einhundert Jahren erreichen; auch alte Bäume bleiben vital und treiben nach einem Schnitt kräftig wieder aus. Die Früchte sind klein und werden von Ende September bis Mitte Oktober geerntet, sind nach kurzer Lagerung ab Anfang Oktober genussreif und halten sich bis Ende Januar.

Herkunft
Rhein-Sieg-Kreis
Seit
1916
Wüchsigkeit
sehr stark
Wuchsform
hochkugelig
Gefährdung
stark gefährdet
Ernte
Ende September – Mitte Oktober (09E-10C)
Genussreife
Anfang Oktober – Ende Januar (10A-01E)
Wikidata
Q15868000
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Wirtschaftsobst Krautobst

#langlebig#starkwüchsig

Synonyme: Ollechbirne, Ollechsbirne, Öhlichbirne, Öllichsbirne

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Dokumentierte Bäume (treedoc) 2

Baumtreedoc-IDBongertPositionPflanzjahrKarte
4PwSSKt Sortenerhaltungskultur Bergheimer Dreieck A20 2023 Karte
451 cKI5sSF Streuobstplantage Rommelshard C08 2025 Karte

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Die Ölligsbirne wächst sehr stark und bildet große, imposante, eichenstarke Bäume, die weit über hundert Jahre alt werden können; bei einzelnen Altbäumen wird ein Alter von bis zu 200 Jahren nicht ausgeschlossen. Als Solitär entsteht eine dichte, hochkugelige Krone mit zahlreichen starken, steil stehenden Seitenästen und reichlicher Fruchtholzbildung, meist ohne dominierenden Mittelstamm. Sortentypisch und schon im Winter kenntlich ist der fast immer drehwüchsige Stamm mit eichenähnlich grober Borke. Auch alte Bäume bleiben vital und reagieren auf einen Schnitt mit kräftiger Neutriebbildung. Die Sorte stellt wenig Ansprüche an den Standort, ist langlebig und gegenüber Schorf und Obstbaumkrebs kaum anfällig. Im Vergleich zu anderen Birnensorten blüht sie spät; als vermutlich triploide Sorte kommt sie als Befruchter für andere Birnsorten nicht in Betracht. Der Ertrag ist sehr hoch – nach dem LVR-Sortenflyer teils rund eine halbe Tonne je Baum –, tritt aber alternierend auf. Mit ihren großen Bäumen ist die Ölligsbirne eine typische Streuobstsorte, die besonders zur Blütezeit das Landschaftsbild prägt.

Die Früchte reifen etwa von Ende September/Anfang Oktober bis Mitte Oktober, fallen reif selbst vom Baum und werden nicht gepflückt, sondern aufgelesen; kühl gelagert halten sie bis etwa Dezember/Januar (Wikipedia gibt bei kühler Lagerung Haltbarkeit bis ins Frühjahr an). Das weißgrünliche, feste und saftige Fruchtfleisch schmeckt süß bei genügender Säure, zur Genussreife aromatisch und leicht herb; die trockene, samtig-raue Schale stört beim Verzehr etwas, und das Fruchtfleisch verbräunt nach dem Schnitt deutlich. Die Ölligsbirne ist eine typische Wirtschaftsbirne: Früher wurden die kleinen Früchte fast ausschließlich zu Birnenkraut verarbeitet, Übermengen in guten Erntejahren dienten als Viehfutter; der Baumschulkatalog Dahs & Neuenfels 1911/12 pries sie als „wertvolle Winterkochbirne“. Nach den Erfahrungen im LOREOS-Porträt kocht sie gut, weil sie auch nach 1–2 Stunden nicht zerkocht, ferner eignet sie sich für Marmelade, zum Dörren (gedörrt süß, leicht nach getrockneten Feigen) und zur Herstellung eines guten Obstbrandes; zum Backen ist sie wegen ihres geringen Wassergehalts dagegen weniger geeignet.

Die kleine bis mittelgroße Frucht ist in der Form sehr variabel – kreiselförmig bis kugelig, teils flachgedrückt und etwas unförmig, kelchseitig breit abgeflacht, stielseitig flach gerundet – und fast vollständig von feinrauer Berostung überzogen (baumfrisch olivgrünlich-graubraun, später olivbraun); die Grundfarbe ist hellgrün, die sonnenseitige Deckfarbe dunkel- bis bräunlichrot, auf bis zur Hälfte der Frucht ausgebildet und teils fehlend. Der lange, mitteldicke, oft leicht gebogene Stiel ist zur Frucht hin fleischig verdickt und sitzt in einer eng, flach eingesenkten Stielgrube; der Kelch ist groß und offen. Mögliche Verwechselsorten sind Gute Graue, Volkmarser Birne und Grä(h)ling. Die genaue Herkunft der alten rheinischen Regionalsorte ist unbekannt; da sie außerhalb ihrer Kernregion praktisch nicht vorkommt, wird von einer Entstehung in dieser Region ausgegangen. Der Name geht auf das Kölsche „Öllisch“/„Öllich“ (= Zwiebel) zurück und bezieht sich auf die Fruchtform. Erste Belege sind der Baumschulkatalog von 1911/12 sowie Nennungen 1916 und 1928 in der „Rheinischen Monatsschrift für Obst-, Gemüse- und Gartenbau“. Hauptverbreitung war und ist der Rhein-Sieg-Kreis, daneben das untere Mittelrheintal (Kreise Ahrweiler, Mayen-Koblenz), vereinzelt der Oberbergische Kreis und bei Trier; markante Altbäume stehen u. a. an der Birnenallee bei Hennef-Söven. Nach dem Verschwinden der Krautfabriken wurde die Sorte spätestens seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr in Baumschulen angeboten und gilt als stark gefährdet; die Biologische Station im Rhein-Sieg-Kreis und das LVR-Netzwerk pflegen Altbäume, pflanzen nach und haben die Sorte wieder in einigen Baumschulen verfügbar gemacht. Die Beschreibung beruht im Wesentlichen auf dem Sortensteckbrief von Hans-Joachim Bannier (Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt) sowie auf den LVR-Handbüchern und dem Sortenflyer der Biologischen Stationen im Rheinland.

Quellen: Ölligsbirne · Ölligsbirne – Wikipedia · H.-J. Bannier u. a.: Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland – neu entdeckt! 2. Aufl., Köln 2017 · Ölligsbirne – LOREOS – Lokale und regionale Obstsorten · Node: R04 · Ölligsbirne – LiKK e.V.

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (z-ai/glm-5.3-flash + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-10-02). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Siehe Bergische Lokalsorten.

#starkwüchsig

sehr groß, #langlebig

Eigene Beobachtungen

Hervorragende Kochbirne.

In der Literatur

Der Baum der Ölligsbirne wächst sehr stark und kann imposante, eichenstarke Bäume bilden, die ein Alter von weit über einhundert Jahren erreichen können. Wenn sie als Solitärbäume stehen, bilden sie eine dichte hochkugelige Krone mit zahlreichen starken und steil stehenden Seitenästen sowie reichlicher Fruchtholzbildung. Selten haben die Bäume einen dominierenden Mittelstamm. Auch alte Bäume sind oft noch vital und reagieren auf einen Schnitt mit einer kräftigen Neutriebbildung. Gegenüber Schorf und Obstbaumkrebs ist die Sorte kaum anfällig.

Kleine bis mittelgroße Frucht, die fast ausschließlich zur Krautbereitung genutzt wurde. Baum langlebig und landschaftsprägend mit markantem drehwüchsigem Stamm.

Weblinks

Auch bei: Wikipedia (de)

Bilder aus Wikipedia

File:Ölligsbirne, Frucht.JPG
Roland Steinwarz - Website von Roland Steinwarz ; User:Fotograf92 · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:Stamm einer Ölligsbirne.JPG
Roland Steinwarz - Website von Roland Steinwarz ; User:Fotograf92 · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:Ölligsbirne, Birnenallee Hennef-Söven.JPG
Roland Steinwarz - Website von Roland Steinwarz ; User:Fotograf92 · CC BY-SA 4.0 · Commons

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