Birne · Pyrus communis
Wirtschaftsobst
#langlebig#starkwüchsig
Synonyme: Ollechbirne, Ollechsbirne, Öhlichbirne, Öllichsbirne
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Der Baum der Ölligsbirne wächst sehr stark und bildet imposante, "eichenstarke" Hochstämme, die ein Alter von weit über hundert Jahren erreichen können. Als Solitär entwickelt er eine dichte, hochkugelige Krone mit zahlreichen kräftigen, steil stehenden Seitenästen und reichlicher Fruchtholzbildung; ein dominierender Mittelstamm bleibt selten erhalten. Auch alte Bäume sind meist noch vital und reagieren auf Schnitt mit kräftiger Neutriebbildung, was Erhaltungs- und Verjüngungsschnitte begünstigt. Gegenüber Schorf und Obstbaumkrebs gilt die Sorte als kaum anfällig; der Sortenflyer der Biologischen Stationen im Rheinland führt sie unter der Überschrift geringer Standortansprüche. Die Blüte liegt im Vergleich zu anderen Birnensorten eher spät (Angabe nach Wikipedia); zu Befruchtungsverhältnissen (geeignete Pollenspender, Diploidie/Triploidie) und zum Ertragsrhythmus (früh oder spät einsetzend, regelmäßig oder alternierend) liegen in den eingesehenen Quellen keine ausdrücklichen Angaben vor – erwähnt werden lediglich "gute Ertragsjahre" mit Übermengen. Durch Wuchskraft, Langlebigkeit und Baumgröße ist die Ölligsbirne eine typische Streuobst- und Hochstammsorte, deren Altbäume – besonders zur Blütezeit – das Landschaftsbild im Verbreitungsgebiet prägen; für Klein- und Hausgärten ist sie entsprechend zu groß.
Die Ölligsbirne ist eine reine Wirtschaftsbirne. Die kleinen Früchte werden nicht gepflückt, sondern nach dem Abfallen aufgesammelt. Verwendet wurden sie fast ausschließlich zur Verarbeitung zu Birnenkraut; in ertragsreichen Jahren dienten Übermengen als Viehfutter. Nach Wikipedia eignet sie sich außerdem als Kochbirne und für einen guten Obstbrand. Das Fruchtfleisch ist fest, saftig, süß bei ausreichender Säure, bei Genussreife aromatisch und leicht herb (gerbsäurehaltig), es verbräunt nach dem Anschneiden deutlich; die trockene, samtig-raue Schale wirkt beim Frischverzehr störend. Geerntet bzw. aufgesammelt wird etwa von Ende September/Anfang Oktober bis Mitte Oktober; die Früchte halten sich nach H.-J. Bannier auf dem Lager bis etwa Dezember/Januar, kühl gelagert nach Wikipedia bis ins Frühjahr.
Pomologisch ist die Frucht klein und in der Form sehr variabel: kreiselförmig, kugelig, manchmal flachgedrückt kreiselförmig, teils etwas unförmig. Nahezu die gesamte Frucht ist feinrau berostet, die Deckfarbe sonnenseits dunkel- bis bräunlichrot (baumfrisch bereift, dann rosafarben) auf bis zur Hälfte der Frucht, bei Schattenfrüchten fehlend; Wikipedia beschreibt die reifen Früchte hellgrün bis gelb mit rötlichbrauner Sonnenseite. Der Stiel ist lang, mitteldick, oft leicht gebogen, zur Frucht hin fleischig verdickt und sitzt in einer eng und flach eingesenkten Stielgrube, öfter seitlich von einem kleinen Fleischwulst gedrückt; der fleischige Fruchtansatz ist graugrün, bei Reife orangebraun bis bronzefarben. Das Blatt ist rundlich-oval, vorn stumpf gespitzt, mittelgrün. Die genaue Herkunft der Sorte ist unbekannt; ihr Name leitet sich vom kölschen "Öllisch"/"Öllich" (= Zwiebel) ab. 1916 wird eine "Öligsbirne" in der "Rheinischen Monatsschrift für Obst-, Gemüse- und Gartenbau" (Heft 1, S. 3) genannt, 1928 in derselben Zeitschrift (Heft 10) in einem Aufsatz über den "Obstbau im Kreise Mayen" die "Oelligs- oder Zwiebelbirne". Verbreitet ist sie im Streuobst des Rhein-Sieg-Kreises und des Kreises Ahrweiler, vermutlich auch rheinaufwärts im Raum Mayen und Koblenz; mit dem Verschwinden der lokalen Krautfabriken und des häuslichen Krauteinkochens verschwand sie aus dem Anbau, in Baumschulen wird sie spätestens seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr angeboten. Der Pomologen-Verein führt sie als Regionalsorte und "stark gefährdet"; als Verwechslersorten werden Gute Graue, Volkmarser Birne und Gräling genannt. Beschreibung nach H.-J. Bannier (Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt / Pomologen-Verein, Text aus: LVR-Netzwerk Umwelt mit den Biologischen Stationen im Rheinland, "Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland – vom Aussterben bedroht!", 2010), ergänzt durch den Sortenflyer der Biologischen Stationen im Rheinland (LVR) und den Wikipedia-Artikel.
Quellen: Ölligsbirne – Sortenporträt, Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (Pomologen-Verein) · Ölligsbirne – Obstsortenflyer, Biologische Stationen im Rheinland (LVR) · Ölligsbirne – Wikipedia · Ölligsbirne – Wikidata (Q15868000) · Ölligsbirne – LiKK e.V. · Molekulargenetik Birnen NRW – NABU NRW (PDF-Tabelle) · Sortenportraits Birne – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-07-29). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Hervorragende Kochbirne.
Der Baum der Ölligsbirne wächst sehr stark und kann imposante, eichenstarke Bäume bilden, die ein Alter von weit über einhundert Jahren erreichen können. Wenn sie als Solitärbäume stehen, bilden sie eine dichte hochkugelige Krone mit zahlreichen starken und steil stehenden Seitenästen sowie reichlicher Fruchtholzbildung. Selten haben die Bäume einen dominierenden Mittelstamm. Auch alte Bäume sind oft noch vital und reagieren auf einen Schnitt mit einer kräftigen Neutriebbildung. Gegenüber Schorf und Obstbaumkrebs ist die Sorte kaum anfällig.
Kleine bis mittelgroße Frucht, die fast ausschließlich zur Krautbereitung genutzt wurde. Baum langlebig und landschaftsprägend mit markantem drehwüchsigem Stamm.
| Baum | treedoc-ID | Bongert | Position | Pflanzjahr | Karte |
|---|---|---|---|---|---|
| 451 | cKI5sSF | Streuobstplantage Rommelshard | B09 | 2025 | Karte |
| OSM-Knoten | Cultivar-Tag | Art | Koordinaten |
|---|---|---|---|
| 13030322730 | Ölligsbirne | Pyrus Communis | 51.01005, 6.92231 |
OSM-Bäume, die nicht bereits als treedoc-Baum geführt werden.