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Wirtschaftsobst Mostobst Dörrobst
Synonyme: Gehrers Rambour
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Der Baum wächst trotz des triploiden Chromosomensatzes nur mittelstark, im Alter nach BOGL-Angaben schwächer, mit hochpyramidaler, stark hängender Krone und wenigen, gut verzweigten Trieben. Die günstige natürliche Astanordnung mit mäßiger Unterordnung der Seitenäste und das ausgewogene Frucht- und Holzwachstum erleichtern es, durch Schnitt eine gut strukturierte, ausgeglichen wachsende Krone aufzubauen; ohne Pflege entwickelt sich ein ungeordneter Kronenaufbau, die Fruchtbarkeit erfordert engere Pflegeintervalle. Die Sorte ist ausreichend wuchsstark für hochstämmige Kulturen und eignet sich für Halbund Hochstamm sowie für Streuobstwiesen. Der Ertrag setzt früh ein, ist hoch und ziemlich regelmäßig. Die Blüte ist spät. Die Sorte ist wenig anfällig für Schadpilze, robust gegenüber Schorf und Mehltau; auf schweren Böden etwas anfällig für Obstbaumkrebs; nach BOGL auch Feuerbrand selten, etwas anfällig für Blattläuse und Obstmade. Aufgrund des sortentypisch hohen Säuregehalts ist sie nicht für raue Lagen zu empfehlen, nach Silbereisen auch nicht für spätfrostgefährdete Lagen; Früchte aus Höhenlagen sind zu sauer, eher für wärmere Lagen geeignet.
Die Früchte sind stark säuerlich bis sauer, ohne besonderes Aroma, und reifen Mitte bis Ende Oktober (Pflückreife), teils erst Anfang bis Ende Oktober je nach Standort. Als Tafelapfel kommt die Sorte kaum infrage; sie ist ein Wirtschafts- und Mostapfel, als Säureträger für Most und Saft geeignet, mit überdurchschnittlicher Saftausbeute; auch zum Backen wird sie genannt. Die Früchte müssen wegen Stippe, Glasigkeit, Fleischbräune und Neigung zu Fruchtfäulen (Monilia) schnell verarbeitet werden; die Lagerfähigkeit ist gering, etwa einen Monat, formal bis März möglich. Als triploide Sorte ist sie ein schlechter Pollenspender und als Befruchter ungeeignet.
Die mittelgroßen bis großen, relativ schweren Früchte sind kugelig bis hochkugelig, selten eiförmig, mit glatter Schale; die Grundfarbe ist grünlich (grünlich gelb bis grün), die Deckfarbe trüb braunrot, mehr oder weniger ausgedehnt, teils verwaschen. Ein weißliches Farbenspiel findet sich im Bereich der Stielgrube, die Lentizellen sind weißlich verwaschen; Berostung fehlt fast ganz. Der Stiel ist meist fleischig, knopfig und eher kurz; der Kelch ist geschlossen bis halboffen mit langen Blättern. Das Fleisch ist grünlich weiß, saftig und fest. Die Kerne sind mittelgroß, kastanienbraun und als Triploide häufig schlecht ausgebildet. Die Sorte entstand um 1885 als Zufallssämling auf einem Grundstück des Kammersängers Sontheimer in Jebenhausen bei Göppingen (Baden-Württemberg) und ist nach dem späteren Grundstückseigentümer Heinrich Gehrer benannt; eine Abstammung vom Roten Trierer Weinapfel wird vermutet, konnte molekulargenetisch aber nicht bestätigt werden. Ihr traditionelles Verbreitungsgebiet ist das Vorland der mittleren Schwäbischen Alb um Göppingen; seit den 1970er-Jahren wurde sie als empfehlenswerte Mostapfelsorte Baden-Württembergs in Baumschulsortimente aufgenommen. Die Angaben folgen dem Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (obstsortenerhalt.de), dem BUND Lemgo bzw. H.-J. Bannier und Rolf Meyer (Bergischer Streuobstwiesenverein), dem Berufsverband der Obst-, Garten- und Landschaftspfleger Baden-Württemberg (BOGL) sowie Wikipedia.
Quellen: Gehrers Rambur – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt · Gehrers Rambur – Bergischer Streuobstwiesenverein (Bannier/Meyer) · Gehrers Rambour – BOGL Baden-Württemberg · Gehrers Rambour – Wikipedia
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (z-ai/glm-5.3 + deepseek/deepseek-v4-flash, 2026-10-22). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.