Kirsche · Prunus avium Archiv mv74gn068m ↗ Verlauf
Kunzes Kirsche ist eine Kirschsorte mit gelb-bunter Frucht, die nachreifend recht rot wird. Das Fruchtfleisch gilt als aromatisch und sehr süß. Der Baum ist starkwüchsig und kommt im Streuobst gelegentlich vor, sodass sich die Sorte für diese Bewirtschaftungsform eignet.
Synonyme: Wallhäuser, Zotteltürkine
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Die 'Kunzes Kirsche' wächst stark und gesund; auf kargen Böden fallen gelegentlich auch schwächer wachsende Bäume auf. Die Krone ist breit pyramidal mit etwas hängenden Seitenästen, das Laub liegt dachziegelartig übereinander. Die Blütezeit ist mittelspät (das Sortenschild der LWG Bayern gibt "späte Blüte" an). Der Ertrag wird als hoch bezeichnet, obwohl die Früchte eher klein sind. Als früh reifende Sorte bleibt sie von der Kirschfruchtfliege verschont und ist madenfrei; ihre gelb-bunte Färbung macht sie zudem kaum anfällig für die Kirschessigfliege, und zur Reifezeit ist der größte Hunger der Vögel bereits gestillt. Wegen ihrer Gesundheit und Starkwüchsigkeit gilt die Sorte als bestens für die Streuobstwiese geeignet.
Das weißliche Fruchtfleisch ist weich, sehr süß und aromatisch; der Geschmack gilt als ausgezeichnet. Die Früchte taugen zum Frischverzehr und nach Angaben des Erhalternetzwerks für jegliche Form der Verarbeitung. Geerntet wird früh bis mittelfrüh, etwa in der 2. bis 3. Kirschwoche; die Früchte sind platzfest. Noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war die Sorte als Handels- und Marktkirsche geschätzt.
Die Frucht ist knapp mittelgroß bis eher klein (18,5 : 22 : 18 mm), breitrund, stiel- und stempelseits abgeflacht und wirkt etwas eckig. Die Grundfarbe ist hellgelb mit orange-roter Deckfarbe, vollreif wird die Frucht recht rot und ist deutlich hell gestrichelt; der Stiel ist mittellang bis lang (4–5 cm), mitteldick und hellgrün, der Stein klein und asymmetrisch oval bis leicht zugespitzt. Die Sorte wurde nach dem thüringischen Lehrer und Obstzüchter Kunze aus Wallhausen (Kreis Sangerhausen) benannt, der sie seit 1800 verstärkt verbreitete; möglicherweise stammt sie ursprünglich aus dem Rheinland bei Bingen. Verbreitungsschwerpunkt war zunächst das Kirschanbaugebiet Wallhausen, später war sie überregional mit Schwerpunkt Mitteldeutschland vertreten und gehörte zum Diemitzer Sortiment; "Deutschlands Obstsorten" (Müller et al. 1905–1934) bezeichnete sie als eine der wertvollsten Handelssorten, 1926 wurde ihr Geschmack im "Praktischen Ratgeber im Obst- und Gartenbau" gerühmt, und 1951 führten sie noch fünf Landwirtschaftskammern in ihren Empfehlungslisten, bevor sie rasch an Bedeutung verlor. Heute ist sie als gefährdet eingestuft; gelegentlich stehen noch Altbäume im Streuobst, im Rheingebiet kommt die Sorte dort ebenfalls vereinzelt vor. Synonyme sind 'Zotteltürkine' und 'Wallhäuser'. Die Darstellung beruht auf dem Sortenporträt des Erhalternetzwerks Obstsortenvielfalt (Carina Pfeffer 2026, ältere Fassung von Annette Braun-Lüllemann 2014), ergänzt durch das Porträt auf pfeffer-land.de und das Sortenschild der LWG Bayern.
Quellen: Kunzes Kirsche · Kunzes Kirsche - Carina Pfeffer · Sortenschilder 2025: Süßkirschen (LWG Bayern) · Obstsortenliste Bannier/Braun-Lüllemann: Alte Süßkirschensorten (Bonn 2011) · Kunzes Kirsche (BUND-Lemgo Obstsortendatenbank) · Süßkirsche Kunzes Kirsche · Kirsche, Süßkirsche, Sorte: Kunzes Kirsche - Quagga Illustrations
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-24). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
frühe bis mittelfrühe Reife (2.- 3. KW) Der Ursprung ist etwas unklar, eventuell stammt die Kirsche aus dem Rheinland, hier kommt sie im Streuobst gelegentlich vor. Um 1800 vom Lehrer Kunze in Thüringen eingeführt. Eine gewisse Verbreitung gab es in der 1.Hälfte des 20. Jhd. Die Frucht ist klein bis mittelgroß, gelb-bunt gefärbt und wird recht rot. Sie ist breitrund, mit flachen Schultern und deutlichem Grübchen. Der Fruchtstein ist ziemlich klein und asymmetrisch, das Fruchtfleisch aromatisch und sehr süß. Der Baum ist starkwüchsig, gesund, breitpyramidal mit etwas hängenden Seitenästen; die Blätter liegen dachziegelartig übereinander. (Carina Pfeffer)