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Lord Grosvenor

Apfel · Malus domestica Archiv nv174rct4m ↗ Verlauf

Lord Grosvenor ist eine Apfelsorte, die in der Praxis weniger als Obstsorte, sondern als Unterlage verwendet wird. Sie eignet sich auch als Stammbildner. Ihre Bedeutung liegt damit im Anbau und in der Vermehrung anderer Sorten, nicht im Tafelobst.

Herkunft
England (Herkunft unklar), erstbeschrieben in der Herefordshire Pomona
Seit
1889
Wüchsigkeit
schwach bis mittel
Ernte
Mitte September – Ende September (09C-09E)
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte

Wirtschaftsobst Mostobst

#stammbildner#unterlage

Synonyme: Jolly Begar

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Baum wächst schwach bis mittelstark und bildet eine hochkugelige Krone; nach H.J. Bannier lässt die Wuchskraft im Alter nach. Er gilt als robust und wenig krankheitsanfällig, sodass der Anbau als unproblematisch beschrieben wird. Die Ansprüche an Boden und Lage sind gering, sofern der Boden ausreichend feucht ist. Die mittelfrühe Blüte erscheint anhaltend und ist unempfindlich gegen Frost und Nässe; die Sorte ist ein guter Pollenspender. Der Ertrag setzt früh ein und fällt sehr hoch und verhältnismäßig regelmäßig aus. Damit die Qualität nicht leidet, muss das Fruchtholz regelmäßig verjüngt und ein überreicher Fruchtbehang ausgedünnt werden. Für die Streuobstwiese ist die Sorte nur eingeschränkt geeignet — das Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee rät wegen des eher schwachen Wuchses und der frühen Reife von der Verwendung im Streuobstanbau ab.

Es handelt sich um einen typischen Wirtschaftsapfel für die häusliche Verwertung und das Kochen sowie für Saft. Das weiße bis grünlichweiße Fleisch wird rasch mehlig und schmeckt nach dem Erhalternetzwerk deutlich sauer, ohne jedes Aroma; das Kompetenzzentrum beschreibt es als weich, mild süßsäuerlich und wenig aromatisch — ein nennenswertes Aroma fehlt übereinstimmend, und auf Banniers Skala (1 = sehr gut) erreicht die Frucht nur eine mäßige Geschmacksnote. Das Erhalternetzwerk hält eine Nutzung als früher Saftapfel beziehungsweise Säurebringer für den Most ähnlich dem Seestermüher Zitronenapfel für denkbar. Geerntet wird je nach Angabe Mitte August bis Anfang September (Erhalternetzwerk) beziehungsweise in der zweiten Septemberhälfte (Bannier: 07.09.–21.09.); gelagert lassen sich die Früchte etwa drei Wochen. Bereits Abendroth warnte 1917, dass Haltbarkeit und Qualität für den damaligen Massenanbau zu schlecht seien.

Die große bis sehr große Frucht ist unregelmäßig kegelfömmig bis rundlich gebaut, oft ungleichseitig und kelchseits auffallend kantig bis leicht rippig. Die grüne Schale hellt schon am Baum zu Gelb bis Hellgelb auf, eine Deckfarbe fehlt. Die Kelchgrube ist knautschig gefaltet und trägt typische Fleischperlen; die Kelchhöhle ist tief und lang becher- bis spitzkegelförmig und kann als breite Röhre bis zum Kernhaus reichen. Das weit offene Kernhaus besitzt halbmond- bis mondsichelförmige, meist leicht gerissene Wände und viele mittelgroße, teils dunkelbraune Kerne. Die Sorte wurde erstmals in der Herefordshire Pomona unter dem Namen Jolly Begar beschrieben; ihre eigentliche Herkunft gilt als unklar, während das Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee England um 1872 mit Einführung nach Deutschland 1880 nennt — Engelbrecht führte sie 1889 in Deutschland auf. Um 1900 erlebte sie als früh und reich tragende Sorte einen regelrechten Anbau-Boom mit Anlagen von tausenden Bäumen, spielte aber nach den Warnungen über schlechte Haltbarkeit schon ab den 1930er Jahren kaum noch eine Rolle. Heute ist sie selten und gilt als stark gefährdet. Verwechslungen sind mit Lord Suffield, Weißer Klarapfel, Lord Derby und Deans Küchenapfel möglich. Die Beschreibung beruht auf den Sortenporträts von H.J. Bannier (Bergischer Streuobstwiesenverein), dem Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (Pomologen-Verein) und dem Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee.

Quellen: Lord Grosvenor – Bergischer Streuobstwiesenverein e.V. · Lord Grosvenor · Lord Grosvenor – Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee · Apfel Lord Grosvenor – Obstarche Reddelich · Apfelbaum, Sommerappel 'Lord Grosvenor' – alte-obstsorten-online.de (Schwerdtfeger Obstbaumschulen)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-24). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

#stammbildner #unterlage

Weblinks