obstdoc / Grauschale
Anmelden mit OSM

Grauschale

Apfel · Malus domestica Archiv pbfqrrmt6m ↗ Verlauf

Die Grauschale ist ein Apfel aus Aachen, der Mitte Oktober geerntet wird und sich von da an bis Ende April lagern lässt. Der Baum wächst stark, bildet große Kronen und kann entsprechend viel Raum einnehmen; die im Streuobst noch anzutreffenden Exemplare sind teils bis zu einhundert Jahre alt. Als vermutlich diploide Sorte dürfte sie zudem ein guter Befruchter für andere Apfelsorten sein. Die Früchte selbst sind klein, hochkugelig bis abgerundet kegelförmig.

Herkunft
Aachen
Wüchsigkeit
stark
Wuchsform
überhängend
Ernte
Mitte Oktober (10C)
Blüte
mittelspät
Genussreife
Mitte Oktober – Ende April (10C-04E)
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Tafelobst Wirtschaftsobst

Synonyme: Rauhschale

Web-Suche: Wikipedia · Ecosia · DuckDuckGo · Mojeek

Dokumentierte Bäume (treedoc) 0

Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.

Weitere OSM-Bäume 0

Keine zusätzlichen OSM-Bäume dieser Sorte im Suchradius.

Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Baum der Grauschale wächst stark und bildet große, sehr alt werdende Kronen; die Leitäste stehen zunächst steil und hängen später unter dem Fruchtgewicht außen über. Er bildet viel kurzes Fruchtholz, so dass bei mangelnder Schnittpflege verdichtete Fruchtholzpartien in der Krone entstehen. Das Laub ist relativ groß, hellgrün und länglich-oval, an den Rändern häufig etwas nach oben gewellt. Die Sorte gilt als robuste Streuobstsorte: nicht anfällig für Schorf und Mehltau, nur gering anfällig für Obstbaumkrebs. Vorkommen aus Höhenlagen sind bislang nicht bekannt. Die Blüte ist mittelspät; als vermutlich diploide Sorte dürfte die Grauschale ein guter Befruchter für andere Apfelsorten sein. Sie trägt reich und regelmäßig und alterniert kaum, neigt bei ungenügendem Schnitt jedoch zur Kleinfrüchtigkeit. Wegen der möglichen Endgröße des Baumes wird sie für Obstwiese und größere Hausgärten empfohlen.

Die Früchte werden um Mitte Oktober pflückreif und bleiben genussreif bis ins Frühjahr, etwa bis April. Das Fruchtfleisch ist fest, später etwas mürbe, von mittlerem Saftgehalt, bei längerer Lagerung etwas trocken, im Geschmack würzig-säuerlich. Die kleinen Äpfel dienen heute vor allem als Wirtschaftsapfel in der Küche; traditionell werden sie „gestooft“, also ganz oder geviertelt mit Wasser, Zucker und Zimt geköchelt und als Nachtisch gegessen. Liebhaber würzig-säuerlicher Äpfel können die Aachener Grauschale auch als Tafelapfel nutzen.

Die Frucht ist klein, hochkugelig oder abgerundet (hoch) kegelförmig, zum Kelch hin deutlich verjüngt, stiel- und kelchseitig abgeflacht, kelchseitig manchmal spitzkegelig, stielbauchig und im Querschnitt unregelmäßig rund. Die Grundfarbe ist bei Pflückreife kaltfarbig grün, später grünlich gelb bis hellgelb, wegen der starken Berostung aber kaum sichtbar; fast die ganze Frucht ist berostet (bei Pflückreife graubräunlich, später hell zimtbraun), nur um den Kelch reißt die Berostung netzartig auf. Eine Deckfarbe fehlt; die Schale ist rau und uneben, die Schalenpunkte erhaben und fühlbar. Die Kelchgrube ist meist flach und eng bis mittelweit, der Kelch mittelgroß und geschlossen; die Stielgrube ist mittelweit und mitteltief bis tief, der Stiel mittellang und mitteldick, aus der Grube herausragend. Kelchhöhle klein, dreieckig, trichterförmig, Kernhaus mittelgroß und stielnah mit ohrenförmigen Wänden und geschlossener Achsenhöhle, Kerne relativ groß und breit, dunkelbraun. Die Herkunft dieser vermutlich sehr alten Sorte ist unbekannt; sie kommt im Raum Aachen unter dem Namen Grauschale (seltener „Rauhschale“) vor, einzelne Altbäume im Streuobst sind bis zu hundert Jahre alt. Nach ihrem Aussehen gehört sie zur Sortengruppe der Grauen Renetten, ist mit anderen heute bekannten „grauschaligen“ Sorten aber nicht identisch; ob es sich um eine reine Lokalsorte handelt oder um eine in der Literatur des 19. Jahrhunderts beschriebene, verschollene graue Renette (etwa den Grauen Flandrischen Pepping), ist offen, weshalb der Name Grauschale einstweilen beibehalten wird. Als Verwechsler werden Osnabrücker Renette, Strauwaldts Parmäne, Graue Herbstrenette und Parkers Pepping genannt; der Gefährdungsgrad wird mit „vom Aussterben bedroht“ angegeben. Die Sorte wurde im Rahmen des LVR-Projekts zu lokalen und regionalen Obstsorten im Rheinland (Handbuch 2010, 2. Aufl. 2017) erfasst und in den Sortengarten der Biologischen Station StädteRegion Aachen aufgenommen. — Beschreibung nach Hans-Joachim Bannier (Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt / Pomologen-Verein) und dem LVR-Sortenflyer der Biologischen Stationen im Rheinland.

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-08-11). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Weblinks