Birne · Pyrus communis Archiv pdft5x37b8 ↗ Verlauf
Synonyme: Pichelbirne, Rote Pichelbirne
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Die Rotpichelbirne wächst mittelstark und erreicht auf dem Standort eine mittlere Größe mit vielen langen, starken Ästen; der Stamm zeigt eine grobrissige Rinde, an der sich die Sorte gemeinsam mit Fruchtform und Geschmack erkennen lässt. In der Baumschule liefert sie noch brauchbare Stämme und wird deshalb als Stammbildnerin geführt – Rudolf Trenkle nahm sie 1950 in sein Obstsortenwerk unter den Birnen-Stammbildnersorten auf; als geeignete Baumform wird der Hochstamm genannt. Ihre Ansprüche an Boden und Klima sind bescheiden: Sie gedeiht noch in rauheren Lagen und verdient dort nach dem Arche-Noah-Datenblatt häufiger angepflanzt zu werden. Die Blüte steht zeitlich mittel. Der Ertrag setzt früh ein und fällt ziemlich reich aus, wobei die Fruchtbarkeit insgesamt als befriedigend bezeichnet wird; als Schwächen gelten Alternanz im Ertrag und eine vergleichsweise geringe Langlebigkeit, denn die Sorte erreicht kein hohes Alter.
Das gelbliche Fruchtfleisch ist grobkörnig, sehr saftreich und von herbsüßem Geschmack. Die Früchte reifen von September bis Oktober, lassen sich aber nur kurze Zeit aufbewahren und nur auf kleinen Entfernungen transportieren. Die Hauptverwendung ist das Dörren – im Mostviertel zählt die Rotpichelbirne zu den beliebtesten Dörrbirnen. Auch zum Mosten dient sie: Mit rund 10 % Zucker, 2,3 Gew-‰ Säure und 0,4 Gew-‰ Gerbstoff gibt sie einen wenig haltbaren Most, der sich jedoch gut zum Verschneiden mit Apfelmost oder dem Most anderer Birnensorten eignet.
Die Frucht ist für eine Mostbirne ziemlich groß – zwei Früchte wiegen zusammen etwa 93 g – und birnförmig, häufig auch kegelförmig. Die Schale färbt sich in voller Reife goldgelb und läuft sonnseitig rot an; sie ist mit vielen kleinen Punkten besetzt und um den Kelch berostet. Der kleine Kelch ist offen und flach vertieft, seine Blättchen stehen schräg aufrecht; der mittellange Stiel ist zuweilen fleischig, an der Basis grün und gegen das Ende braun. Das Kerngehäuse ist schwach hohlachsig, die Kerne vollständig ausgebildet und dunkelbraun; das Blatt ist dunkelgrün, glänzend und etwa 57:86 mm groß. Die Sorte dürfte aus Oberösterreich stammen, wo sie stark verbreitet und sehr geschätzt wird; auch in Niederösterreich ist sie allgemein bekannt. Ihren Namen trägt sie nach „Pichel“ (Bühel) = Hügel. Schmidberger beschrieb sie erstmals 1824, Josef Löschnig stellte sie 1913 in „Die Mostbirnen“ ausführlich dar; das österreichische Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft führt sie heute unter den autochthonen Mostbirnensorten des Landes, und im baden-württembergischen Landes-Sortengarten „Unterer Frickhof“ ist sie ebenfalls erhalten. Von der anspruchsvolleren, gleichnamigen Grünen Pichelbirne unterscheideten Zeitgenossen Liegels die rote Form bereits als eigene, größere und fast kegelförmige Oktober-Mostbirne. Die Beschreibung beruht im Wesentlichen auf dem Arche-Noah-Sortendatenblatt, wiedergegeben im Austria-Forum-Heimatlexikon, ergänzt durch BMLUK, Löschnig (1912/1913) und Trenkle (1950).
Quellen: Rote Pichelbirne · Österreichische Mostbirnensorten – BMLUK · Die Pichelbirne – Illustriertes Handbuch der Obstkunde Nr. 235 (Scan)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-24). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.