Apfel · Malus domestica Archiv pqrg3gsarw ↗ Verlauf
Der Sonnenwirtsapfel bildet große, sehr alt werdende Bäume und trägt hoch und regelmäßig. Die Sorte gilt als sehr robust. Ihr Geschmack ist etwas säuerlich, was sie für kräftigen Most und als Backapfel geeignet macht, für den Frischverzehr aber weniger mild ausfallen lässt. Nach der Lagerung reichen die Früchte in der Genussreife bis Ende Februur, sodass ein langer Vorrat möglich ist.
Tafelobst Wirtschaftsobst Stammbildner
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Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.
| OSM-Knoten | Cultivar-Tag | Art | Koordinaten |
|---|---|---|---|
| 3313235084 | Sonnenwirtsapfel | Malus domestica | 49.06712, 8.48288 |
OSM-Bäume, die nicht bereits als treedoc-Baum geführt werden.
Der Sonnenwirtsapfel wächst mittelstark bis stark, bildet wenig verzweigtes Fruchtholz und hängt im äußeren Kronenbereich leicht durch. Bei ausreichender Pflege erreicht er ein hohes Alter und kann dann recht groß werden; die Krone ist gleichmäßig kugelig, nach der bayerischen Darstellung breit pyramidal und mächtig, mit auffallend kräftigem, dunkelgrünem Laub. Die Sorte zeichnet sich durch ausgesprochen hohe Widerstandskraft gegen Krankheiten aus; für Schorf und Mehltau ist sie nur gering anfällig (Angabe für Warmlagen). Ihr Klimaanspruch ist gering, sie gilt als anspruchslos und ist auch für höhere Lagen geeignet. Die Blüte erscheint mittelfrüh und ist recht frostunempfindlich; zur Fruchtbildung wird ein Befruchter benötigt, geeignet sind andere mittelfrüh blühende Sorten wie Cox Orange, Graue Herbstrenette, Idared, Josef Musch oder Kardinal Bea. Der Ertrag ist mittelhoch bis hoch und setzt regelmäßig ein – die bayerische Streuobstdatenbank bewertet ihn demgegenüber als gering, selbst auf schwachwachsenden Unterlagen, und misst der Sorte im Vergleich mit anderen Mostsorten keinen vorderen Platz bei Ertrag und Inhaltsstoffen zu. Dort heißt es auch, die Früchte seien nicht windfest. Für den landschaftsprägenden Streuobstanbau wird die Sorte besonders empfohlen, ebenso für die Obstwiese in höheren Lagen; früher diente sie häufig als Stammbildner. Ein jährlicher Schnitt ist zwar nicht zwingend erforderlich, aber sinnvoll, um große, hochwertige Früchte zu ernten; ohne regelmäßige Erneuerung des Fruchtholzes nehmen die Früchte an Größe ab. Will man den Baum alt werden lassen, sollten radikale Schnitte ins alte Holz vermieden werden. Für kleinere Gärten wird eine schwachwachsende Unterlage wie M27 oder MM106 mit stabiler Baumanbindung empfohlen, am besten entwickelt sich die Sorte jedoch als Hoch- oder Halbstamm auf einer Obstwiese, wo sie nur gelegentlich ausgelichtet wird.
Pflückreif sind die Früchte ab Mitte September bis Anfang Oktober, die Genussreife beginnt im November und reicht bis März; im Naturlager sind die Äpfel bis Ende Februar haltbar, etwa fünf Monate lang verwertbar. Das Fruchtfleisch ist fest und saftig und schmeckt feinsäuerlich und fruchtig mit leichtem Aroma; die bayerische Beschreibung nennt stattdessen eine hervortretende Säure ohne besonderes Aroma. Die Sorte ist vor allem ein Wirtschaftsapfel, eignet sich aber auch als Tafel- und Küchenobst, ist gut zum Backen und für Most geeignet und wird für die häusliche Verwertung empfohlen.
Die Frucht ist mittelgroß bis groß (160–190 g, mitunter bis etwa 200 g) und unregelmäßig geformt: kugelförmig abgeflacht bis breit-kegelförmig abgestumpft, selten walzenförmig und stielbauchig, meist mit drei bis fünf breiten Kanten und unebener Oberfläche, manchmal ungleichhälftig („ramburförmig“). Die Grundfarbe ist grünlichgelb, sonnenseits flächig mattrot marmoriert und dunkelrot geflammt, mit hell umhöften Lentizellen; die Schale erinnert an den „Geflammten Kardinal“. Die Stielgrube ist tief und stark berostet, der Stiel sehr kurz, dick und knopfig; die Kelchgrube mitteltief mit deutlichen Rippen, der Kelch halboffen bis offen. Das Kernhaus sitzt kelchnah, die großen Kerne sind lang zugespitzt und hellbraun. Der Sonnenwirtsapfel ging als Zufallssämling auf dem Grundstück des Backnanger Gastwirts („Sonnenwirt“) in Backnang (Rems-Murr-Kreis, Baden-Württemberg) auf und stammt vermutlich vom dort stehenden „Geflammten Kardinal“ ab; beschrieben wurde er 1932 (das LOGL-Infoblatt nennt 1937 als Entdeckungsjahr). Heute ist die Sorte in Süddeutschland verbreitet; H.-J. Bannier führt sie unter den 100 häufigsten Apfelsorten des deutschen Streuobstanbaus. Verwechselbar ist sie insbesondere mit Raafs Liebling sowie mit dem Eifeler Rambur. 2017 wählte der Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg (LOGL) sie zur Streuobstsorte des Jahres; an der LVWO Weinsberg dient ihre Robustheit als Kreuzungspartner in der Züchtung robuster Streuobstsorten. Die Beschreibung beruht vor allem auf dem Sortenblatt des Kompetenzzentrums Obstbau-Bodensee (KOB Bavendorf), dem LOGL-Infoblatt zur Streuobstsorte des Jahres 2017 und dem Steckbrief von „Streuobst in Bayern“.
Quellen: Sonnenwirtsapfel – Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee (KOB) Bavendorf, Sortenblatt · Sonnenwirtsapfel – Streuobst in Bayern · Infoblatt Streuobstsorte des Jahres 2017: Sonnenwirtsapfel (LOGL Baden-Württemberg) · Empfehlenswerte Obstsorten – robuste Apfelsorten für den Streuobstbau (Landratsamt Zollernalbkreis) · Sonnenwirtsapfel: Vom Anbau bis zur Ernte – Plantura Magazin · Dr. F. Rueß (LVWO Weinsberg): Züchtung mit Streuobst-Apfelsorten – 11. Landesweiter Streuobsttag BW · H.-J. Bannier: Die 100 häufigsten Apfelsorten im deutschen Streuobst mit ihren Verwechslern (hosted auf werner-nussbaum.de)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Sonnenwirtsapfel: • Blüte mittelfrüh • Pflückreife: E September/ A Oktober • Genussreife: bis E Februar • etwas säuerlich mit leichtem Aroma • große Bäume, werden sehr alt, breit anbaufähig • sehr robust • mittelstark bis stark wachsend • Ertrag hoch und regelmäßig • Verfügbarkeit in Baumschulen und Reiser bei DGO, PV #langlebig
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