Birne · Pyrus communis Archiv py6ga22gzg ↗ Verlauf
Die Williams Christbirne blüht mittelspät, und ihre Blüten sind wenig spätfrostempfindlich, entgeht Spätfrosteinbrüchen also weitgehend. Sie ist ein ausgesprochener Massenträger und liefert entsprechend hohe Erträge für die Mostgewinnung; zudem eignet sie sich als Stammbildner und wird als Unterlage verwendet. Dem stehen einige Nachteile gegenüber: Die Sorte benötigt eine Befruchtersorte in der Nähe, und ihr Holz gilt als nicht sehr frosthart — auf schwerem Boden und in exponierten Lagen können einzelne Zweige im Winter zurückfrieren.
Tafelobst Brennobst
#stammbildner#unterlage
Synonyme: Bartlett, Bartlett (USA), Salisbirne, Williams Bon Chretien, Williams Christ
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Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.
| OSM-Knoten | Cultivar-Tag | Art | Koordinaten |
|---|---|---|---|
| 12848530624 | Williams Christ | 51.44728, 10.44220 | |
| 3319970091 | Williams Christ | Pyrus communis | 49.06740, 8.48059 |
OSM-Bäume, die nicht bereits als treedoc-Baum geführt werden.
Der Baum wächst in der Jugend mittelstark bis stark und hochgehend, lässt dann nach und bildet mit schräg aufrecht bis steil stehenden Ästen eine spitz- bis breitpyramidale Krone, die sich unter der Fruchtlast zunehmend senkt. Der Ertrag setzt sehr früh ein und fällt hoch und regelmäßig aus; die Sorte gilt als Massenträger mit viel kurzem Fruchtholz. Die Blüte erscheint nach neueren Porträts mittelspät (ältere Darstellungen geben mittelfrüh bis spät an), die Sorte ist diploid und ein guter Pollenspender. In der Gesundheit ist sie anspruchsvoll: Als sehr anfällig für Fruchtschorf gilt sie in allen aktuellen Bewertungen — die historischen Beschreibungen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts nannten noch eine schwache Anfälligkeit bzw. schorffreies Laub, das heutige Urteil fällt deutlich kritischer aus. Zudem ist sie feuerbrandanfällig, wird stark von Obstmade und Birnblattsauger befallen, die Blätter sind sonnenbrandanfällig, und die Früchte bekommen nach der Ernte leicht Druckstellen. Ohne regelmäßigen Pflanzenschutz kann die Sorte nicht empfohlen werden; wegen der starken Schorfanfälligkeit raten aktuelle Porträts von ihr im Streuobst und Hausgarten ab. An den Standort stellt sie höhere Ansprüche: warme, nährstoffreiche, durchlässige Böden, geschützte Tal- bis mittlere Höhenlagen (Anbau bis etwa 350 m empfohlen). Sie ist hoch empfindlich gegenüber strengem Winterfrost und Frostlagen — auf schwerem Boden ist der Baum nicht winterhart (vielfacher Frostschaden bereits im Winter 1927/28), das Holz insgesamt nicht sehr frosthart. Bis zur Baumreife ist die Sorte nicht windfest; die großen Früchte werden bei Wind abgeworfen, weshalb Hochstämme einen windgeschützten Platz brauchen. Auf Quitte gedeiht sie nur in Ausnahmefällen und wird dort weder alt noch groß; für kleine Formen ist eine Zwischenveredlung (z. B. mit Gellerts Butterbirne) nötig, sonst veredelt man auf Birnensämling/Wildling — Spitzenqualitäten erreicht sie nur auf schwach wachsenden Unterlagen. Alle Erziehungsformen sind möglich: Busch, Hoch- und Halbstamm in geschützten Lagen sowie Wandspalier, das sich auch an nördlichen Mauern und in höheren Lagen bewährt. Zur Pflege gehören straffer Aufbauschnitt, Pflegeschnitte zur Fruchtholzerneuerung (Leitäste lang schneiden) und reichliche Düngung, da der sonst den Trieb einstellt und kleine Früchte bringt.
Das gelblichweiße Fleisch ist vollschmelzend, sehr saftig, harmonisch süßsäuerlich und trägt ein ausgeprägtes muskatartiges Aroma — eine klassische Tafelbirne ersten Rangs. Geerntet wird rund zehn Tage vor der Baumreife, wenn die Früchte gelblich zu werden beginnen (Pflückreife Ende August bis Anfang September, in warmen Lagen schon Ende August); zu früh gepflückt bleiben die Birnen hart, zu spät gepflückt werden sie schnell mehlig bzw. teigig. Die Genussreife liegt im September; die Früchte halten sich 10–14 Tage im Naturlager und 2–3 Monate im Kühllager. Neben dem Frischverzehr eignet sich die Sorte zum Einmachen und Einlegen und liefert erstklassiges Kompott — eingemacht bleibt das Fleisch auffallend weiß, weshalb Konservenfabriken früher die höchsten Preise dafür zahlten — und sie ist die Grundlage des Williams-Birnenbrands, des Standard-Birnenbrands.
Pomologisch: Frucht mittelgroß bis groß, birnenförmig, typisch feinbeulig und unregelmäßig; kräftiger, brauner, holziger Stiel in einer deutlichen, etwas beuligen Grube, meist mit kleiner Rostkappe; Kelch halboffen bis geschlossen; dünne Schale, Grundfarbe grünlichgelb und nach Hellgelb aufhellend, Deckfarbe hauchartig orangerot, auch streifig, Berostung um Kelch und Stiel; Kernhaus hohlachsig mit kleinen Fächern und gut entwickelten dunklen Samen. Es gibt eine kräftig rot gefärbte Mutante (Rote Williams). Die Sorte entstand vor 1770 in Berkshire (England) — nach den meisten Angaben im Garten eines Lehrers Stair, nach anderer Überlieferung aus einer Kernsaat des Schulmeisters M. Wheeler in Aldermaston — und wurde vom Baumschulbesitzer Williams aus Turnham Green bei London unter dem Namen „Williams’ Bon Chrétien“ verbreitet; 1816 beschrieb sie die Londoner Gartenbaugesellschaft erstmals. Um 1797/1799 kam sie nach Amerika und wurde dort durch Enoch Bartlett als „Bartlett“ bekannt; in Deutschland wurde sie erstmals 1839 von Dittrich erwähnt und bei Oberdieck zeitweise als „Salisbirne“ geführt. Sie gehört zu den weltweit meist angebauten Tafelbirnen und ist Standardsorte des Erwerbsanbaus (Einstufung: Standardsorte), steht zwar auf der offiziellen NRW-Vorschlagsliste alter Streuobstsorten, wird für Neupflanzungen dort wegen der Schorfanfälligkeit aber nicht empfohlen. Verwechselsorten sind Jules Guyot, Packhams Triumph und Winter Williams. Die Beschreibung beruht vor allem auf dem Sortenporträt des Erhalternetzwerks Obstsortenvielfalt (J. Meyer, 2024), dem Porträt des Bergischen Streuobstwiesenvereins, dem ARCHE-NOAH-Sortenblatt sowie den historischen Darstellungen im Illustrirten Handbuch der Obstkunde, in „Deutschlands Obstsorten“/„Nach der Arbeit“ und in „Unsere besten Deutschen Obstsorten“.
Quellen: Williams Christ · Williams Christ – Bergischer Streuobstwiesenverein e.V. · Williams Christbirne – ARCHE NOAH Sortenblatt (PDF) · Williams – Text zur Farbtafel 55 (Nederlandse Boomgaard, WUR) · Williams Christbirne – Tafel 18 „Nach der Arbeit“ (Obstsortendatenbank, PDF) · Williams Christbirne – „Unsere besten Deutschen Obstsorten“, Tafel 54 (PDF) · Williams Christbirne – Illustrirtes Handbuch der Obstkunde Nr. 191 (PDF) · Williams Christbirne – 1000 Obstbäume für die Frankenalb
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.