Apfel · Malus domestica Archiv qjh1qc7vk4 ↗ Verlauf
Der Gestreifte Matapfel gilt als robuste und schorffreie Sorte. Damit entfällt ein Pflegeaufwand, der bei anfälligeren Äpfeln regelmäßig anfällt, und der Baum kommt auch an Standorten zurecht, an denen Schorf sonst ein Thema ist. Zu Frucht, Erntezeit und Verwendung tritt diese Widerstandsfähigkeit als das hervor, was die Sorte kennzeichnet.
Wirtschaftsobst
Synonyme: Berliner Schafsnase
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Der Gestreifte Matapfel wächst mittelstark bis stark und bildet eine große, sparrige, raumgreifende Krone, die im unteren Bereich schirmförmig überhängt; im Habitus ähnelt er dem Braunen und Weißen Matapfel. Er ist an Boden und Klima anspruchslos, bevorzugt aber mäßig feuchte Böden und ist auch für höhere Lagen der Mittelgebirge (etwa den Taunus) zu empfehlen; die Sorte gilt als geeignet für den extensiven Streuobstbau. Sie ist sehr gesund und kaum krebsanfällig. Die Blüte ist vergleichsweise spät und unempfindlich; die Befruchtungsverhältnisse werden von den Quellen als nicht näher untersucht angegeben. Die Erträge sind hoch und regelmäßig, ältere Bäume neigen jedoch zur Alternanz und tragen dann als Massenträger nur jedes zweite Jahr. Empfohlen werden ein konsequenter Erziehungsschnitt und ein mäßig gehaltener Erhaltungsschnitt; wegen der Alternanzneigung erfordert der Erziehungsschnitt besondere Sorgfalt.
Das lockere, mürbe Fruchtfleisch ist sehr saftig und säuerlich, aber ohne ausgeprägtes Aroma; die Frucht duftet nur leicht, und ihre Schale ist wenig druckfest. Geerntet wird Ende September bis Anfang Oktober; die Früchte müssen auf dem Lager nachreifen und sind ab November genussreif, halten dann bis Januar und darüber hinaus (Wintersorte). Der Gestreifte Matapfel ist in erster Linie Wirtschafts- und Mostapfel und besonders wertvoll für die Apfelweinherstellung; Thomae (1876) nennt als „massenhafteste Verwendung" des Matapfels die zu Cider. Früher wurde die Sorte auch auf den Märkten von Frankfurt, Mainz und Wiesbaden gehandelt; 1869 wurde sie als „eine der allerbesten und ausdauerndsten Wirtschaftsfrüchte hiesiger Gegend" empfohlen (Trapp).
Die Frucht ist mittelgroß bis groß (150–250 g), flachkugelig, kelch- und stielseits abgeplattet und in der Draufsicht fünfkantig. Die Grundfarbe ist grünlichgelb, die Deckfarbe trübrot verwaschen und marmoriert und von dunkelroten, abgesetzten Streifen durchsetzt; die Schale ist unberostet, glatt und glänzend, trägt zahlreiche helle, unauffällige Schalenpunkte, ist in Baumreife deutlich bereift und zeigt besonders in der Stielgrube einen nicht abwischbaren weißen Belag. Der Kelch ist geschlossen und groß, mit sehr breiten, langen, sich berührenden bzw. überlappenden Kelchblättern; der Stiel ist kurz, mitteldick bis dick und meist grünlich. Das Fruchtfleisch ist auffallend gelblich, die Kerne sind klein und rundlich. Es handelt sich um eine sehr alte Landsorte unbekannter Herkunft, die bereits im 18. Jahrhundert verbreitet war und vermutlich erstmals durch Christ beschrieben wurde; 1876 grenzte C. Thomae sie in seiner Schrift über die Familie der Matäpfel klar ab, Richard Zorn beschrieb und bildete sie in seinem unveröffentlichten Manuskript (1934–39) erneut ab. In älterer Pomologie wurde sie fälschlich mit dem Weißen Matapfel bzw. dem Echten Winterstreifling gleichgesetzt (Dochnahl 1855, Lucas 1859). Zu den Namen zählen Berliner, Berliner Schafsnase, Runde Schafsnase und Steilapfel (auch Steul- oder Stoilapfel) in Wiesbaden sowie Rettigapfel in Fechenbach. Hauptverbreitungsgebiet ist heute Südhessen mit Frankfurt und Wiesbaden, wo die Sorte vereinzelt auf Streuobstwiesen steht; darüber hinaus wurde sie im südlichen Westerwald gefunden, während aus Rheinland-Pfalz, Saarland und Luxemburg keine Altbäume bekannt sind. 2010 wählte die Landesgruppe Hessen des Pomologen-Vereins sie zur Hessischen Lokalsorte des Jahres; das Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt stuft den Bestand als gefährdet ein. Zur Unterscheidung von ähnlichen Sorten werden Eifeler Rambur und Rheinischer Winterrambur genannt. Die Beschreibung beruht im Wesentlichen auf dem Sortenporträt von R. Dahlem im Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (unter Verweis auf Kahl 2009 und Thomae 1876), dem Faltblatt der Landesgruppe Hessen des Pomologen-Vereins zur Lokalsorte 2010 (St. Kahl) sowie dem Wikipedia-Artikel.
Quellen: Gestreifter Matapfel · Hessische Lokalsorte des Jahres 2010 'Gestreifter Matapfel' – Faltblatt, Pomologen-Verein Landesgruppe Hessen · Gestreifter Matapfel – Wikipedia · Brauner Matapfel · Erhaltenswerte Obstsorten für Hessen (Leseprobe, Pomologen-Verein)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-24). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Robuste, schorffreie Sorte, vor allem im Westerwald vorkommend.
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