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Zitronenbirne

Birne · Pyrus communis Archiv qs87dckk90 ↗ Verlauf

Die Zitronenbirne ist eine bergische Lokalsorte, die bereits seit 1650 bekannt ist. Ihre Früchte werden von Mitte August bis Anfang September gepflückt und sind nach kurzer Lagerung im September genussreif. Verwendet wird sie vor allem zum Dörren und in der Brennerei; als Streuobstbaum ist sie gut geeignet. Die Blüte reagiert allerdings empfindlich auf Nässe und Frost, was die Sorte anfällig macht.

Herkunft
Bergische Lokalsorte
Seit
1650
Wüchsigkeit
stark
Ernte
Mitte August – Anfang September (08C-09A)
Genussreife
Anfang September – Ende September (09A-09E)
Wikidata
Q140700925
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Tafelobst Dörrobst Brennobst

#BergischenLand

Synonyme: Beste Birne, Kaiserbirne, Saurüssel, Straßburger Bestebirne, Würzburger Zitronenbirne

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Dokumentierte Bäume (treedoc) 2

Baumtreedoc-IDBongertPositionPflanzjahrKarte
103 iF1sb9H Streuobstplantage Gartenfeld D15 2024 Karte
468 64GyBpK Streuobstplantage Rommelshard J07 2025 Karte

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Die Zitronenbirne ist starkwüchsig und bildet pyramidale Kronen mit weit abwinkelnden Seitenästen; die Bäume erreichen ein hohes Alter. Sie scheint gegenüber Schorf robust zu sein und besitzt hohe Vitalität; das Laub ist gesund, etwas glänzend, glattrandig und von eher hellem Grün. Die Blüte erscheint im Vergleich zu anderen Birnensorten eher spät; als wahrscheinlich diploide Sorte dürfte sie auch als Befruchter für andere spätblühende Birnensorten geeignet sein. Wegen ihrer Vitalität und Robustheit gilt sie auch für den Streuobstanbau als geeignet.

Die Früchte reifen schon im Spätsommer, etwa bis Anfang September, und halten sich nur kurze Zeit, sodass sie bald nach der Ernte verzehrt oder verwertet werden sollten; sie gelten als druckanfällig. Einst wurden sie in erster Linie als Tafelbirne zum Frischverzehr genutzt, wenn auch als Frucht zweiten Ranges; daneben dürften sie als Einmachfrucht geeignet sein. Die Eignung zum Dörren und zum Brennen (Brand) müsste nach dem Sortenporträt erst noch geprüft werden.

Die Frucht ist birnenförmig, im Querschnitt ziemlich rund; die Grundfarbe ist blass- bis grünlichgelb und reift zu dem der Sorte den Namen gebenden Zitronengelb. Eine Deckfarbe fehlt meist; vereinzelt zeigt sich ein blasser Rosa- bis Rotton, seltener bis zu einem Drittel der Frucht. Die Schalenpunkte sind klein und dicht verteilt, Berostung tritt nur gelegentlich fleckig oder netzig auf. Das Fruchtfleisch ist gelblichweiß und saftig. Der mittellange Stiel sitzt in einer flachen, engen, teils fehlenden Stielgrube und trägt am Fruchtansatz einen wulstartig verdickten 'Fuß'; die Kelchgrube ist flach und nur gering berostet, die Kernhausachse geschlossen bis ganz schmal geöffnet, die dunkelbraunen, ovalen Kerne etwa 8 : 4,5 mm groß.

Wann und wo die Sorte entstand, ist unbekannt; bis in die 1970er Jahre war sie als Lokalsorte des Bergischen Landes bekannt, 1949 nannte sie Hans Möhring als Lokalsorte für das Gebiet um Leichlingen und Burscheid nordöstlich von Leverkusen, und ihre Verbreitung erstreckte sich vor allem auf den Raum Leverkusen und Solingen. In den Rodungslisten der Landwirtschaftskammer Rheinland (1970–73) ist sie für Leichlingen, Wermelskirchen und Witzhelden genannt; 1963 fielen in Leichlingen-Haswinkel allein 43 Bäume dem Bau der Landstraße L 294 zum Opfer. Eine Fotografie der Früchte aus Geisenheim von 1942 liegt im Archiv des Bundessortenamts in Wurzen. Ob die Sorte mit der schon im 'Teutschen Obstgärtner' (1794–1804) und im 'Illustrirten Handbuch der Obstkunde' (Bd. 2, 1860) beschriebenen 'Großen Sommer-Citronenbirn' identisch ist, ist ungeklärt; molekulargenetische Untersuchungen der Universität Marburg im Rahmen des LVR-Projekts ergaben, dass sie der um 1760 bei Mönchengladbach entstandenen Huetjansbirne offenbar als Mutter- bzw. Tochtersorte direkt verwandt ist. Heute ist die Sorte im Bergischen Land sehr selten; zuletzt war nur noch ein Baum in Leichlingen-Pohligshof bekannt, und die in deutschen Obstbaumschulen angebotenen 'Zitronenbirnen' sind dagegen zweifelhafter Identität — vermutlich irgendeine andere Birnensorte mit ähnlich zitronengelber Fruchtfärbung.

Die Beschreibung beruht auf dem Sortenporträt von H.-J. Bannier in 'Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland – neu entdeckt!' (LVR-Netzwerk Kulturlandschaft, 2. Auflage Köln 2017).

Quellen: H.-J. Bannier u. a.: Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland – neu entdeckt! 2. Aufl., Köln 2017 · Zitronenbirne – Obstsortendatenbank (BUND Lemgo) · Molters: Abbildung und Beschreibung der Birnen zu Herrenhausen (1779–1842) – Sortenliste · Königliche Landwirtschaftsgesellschaft: Verzeichnis der zur Anpflanzung für die Provinz Hannover empfohlenen Obstsorten (Hildesheim 1888) · Sommereierbirne – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (Jan Bade) · Birnensorten der Deutschen Genbank Obst – Fachinformation (KOB/Hochstamm Deutschland 2023) · Kraft: Pomona Austriaca, Zweiter Teil (Wien 1796) – Sortenliste

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (z-ai/glm-5.3-flash + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-10-02). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Ist wohl eine Lokalsorte des Rheinisch-Bergischen-Kreises im #BergischenLand. Siehe Bergische Lokalsorten.

In der Literatur

Blühte empfindlich gegen Nässe und Frost. Feine Birne für die Verwertung in Brennerei und zum Dörren, auch als Streuobstbaum geeignet

Weblinks