Süßkirsche · Prunus avium Archiv r959gyv8r4 ↗ Verlauf
Tilgeners Rote Herzkirsche ist eine Süßkirsche, deren Baum als robust gilt. Sie bildet eine breit ausladende, im Wuchs hängende Krone und benötigt daher entsprechend Raum im Bestand. Über Fruchtqualität, Reifezeit oder Verwendung enthalten die vorliegenden Angaben keine Aussagen.
Tafelobst Wirtschaftsobst Brennobst
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Der Baum wächst mittelstark bis stark und bildet bei schrägem Ansatz der Leitäste deutlich hängende Fruchtäste; die Krone trägt entsprechend hängendes Fruchtholz. Er gilt als sehr gesund und robust und ist wenig anfällig für Monilia, Schrotschusskrankheit und Gummifluss; auch das Laub bleibt gesund und erscheint im Vergleich mit anderen Kirschsorten etwas grautönig grün. Nach den bayerischen Sortenschildern ist die Sorte breit anbaubar. Sie blüht mittelfrüh mit eher kleinen, rein weißen Blüten. Als hellfrüchtige Frühkirsche der 3. Kirschwoche wird sie in der Regel noch nicht von den Maden der Kirschfruchfliege befallen und von Vögeln weniger heimgesucht als schwarzrote Sorten; wegen ihrer hohen Baumgesundheit wird sie für Streuobst und Selbstversorger empfohlen und soll nach Bannier verstärkt in entsprechende Empfehlungslisten aufgenommen werden. Nach Angabe eines ökologischen Baumschulversands eignen sich unter anderem 'Teickners Schwarze Herzkirsche', 'Landel' und 'Türkine' als Befruchtersorten.
Die Frucht reift in der 3. Kirschwoche, je nach Quelle bis in die 4. Woche. Das vollreife Fruchtfleisch ist dunkelgelb, mittelfest, aromatisch und sehr süß mit ausgewogener Säure; der Mittelrhein-Steckbrief nennt einen hervorragenden, süßen Geschmack. Die Platzfestigkeit ist mittelhoch. Die Kirsche ist zum Frischgenuss ebenso wie zur Verarbeitung geeignet und wird als vielseitig verwertbar beschrieben; im Sorten-Finder des Mittelrheintals wird sie zusätzlich für Verarbeitungszwecke wie Brennen und Einkochen als prüfenswert geführt.
Die mittelgroße Frucht (ca. 20 : 21 : 18 mm) ist auffallend herzförmig und unten oft zugespitzt, in der Seitenansicht schmal und zur Stempelseite hin leicht bauchseitig geneigt. Die Grundfarbe ist gelb, sonnenseits rot gefleckt, vollreif ist die Frucht teils fast ganz gerötet (gelbrot bis leuchtend rot); die Stielgrube ist mitteltief, eng bis mittelweit, die Bauchseite ebenmäßig ohne Furche, der Stempelpunkt sitzt auf der Fruchtspitze, die langen Stiele sind meist grün. Der mittelgroße Fruchtstein ist in der Seitenansicht asymmetrisch oval und stielseitig mit einem höchstens mittelbreiten Bauchwulst versehen. Zur Unterscheidung sind 'Kronprinz von Hannover', 'Winklers Weiße' und weitere rotbunte Kirschen der 3. Kirschwoche als Verwechsler genannt. Die Sorte entstand um 1800 als Sämling im brandenburgischen Guben an der Neiße, dem damaligen Zentrum der Kirschenzüchtung, und wurde nach ihrem Züchter Tilgner benannt; nach einer Baumschuldarstellung beschrieb sie bald darauf der Pfarrer und Pomologe Christ, und 1830 wurde sie bereits außerhalb Brandenburgs angebaut. Oberdieck hielt sie 1861 im 'Illustrirten Handbuch der Obstkunde' für "durch Größe und Güte … schon ziemlich verbreitet", doch seit etwa 1900 fehlt sie in den Sammlungen der Obstinstitute, den Empfehlungslisten der Landwirtschaftskammern und den Katalogen der großen Baumschulen. Heute ist sie stark gefährdet und nur vereinzelt im Baumschulhandel; alte Bäume stehen gelegentlich im Streuobst in ganz Deutschland, schwerpunktmäßig im Westen, mit Einzelnachweisen auch in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Südhessen und Luxemburg (u. a. ein Baum in Lahnstein) sowie im Bergischen Land, wo sie im LVR-Projekt 'Lokale und regionale Obstsorten' erfasst wurde; am Mittelrhein wird sie als Regionalsorte geführt. Reiser sind wieder im Reisermuttergarten des Obstmuttergartens Rheinland (ORG) in Bonn erhältlich. Als Literatur nennt das Porträt Truchsess (1819), das Illustrirte Handbuch der Obstkunde Bd. 3 (1861) und Braun-Lüllemann/Bannier, 'Obstsortenwerk Alte Süßkirschensorten' (2010), S. 326 ff.; die Beschreibung beruht im Wesentlichen auf dem Sortenporträt von Hans-Joachim Bannier (Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt, Pomologen-Verein).
Quellen: Tilgeners Rote Herzkirsche · Sorten-Erläuterung Tilgeners Rote Herzkirsche · Sortenschilder 2025: Süßkirschen (streuobst-in-bayern.de, PDF unter LWG/LfL) · Obstmuttergarten Rheinland: Süßkirsche (Sortiment) · Süßkirsche Tilgeners Rote Herzkirsche
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-24). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Gelbrote bis leuchtend rote Frucht mit hervorragendem Geschmack, eine der besten rotbunten Sorten, Baum robust, im Wuchs hängend, am Mittelrhein vereinzelt vorkommend und selten (sortenecht im RMG Bonn).