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Veldenzer

Birne · Pyrus communis

Herkunft
Südwestdeutschland (Vorderpfalz, Kraichgau, Baden, Franken, Elsass; Mosel)
Seit
1801
Wüchsigkeit
stark
Wuchsform
aufstrebend, schlank, hochkugelig
Gefährdung
vom Aussterben bedroht
Ernte
Anfang Oktober – Mitte Oktober (10A-10C)
Blüte
mittelspät
Genussreife
1. Oktober – 31. Januar (10A-01E)

Tafelobst Wirtschaftsobst Mostobst Dörrobst Brennobst

#Suchliste

Synonyme: Faulenzer, Fellenzer, Große Winterrusselet, Schmeelbeer, Schmehlbirne, Schmittbirne, Winter Frankfurter

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Baum der 'Veldenzer' wächst stark und bildet aufstrebende, auffallend schlanke, hohe Kronen; wegen dieses schmalen, hohen Wuchses wurde die Sorte ausdrücklich für die Pflanzung entlang von Straßen und Wegen empfohlen und war im 19. Jahrhundert eine der wichtigsten Sorten des Feld- und Straßenobstbaus entlang der heutigen Pfälzer Weinstraße. Das Laub gilt als sehr gesund; konkrete Angaben zu Anfälligkeiten für Schorf, Krebs oder Feuerbrand liegen in den ausgewerteten Quellen nicht vor. Der Baum wird als langlebig und ertragreich beschrieben; ob der Ertrag früh einsetzt oder alterniert, ist nicht belegt. Die Blüte erscheint mittelspät, mit etwa neun Einzelblüten je Knospe; Angaben zu Pollenspendern/Befruchtersorten fehlen. Auch zu Boden-, Klima- und Höhenlagenansprüchen finden sich keine ausdrücklichen Angaben – der Verbreitungsschwerpunkt in den wärmeren Lagen Südwestdeutschlands (Vorderpfalz, Kraichgau, Baden, Franken, Elsass) legt jedoch keine Eignung für raue Höhenlagen nahe. Als vielseitig verwendbare, lagerfähige Birne wird sie für die Streuobstwiese und den extensiven Obstbau ausdrücklich als sehr gut geeignet eingeschätzt (Sortenporträt Jan Bade, Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt des Pomologen-Vereins; Streuobst-Sortenempfehlungsliste Rheinland-Pfalz).

Geschmacklich ist die 'Veldenzer' keine feine Tafelbirne: Das Fruchtfleisch ist grünweißlich, saftig und herbsüßlich; ältere Literatur (Meyers Konversationslexikon 1888) führt die "Veldenzer Birne" unter den länglichen Kochbirnen mit hartem, nur selten halb schmelzendem Fleisch und beschreibt sie als nicht für den Rohgenuss geeignet, eher fad-süß. In der Pfalz galt sie als Winter-Wirtschafts-, Most- und (bedingt) Tafelbirne und war die häufigste Wirtschaftsbirne der Vorderpfalz; sie wird als gute Koch-, Dörr- und Brennbirne bewertet. Geerntet wird Anfang bis Mitte Oktober; danach ist die Frucht – je nach Lagerbedingungen – bis Ende Januar lager- und genussfähig, nach anderer Angabe "bis ins neue Jahr". Der volkstümliche Name "Faulenzer" bzw. "Faulenzerbirne" bezieht sich auf dieses späte Genussreifwerden.

Die Frucht ist eher klein und birnenförmig, spät verjüngt und oft nur einseitig eingeschnürt, fast mittelbauchig, im Querschnitt leicht unrund; der 2,5–3,5 cm lange, dünne, oft leicht gebogene Stiel geht mit Fleischringeln in die Frucht über. Die Kelchgrube ist leicht eingesenkt, eng, mit Rostfleck, der Kelch offen, sternförmig bis hornig. Grundfarbe hellgrün, nur wenig aufhellend, Deckfarbe ein orangeroter Hauch auf bis zu einem Viertel der Frucht, die Lentizellen darin deutlich rot umhöft (daher der Vergleich mit "forellenartiger" Punktierung), Schale feinnarbig, Rostnetze und -flecken häufig. Verwechslersorten sind das "späte" Stuttgarter Geishirtle sowie Sterckmans Butterbirne (stärker eingeschnürt); auch mit der Forellenbirne kann sie verwechselt werden. Zur Herkunft bestehen Unklarheiten, weil die Sorte unter verschiedenen Namen beschrieben wurde: wahrscheinlich beschrieb Diel sie 1801 zuerst als "Große Winterrusselet" (französisch "Gros Rousselet d'Hiver") und nannte bereits das Synonym Faulenzer; Jahn beschrieb sie 1860 im Illustrirten Handbuch der Obstkunde (Nr. 236) unter dem Namen Veldenzer. Allein in der Pfalz waren rund 36 Lokalnamen geläufig (u. a. Fellenzer, Schmittbirne im Raum Neustadt/Haßloch/Frankenthal, Schmeelbeer/Schmehlbirne in der Südpfalz, Winter Frankfurter). Nachweise reichen von 1759 (Donnersberg, als "Fellenzer") und 1781 (Raum Neustadt) bis zu Empfehlungen im Bezirkssortiment des Kreises Kusel 1910; in Veldenz an der Mosel wurden die letzten Altbäume 1959 bei der Flurbereinigung entfernt. Heute ist die Sorte in südwestdeutschen Altbeständen noch regelmäßig, aber überaltert vertreten und wird als vom Aussterben bedroht eingestuft; 2005 wurde sie zum "Pfälzer Obstbaum des Jahres" gewählt. Grundlage dieser Beschreibung sind vor allem das Sortenporträt von Jan Bade (Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt / Pomologen-Verein, 2024), die Streuobst-Sortenempfehlungsliste für Rheinland-Pfalz, Veröffentlichungen des Arbeitskreises Historische Obstsorten Pfalz-Elsass-Kurpfalz (Ph. Eisenbarth, Pollichia-Kurier) sowie das DLR Rheinland-Pfalz.

Quellen: Veldenzer – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (Pomologen-Verein e.V.), Sortenporträt von Jan Bade · Streuobst-Sortenempfehlungsliste für Rheinland-Pfalz 2018 (PDF) · DLR Rheinland-Pfalz – Hochobst 02/2005 (PDF) · POLLICHIA-Kurier: Alte Pfälzer Obstsorten – u.a. Veldenzer Birne (PDF-Download) · Veldenzerbirne – izi.travel (Streuobst-/Lehrpfad-Station, Pfalz) · MKL1888: Birnbaum – Wikisource (Sorteneinteilung nach Lucas) · Forellenbirne – Wikipedia (Verwechslerhinweis auf 'Veldenzer') · NABU NRW – Molekulargenetik Birnen, Sortentabelle (PDF) · Alte Obstsorten im Kraichgau (E. Holzer) – PDF, AHNU Bad Schönborn · BUND-Lemgo Obstsortendatenbank – Sortenübersicht (Indexseite)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-07-26). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

#Suchliste

Der Baum wächst stark, bildet aufstrebende schlanke Kronen. Das Laub ist sehr gesund. Die Blüte erscheint mittelspät mit 9 einzelnene Blüten pro Knospe.

Anbaueignung: Als sehr vielseitig verwendbare, lagerfähige Birne, sehr gut für die Streuobstwiese und den extensiven Obstbau geeignet.

Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 0

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