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Königlicher Kurzstiel

Apfel · Malus domestica

Herkunft
Niederlande
Seit
1804
Wüchsigkeit
mittel
Wuchsform
breit
Blüte
spät
Genussreife
Anfang Dezember – Ende Mai (12A-05E)
Wikidata
Q3001478

Tafelobst Dörrobst

Synonyme: Belgischer Kurzstiel, Court Pendu Plat, Court Pendu Rosat, Court Pendu Royal, Käsapfel, Königlicher Roter Kurzstiel, Ringapfel, Rinkenapfel, Roter Kurzstiel, Roter Königlicher Kurzstiel

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Baum des Königlichen Kurzstiels wird als mittelstark wachsend beschrieben und fällt durch sein sehr dunkles Laub auf; weil er zur Bildung von viel kurzem Fruchtholz neigt, ist er auch für die Spalierobsterziehung geeignet (Sortenporträt von Jan Bade, Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt/obstsortenerhalt.de). Der niederländische Sortentext zum Court-Pendu (dort ausdrücklich mit dem Synonym „Königlicher Kurzstiel“ geführt) stimmt darin überein, dass der Baum nur mäßig wächst, eine gefällige Krone bildet, spät blüht und sehr fruchtbar ist; die Triebe sind mittellang und kräftig, die Blätter sind mit ihren nach oben gebogenen Rändern kennzeichnend. Empfohlen wird die Sorte dort für alle Baumformen, besonders aber als Hochstamm im Obstgarten; Bade hält sie „für den Hausgarten wie den extensiven Obstbau auf Streuobstwiesen gleichermaßen geeignet“. ProSpecieRara stuft dieselbe Sorte dagegen als schwachwüchsig, aber robust ein – die Angaben zur Wuchsstärke gehen also auseinander, was angesichts der mehreren Court-Pendu-Typen und des in den Quellen erwähnten starken Unterlageneinflusses nicht überrascht. Zu Krankheitsanfälligkeit (Schorf, Mehltau, Krebs, Feuerbrand), zu Ansprüchen an Boden, Klima und Höhenlage, zum Einsetzen und zur Regelmäßigkeit des Ertrags, zu Befruchtersorten und zur Lebensdauer enthalten die eingesehenen Quellen keine Angaben; belegt ist allein die späte Blüte und eine hohe Fruchtbarkeit.

Das Fruchtfleisch ist anfangs fest, weinsäuerlich und würzig aromatisch; beim Lagern tritt der Zuckergehalt hervor, und die Früchte beginnen zu schrumpeln (Bade). Der niederländische Text beschreibt das Fleisch als fest, knackend, feinzellig und saftig mit erfrischender Säure und hält die Sorte für jeden Verwendungszweck erstklassig, auch zum Dörren; als Tafelapfel könne sie bis ins späte Frühjahr genutzt werden, die Gebrauchszeit reicht dort von Januar bis Mai. Bade gibt die Reifezeit mit November bis März an, ProSpecieRara nennt Pflückreife Ende September, Genussreife Dezember bis April und bezeichnet die Sorte als vorzüglichen Tafel- und Dörrapfel. Der Königliche Kurzstiel ist damit ein ausgesprochen lange lagerfähiger Winterapfel, der erst nach mehrwöchiger bis mehrmonatiger Lagerung sein süß-würziges Aroma entwickelt.

Die Frucht ist mittelgroß und plattrund, sie fällt schon durch ihre Form auf; die Farbgebung schwankt zwischen den verschiedenen Typen, gemeinsam ist allen eine mehr oder minder starke Berostung. Der Stiel ist kurz (nach dem niederländischen Text 10–15 mm) und bleibt meist innerhalb der Stielgrube; typisch ist die sehr weite, schüsselförmige Kelchgrube mit offenem Kelch. ProSpecieRara beschreibt die Schale als goldgelb mit braunroter Marmorierung; der niederländische Text weist darauf hin, dass Früchte auf Paradies-Unterlage stärker graubraun berostet, auf Sämling glatter und meist dunkelrot ausfallen – ein Grund, weshalb früher zeitweise ein „Courtpendu Rouge“ als eigene Sorte geführt wurde. Zur Herkunft: Diel beschrieb die Sorte 1804 nach Reisern aus den Niederlanden und gab an, sie bei keinem anderen Pomologen beschrieben gefunden zu haben; 1816 beschrieb er dieselbe Sorte nach Reisern aus Metz erneut als „Rosenfarbiger Kurzstiel, Court Pendu Rosat“. Die Namensverwirrung geht wohl auf die verschiedenen Court-Pendu-Typen zurück, von denen in Belgien mindestens fünf bekannt sind; Wimmer nennt 1536 als frühestes Datum, ProSpecieRara eine Ersterwähnung 1613 und eine vermutlich holländische Herkunft, ebenso der niederländische Text (sehr alt, bereits von Knoop beschrieben, besonders in Belgien geschätzt). Genaueres lässt sich heute nicht mehr festlegen. Die Sorte gilt als stark gefährdet und taucht in Altbeständen nur noch selten auf; im Amt Neuhaus (Landkreis Lüneburg) wurden aufgrund einer belgischen Baumlieferung mehrere Hundert Bäume nachgepflanzt. Verwechslungsgefahr besteht mit dem Grauen Königlichen Kurzstiel, weiteren Kurzstielen und der Reinette de France. Ältere Literatur: Diel (1804, 1816), Illustrirtes Handbuch der Obstkunde Bd. 1 (1859), Berghuis, Niederländischer Obstgarten (1868), Leroy, Dictionnaire de Pomologie Bd. 3 (1873), Deutschlands Obstsorten (Müller u. a., Lieferung 7), Wimmer (2003). Die Beschreibung folgt im Wesentlichen dem Sortenporträt von Jan Bade (obstsortenerhalt.de), dem Court-Pendu-Text der niederländischen Pomologie (WUR-Sammlung) und der Kurzbeschreibung von ProSpecieRara.</beschreibung>

Quellen: Königlicher Kurzstiel – Sortenporträt (Jan Bade), Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt · Court-Pendu (Nr. 74), Nederlandsche Fruitsoorten – WUR Speccol (englische Fassung) · WUR Speccol – Tafel 38, Synonymenliste Court-Pendu · Königlicher Kurzstiel – BUND Lemgo, Obstsortendatenbank (Sortenseite) · Königlicher Kurzstiel – FRUCTUS Sortenbeschreibung · Königlicher Kurzstiel – Bergischer Streuobstwiesenverein · Königlicher Kurzstiel – Sortenbeschreibung (KOB), obstsorten-bw.de · Court Pendu Plat – Pomiferous · Court Pendu Plat – Wikipedia (englisch) · Apfel 'Königlicher Kurzstiel' – NaturaDB (geringe Verlässlichkeit) · Apfelbaum Königlicher Kurzstiel – biobaumversand.de (geringe Verlässlichkeit)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-08-04). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Weblinks

Auch bei: Bergischer Streuobstwiesenverein

Dokumentierte Bäume (treedoc) 2

Baumtreedoc-IDBongertPositionPflanzjahrKarte
628 ShJ6geM Streuobstwiese der Naturschule Aggerbogen B04 1992 Karte
633 LZwIvSP Streuobstwiese der Naturschule Aggerbogen B03 1992 Karte

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