Birne · Pyrus communis Archiv sagn7zbxq4 ↗ Verlauf
Die Doppelte Phillippsbirne ist eine alte Birnensorte, die 1847 in Belgien als Zufallssämling bekannt wurde. Sie gilt als windfest und gesund, wird als Zukunftssorte im Klimawandel bezeichnet und war 2006 Streuobstsorte des Jahres. Geerntet wird von Mitte September bis Anfang Oktober, genussreif ist die Frucht ab Anfang Oktober. Als Liebhabersorte ist sie ein schlechter Pollenspender und anspruchsvoll im Standort: Sie bevorzugt warme, leichte Böden.
Tafelobst Wirtschaftsobst
Synonyme: Albertine, Beurré de Mérode, Beurré de Mérode-Westerloo, Beurré de Westerloo, Double Philippe, Doyenné Boussoch, Doyenné de Mérode, Frühe Diel, Gros-Seigneur, Philippe Double, Poire de Mérode, Sommerdiel
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| Baum | treedoc-ID | Bongert | Position | Pflanzjahr | Karte |
|---|---|---|---|---|---|
| 582 | zkvNRND | Streuobstplantage Rommelshard | F10 | 2025 | Karte |
| 141 | qSgovRX | Streuobstplantage Spechtsberg | F05 | 2025 | Karte |
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Die Doppelte Philippsbirne wächst stark; die langen, kräftigen Kronentriebe bilden eine breitpyramidale Krone, die später hängend wird und sich gut verzweigt. Auf Sämlingsunterlage entsteht eine breitkugelige, gut verzweigte Krone, Altbäume können sehr groß werden. Der Wuchs ist anfangs relativ stark, später mittelstark und leicht überhängend. Die Sorte kann in allen Baumformen gezogen werden, auch als Spalier; Hoch-, Halb- und Viertelstamm werden auf Sämlingsunterlage erzogen. Auf Quitte gedeiht sie ebenfalls gut, dort reifen die Früchte früher und sind stärker gerötet; da eine Zwischenveredlung erforderlich ist, ist die Sämlingsunterlage die gebräuchlichere Wahl. Die Standortansprüche sind bescheiden: Sie wächst auf allen Böden und stellt keine besonderen Ansprüche an das Klima; besonders geeignet sind warme, leichte Böden, während sehr trockene, nährstoffarme Standorte zu Kleinfrüchtigkeit führen – bei sachgemäßer Düngung und Wasserversorgung genügen auch ärmere Böden. Sie ist relativ windfest und gedeiht auch in raueren Lagen Mitteleuropas bis hinein in die Alpen; für das österreichische Alpengebiet wird sie ausdrücklich empfohlen. Baum, Blüte und Frucht gelten insgesamt als robust: gering ist die Anfälligkeit für Blatt-, Trieb- und Fruchtschorf und für die Birnenpockenmilbe, etwas empfindlicher reagiert sie auf Sonnenbrand und Weißfleckenkrankheit. Als ernsthafter Nachteil gilt die hohe Anfälligkeit für Feuerbrand; Kupferspritzmittel werden schlecht vertragen. Die Blüte erscheint ziemlich früh (das Erhalternetzwerk stuft sie als mittelfrüh ein); die Sorte ist triploid und als Pollenspender ungeeignet, der Pollen gilt als schlecht. Als Befruchtersorten werden unter anderem Bunte Julibirne, Clapps Liebling, Gellerts Butterbirne, Gute Luise, Köstliche aus Charneu und Williams Christ genannt. Der Ertrag setzt früh ein und ist hoch bis sehr hoch; wegen der hohen Fruchtbarkeit wird ein regelmäßiger Überwachungsschnitt empfohlen. Die Sorte ist gut für das Streuobst geeignet, wegen ihrer Wuchsstärke aber weniger für den Hausgarten.
Die Früchte gelten als sehr gute Tafelbirne für den Frischverzehr und eignen sich daneben für die Haushaltsverwertung, insbesondere für Kompott bzw. Einmachen und Saftbereitung; ProSpecieRara führt sie als Tafel- und Einkochbirne. Das gelblichweiße Fleisch ist halb- bis vollschmelzend und sehr saftig, vorwiegend süß mit leichter Säure, angenehm süß bis feinherb, ohne besonderes Aroma; Jahn beschreibt sie als „sehr saftreich, von weinartigem, gezuckertem, erfrischendem Geschmack". Pflückreif ist die Frucht Anfang bis Mitte September; sie darf nicht zu früh geerntet werden, da die Qualität darunter stark leidet – die Früchte hängen fest am Baum, unreif geerntet bleiben sie sauer. Die Genussreife wird etwa ab Anfang Oktober erreicht; je nach Witterung und Standort werden die Reifezeiträume von Mitte September bis Anfang Oktober angegeben. Nur kurz lagerfähig: etwa 14 Tage im Normallager (die Angaben schwanken zwischen zwei und vier Wochen), danach wird das Fleisch rasch teigig.
Die Frucht ist mittelgroß bis groß (65–95 mm hoch, 58–78 mm breit), breit kegelstumpfförmig bis dickbauchig birnförmig, teils fast kugelig und nur schwach beulig; kelchseits ist sie stark abgeplattet und steht dadurch gut. Die Stielgrube ist weit und mitteltief bis tief, der kräftige, teils fleischige Stiel 5–8 mm dick und 10–25 mm lang; die Kelchgrube ist weit, flach bis mitteltief, der Kelch offen mit kurzen, hornartigen Kelchblättern. Die glatte, feste Schale ist zunächst mattgrün und färbt sich zur Reife hellgelb bis ockergelb, seltener mit rötlichen Backen; zahlreiche feine, teils auffällig große, dunkle Lentizellen prägen das Aussehen, kelchseits zeigt sich meist ein mehr oder weniger großer Rostklecks, stielseits eine kleine Rostkappe. Die Kerne sind meist schlecht ausgebildet. Die Sorte wurde um 1800 in Belgien als Zufallssämling gefunden; Jean-Baptiste van Mons kultivierte sie und widmete sie dem Grafen von Mérode-Westerloo, worauf die Synonyme Beurré de Mérode(-Westerloo), Doyenné de Mérode und Poire de Mérode zurückgehen. A. Bivort beschrieb sie 1847 als „Philippe Double" erstmals (Album de Pomologie, Tafel 26). Nach Jahns Vermutung erhielt sie den Zusatz „Doppelte" zur Abgrenzung von der kleinfrüchtigen, im Oktober reifenden Sorte Philippe le bon; im deutschen Sprachraum heißt sie auch Sommer Diel bzw. Frühe Diel, weil sie etwas früher reift als die ähnliche Diels Butterbirne. Gaucher pries sie 1894 in der „Pomologie des praktischen Obstbaumzüchters" als eine der dankbarsten Herbstsorten, die sich überall größter Nachfrage erfreue und häufiger angebaut werden solle. Sie findet sich noch in ganz Deutschland in der Landschaft und in fast allen Sammlungen, wird vom Erhalternetzwerk aber als gefährdet eingestuft; historisch war sie auch in der Schweiz verbreitet (u. a. Aargau, Bern, Luzern, Solothurn, Zürich). 2006 war sie Streuobstsorte des Jahres des Verbandes der Gartenbauvereine Saarland/Rheinland-Pfalz. Die Beschreibung beruht im Wesentlichen auf den Sortenporträts von Arche Noah, dem Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt, ProSpecieRara und dem Verband der Gartenbauvereine Saarland/Rheinland-Pfalz sowie dem Wikipedia-Artikel mit den dort zitierten historischen Werken (Bivort 1847; Jahn, Lucas, Oberdieck 1860; Gaucher 1894).
Quellen: Arche Noah: Doppelte Phillipsbirne (Sortenporträt, PDF) · Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt: Doppelte Philippsbirne · ProSpecieRara: Doppelte Philippsbirne (OB-10112) · BUND-Lemgo-Datenbank: Doppelte Philippsbirne – Illustrirtes Handbuch der Obstkunde (PDF) · BUND-Lemgo-Datenbank: Doppelte Philippsbirne – Farbtafeln 'Nach der Arbeit' (PDF)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (z-ai/glm-5.3-flash + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-10-02). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Die Doppelte Philippsbirne ist #gesund, wächst stark und bildet auf Sämlingsunterlage eine breitkugelige und gut verzweigte Krone. Mag leichte Böden.
Herbstbirne. Von Jan Bade zum weiteren Anbau empfohlen. #zukunftssorte
Die Ernte erfolgt hartreif Anfang bis Mitte September. Sollte kurz vor Fruchtreife gepflückt werden. Mehrfaches Durchpflücken ggf bis in den Oktober. #windfest. Nach der Ernte halten die Früchte nur wenige Wochen. Als Tafelbirne für den Frischverzehr saftig und etwas herb aber nur von mittlerer Güte. Hervorragend für Saft oder Kompott. Beim Einkochen bleiben die Früchte hell. #starkwachsend, #langlebig,# groß, #hochkugelig #dichtVerzweigt. Festes, nicht brüchiges Holz; dominante Stammverlängerung mit steilen Gerüstästen. Blüte mittelfrüh und robust gegen Witterungseinflüsse. Ertrag beginnt früh bis mittelfrüh, dann hoch und regelmäßig. Robust gegen Schorf und breit anbaufähig. Gute Frosthärte, aber anfällig gegen Feuerbrand. Geeignet für Höhenlagen, Geschmacklich ehr Mittelmaß. (Äpfel und Birnen in Luxemburg)