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Carola

Apfel · Malus domestica Archiv sf2wq7ge2c ↗ Verlauf

Carola ist eine Apfelsorte, die 1929 in Müncheberg in Brandenburg entstanden ist. Die Früchte werden Ende September bis Anfang Oktober geerntet und sind nach kurzer Lagerung von Anfang Oktober bis Ende November genussreif. Sie zeichnen sich durch ein ausgeprägtes Aroma und viel Saft aus. Gegen die Sorte spricht ihre Empfindlichkeit gegenüber Mehltau, die bei der Anbauwahl berücksichtigt werden sollte.

Herkunft
Müncheberg, Brandenburg
Seit
1929
Wüchsigkeit
schwach bis mittel
Gefährdung
in Baumschulen erhältlich
Ernte
Mitte September – Ende September (09C-09E)
Blüte
früh
Genussreife
Anfang Oktober – Ende November (10A-11E)
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Tafelobst Wirtschaftsobst

Synonyme: Fünfjahrplan, Kalco, Kalko

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Dokumentierte Bäume (treedoc) 0

Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.

Weitere OSM-Bäume 1

OSM-KnotenCultivar-TagArtKoordinaten
12848530632 Carola 51.44723, 10.44152

OSM-Bäume, die nicht bereits als treedoc-Baum geführt werden.

Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

'Carola' treibt anfangs mittelstark und wird im Vollertragsalter nur noch schwach; der Baum bleibt vergleichsweise klein und bildet eine breit pyramidale, mäßig verzweigte Krone, deren Äste im Alter fast waagerecht stehen und außen überhängen. Die Blüte erscheint früh und hält lange an, ist aber etwas witterungsempfindlich; als Pollenspender gilt die Sorte als gut. Der hohe Ertrag setzt sehr früh ein, teilweise schon im zweiten Standjahr; nach sehr hohen Ernten neigt der Baum zur Alternanz. Der starke Fruchtansatz nach der Blüte muss unbedingt ausgedünnt werden, um den Behang zu regulieren und eine frühzeitige Erschöpfung des Baumes abzuwenden. Daneben ist ein aufmerksamer Erhaltungsschnitt nötig, der das Fruchtholz regelmäßig verjüngt, Triebkraft erhält und die vorzeitige Vergreisung verhütet; nach einiger Zeit kann ein Verjüngungsschnitt erforderlich werden. Die Sorte ist damit pflegeintensiv und für den Hausgarten empfohlen – nach dem bayerischen Porträt auch für Spaliere und Topfbäume –, für Streuobstwiesen dagegen zu schwachwüchsig. Benötigt werden nährstoffreiche, ausreichend feuchte, nicht zu schwere Böden; angebaut wird sie bis in geschützte mittlere Höhenlagen, wo sie sich etwa im Erzgebirge auf geeigneten Standorten bewährt hat. Bei vollem Ertrag fällt die Frucht kleiner aus; da kaum Fruchtfall auftritt, kann nach Fruchtgröße durchgepflückt werden, und die Früchte hängen windfest bis kurz vor der Baumreife – bei sehr starkem Behang drücken sie sich wegen des kurzen Stiels allerdings gegenseitig ab. Gesundheitlich gilt der Baum als relativ gesund; das Hauptproblem ist die Neigung zu Fruchtmonilia bzw. Fruchtfäule, sodass Früchte häufig schon im Baum zu faulen beginnen – beim hohen Ertrag fällt dies aber kaum ins Gewicht. Hinzu kommen Anfälligkeit für Schorf, geringe Empfindlichkeit gegen Mehltau und eine mittelstarke Feuerbrandanfälligkeit; Stippe und Glasigkeit können sich schon am Baum ausbilden, als Schädlinge werden Apfelwickler, Blattläuse und Spinnmilben genannt. Die Früchte sind druckempfindlich; nach dem bayerischen Sortenporträt ist das Holz nicht frostfest, besonders nach starkem Behang.

Die Frucht ist sehr saftig und angenehm süßaromatisch mit feiner, leichter Säure; Wikipedia urteilt „spritzig süß und edelaromatisch". Sie dient vorwiegend dem Frischverzehr; als Wirtschaftssorte ist sie nur eingeschränkt brauchbar, eignet sich aber zur Verarbeitung (etwa zu Mus und Stücken) und zum Backen. Pflückreife ist ab Mitte September erreicht (im Bergischen Land 10.–24. September, nach dem Erhalternetzwerk Ende September bis Anfang Oktober); die Früchte sind dann bereits genussreif, die Hauptgenussreife liegt zwischen Oktober und November. Im kühlen Naturlager halten sie sich etwa zehn Wochen bis zwei Monate ohne zu welken, in Kühlhaltung (1 °C) werden bis Februar angegeben; üblich ist eine Lagerfähigkeit bis Anfang Dezember.

Pomologisch handelt es sich um mittelgroße bis große, um 130 g schwere, ungleichmäßig breitrunde bis flachkegelige, schwach kantige Früchte, kelchseits mit fünf mehr oder weniger stark ausgeprägten Höckern, zwischen denen feine Falten verlaufen. Die Kelchgrube ist weit und mitteltief mit kleinem, geschlossenem Kelch; die Stielgrube mittelweit bis weit, mitteltief bis tief, leicht buckelig und meist mit einem Rostklecks besetzt; der kurze Stiel schaut knapp bis gar nicht aus der Grube. Die Schale ist glatt, dünn und hart, etwas bläulich bereift und später leicht fettig bzw. klebrig werdend; die Grundfarbe grünlichgelbt und hellt nach goldgelb auf, die Deckfarbe ist dünn gestreift bis flächig dunkelrot und überzieht bis zu drei Viertel der Frucht; das gelblichweiße Fleisch ist mittelfest und sehr saftig. 'Carola' zählt zu den Müncheberger Sorten und wurde 1929 am damaligen Kaiser-Wilhelm-Institut für Züchtungsforschung in Müncheberg (Brandenburg) aus Samen der Cox Orangenrenette gezogen; erste Früchte gab es 1937, der molekulargenetische Fingerprint bestätigt Cox Orange als Elternsorte. Ab 1953 wurde die Sorte in der gesamten DDR, zunächst unter dem Namen 'Fünfjahrplan', geprüft und kam ab 1963 in den Markt; heute ist sie eine der häufigsten Sorten in den ostdeutschen Klein- und Hausgärten, aus Plantagen ist sie mit der Wende verschwunden, im westlichen Deutschland kommt sie nur ausnahmsweise vor. Als Verwechsler gelten Freiherr von Berlepsch (feinraue, trockene Schale, lagert bis März) und Cox Pomona (deutlich stärkere Höcker, tiefere Kelchgrube). Die Beschreibung stützt sich vor allem auf das Sortenporträt des Erhalternetzwerks Obstsortenvielfalt (Jens Meyer) und das Porträt bei „Streuobst in Bayern", ergänzt durch H.-J. Banniers Kurzportrait beim Bergischen Streuobstwiesenverein und die Regionalempfehlung des Naturschutzzentrums Erzgebirge.

Quellen: Carola – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt · Carola – Streuobst in Bayern · Carola – Bergischer Streuobstwiesenverein e.V. · Alte Obstsorten für die Region Erzgebirge – Streuobstbroschüre 2021, Naturschutzzentrum Erzgebirge · Herbstapfel 'Carola' – NaturaDB

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Sehr viel Saft. Masseträger Meltauempfindlich.

Weblinks

Auch bei: Bergischer Streuobstwiesenverein