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Kampervenus

Birne · Pyrus communis Archiv tgnfg34kt8 ↗ Verlauf

Die aus Frankreich stammende Birne 'Kampervenus' wurde 1805 bekannt und ist eine anspruchslose Sorte, die keine besonderen Standortansprüche stellt. Ihre Früchte werden von Anfang bis Mitte November geerntet und sind sehr lange lagerfähig, sodass sie von November bis Ende Februar genussreif bleiben. Das feste, saftreiche Fruchtfleisch ist säurebetont und eignet sich daher besonders für kräftigen Most und zum Backen.

Herkunft
Frankreich
Seit
1805
Wüchsigkeit
stark
Ernte
Anfang November – Mitte November (11A-11C)
Genussreife
Anfang November – Ende Februar (11A-02E)
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Synonyme: Campervenus, Chat-Brûlé, Pucelle, Rougeaude

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Dokumentierte Bäume (treedoc) 1

Baumtreedoc-IDBongertPositionPflanzjahrKarte
knJeemg Sortenerhaltungskultur Bergheimer Dreieck B15 2023 Karte

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Baum der Kampervenus wächst kräftig und gedeiht auf schwerem wie auf leichtem Boden gleich gut; er gilt als sehr tragbar und wenig empfindlich, stellt also keine besonderen Standortansprüche. Die Sommertriebe sind stark und lang, bräunlich und stark punktiert, die Fruchtaugen kegelförmig und braun, die Holzaugen eiförmig zugespitzt und anliegend; die Blätter sind rundlich bis eilanzettlich, fein und scharf gezähnt und glänzend. Auf der zweiten Versammlung deutscher Pomologen in Gotha 1857 wurde die Sorte zum allgemeinen Anbau empfohlen, und sie stand in der Folge über Jahrzehnte in den Sortimentsempfehlungen für Sachsen (Braunbart 1902 und 1904), für Mittel- und Norddeutschland (Bertog 1885), für die östlichen Provinzen (Hilger 1902), in Lehrbüchern des Obstbaus (Ulrich 1911, Poenicke 1922) sowie in den niedersächsischen Sortenempfehlungen von 1936 und 1938 — ein Hinweis auf ihre breite Eignung als Wirtschaftsbirne im landschaftlichen Obstbau.

Kampervenus ist eine Wirtschafts- und Kochbirne. Das Fleisch ist fest und saftreich mit weinsäuerlichem Geschmack; beim Kochen färbt sich die Frucht rot, was sie als klassische Kochbirne kennzeichnet. Die Früchte zeitigen im November und halten sich einige Monate, sind also gut lagerfähig. Eduard Lucas führte die Sorte in seinem Band über Wirtschaftsobstsorten (1872), und auch in neueren Zusammenstellungen erscheint sie in der Reihe der Kochbirnen neben Großer Katzenkopf, Kuhfuß, Pastorenbirne, Queene und Trockener Martin.

Die Frucht ist mittelgroß, etwa 60 mm breit und 70 mm hoch, veränderlich in der Form, birn- oder kreiselförmig. Der Kelch ist offen mit großen, langen, abstehenden Blättchen, die Kelcheinsenkung schmal und mäßig tief, oft von beulenartigen Erhabenheiten umgeben. Der Stiel ist stark, mittellang, schwach gekrümmt, an der Basis etwas fleischig und oben wie eingesteckt. Die Schale ist glatt und geschmeidig, wird etwas fettig, ist matt hellgrün und lagerreif zitronengelb, auf der Sonnenseite schwach gerötet, mit zahlreichen braunen, oft grün umsäumten Punkten und am Kelch häufig berostet; das Fleisch ist gelblich weiß, das Kernhaus hohlachsig mit großen Fächern und meist wenig entwickelten Samen. Die Sorte gilt als sehr alte französische Frucht, über deren Herkunft nichts Genaueres bekannt ist; in Deutschland wurde sie 1805 bekannt, ohne größere Verbreitung zu erlangen. Als Synonyme und Literaturstellen werden Pucelle (Le Lectier, Orléans 1628), Kamper Venus (de Lacour 1752), Kampervenus (Diel), Rougeaude (Decaisne, Le Jardin fruitier du Muséum 1863), Kampervenus im Illustrirten Handbuch der Obstkunde Nr. 155 und Chat-Brûlé (André Leroy, Dictionnaire de Pomologie Nr. 346) genannt; Abbildung und Beschreibung finden sich außerdem bei Lauche, Deutsche Pomologie – Birnen (Berlin 1882/83, Nr. 032). Grundlage dieser Darstellung ist im Wesentlichen die Sortenbeschreibung nach Lauche im Digitalisat der WUR-Bibliothek, ergänzt durch die genannten historischen Sortimentslisten.

Quellen: Kampervenus – BUND Lemgo, Obstsortendatenbank · Braunbart: Landesobstsortiment für das Königreich Sachsen, 2. Aufl. 1904 (Sortenliste) · Braunbart: Landesobstsortiment für das Königreich Sachsen, Dresden 1902 (Sortenliste) · Bertog Senior: Der Obstbau mit Sortenverzeichnis für Mittel- und Norddeutschland, Magdeburg 1885 · Hilger: Der Obstbau in den östlichen Provinzen, Berlin 1902 (Sortenliste) · Lenders: Anleitung zum Obstbau, Ausgabe Niedersachsen, Braunschweig 1936 (Sortenliste) · DWDS-Artikel 'Trockener Martin' (Belegzitat zu Kochbirnen)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-31). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.