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Rheinischer Krummstiel

Apfel · Malus domestica Archiv tk3v4edgrw ↗ Verlauf

Der Rheinische Krummstiel ist eine alte Apfelsorte aus der Region Köln/Bonn, die möglicherweise aus Belgien stammt und seit 1828 bekannt ist. Geerntet wird sie von Mitte bis Ende Oktober, nach der Lagerung hält sie sich als Tafelapfel bis in den Mai. Der Baum gilt als gesund und wächst besonders stark, was ihm Langlebigkeit verleiht; zugleich bildet er in der Jugend schräg abwinkelnde Leitäste, die ohne regelmäßigen Schnitt leicht verkahlen, sodass sein sperriger Wuchs schwer zu erziehen ist. Als diploide Sorte eignet er sich zudem als Befruchter für andere spätblühende Sorten.

Herkunft
Deutschland, Region Köln/Bonn; möglicherweise Belgien
Seit
1828
Wüchsigkeit
stark
Wuchsform
breit, außen überhängend
Gefährdung
gefährdet
Ernte
Mitte Oktober – Ende Oktober (10C-10E)
Blüte
spät
Genussreife
Ende Oktober – Ende Mai (10E-05E)
Wikidata
Q41780938
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Tafelobst Wirtschaftsobst Mostobst

#Regionalsorte#diploid#gesund#langlebig#starkwüchsig#unterlage

Synonyme: Eysdener Klumpke, Gronsvelder Klumpke

Web-Suche: Wikipedia · Ecosia · DuckDuckGo · Mojeek

Dokumentierte Bäume (treedoc) 5

Baumtreedoc-IDBongertPositionPflanzjahrKarte
PpyapQ0 Eiserwarr Karte
7s5nn Steinacker Karte
110 6djIN7D Streuobstplantage Gartenfeld C12 2024 Karte
596 CE1aj8t Streuobstplantage Rommelshard FF07a 2025 Karte
070 AWdtwvb Streuobstplantage Spechtsberg H05 2024 Karte

Weitere OSM-Bäume 10

OSM-KnotenCultivar-TagArtKoordinaten
11381915188 Eysdener Klumpke Malus domestica 50.88835, 4.30325
11381915189 Eysdener Klumpke Malus domestica 50.88842, 4.30312
11381915190 Eysdener Klumpke Malus domestica 50.88847, 4.30312
13034327906 Rheinischer Krummstiel Malus domestica 50.89630, 7.09992
13807985806 Rheinischer Krummstiel 49.30964, 9.60199
8309386354 Rheinischer Krummstiel Malus domestica 50.70202, 7.07249
8309386355 Rheinischer Krummstiel Malus domestica 50.70201, 7.07259
8522280249 Rheinischer Krummstiel Malus domestica 50.70185, 7.07134
8522280252 Rheinischer Krummstiel Malus domestica 50.70177, 7.07138
8522280255 Rheinischer Krummstiel Malus domestica 50.70170, 7.07142

OSM-Bäume, die nicht bereits als treedoc-Baum geführt werden.

Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Rheinische Krummstiel wächst stark, in der Jugend besonders kräftig mit schräg abwinkelnden Leitästen, die bei ausbleibendem Schnitt leicht verkahlen; im Alter entstehen große, breite und außen oft überhängende Kronen, sodass sehr große Bäume mit ausreichendem Standraum entstehen, die bevorzugt als Hochstamm gezogen werden. Die Sorte gilt als gesund und frosthart: Sie ist relativ robust gegen Schorf und Obstbaumkrebs, nach dem Kurzprofil des Bergischen Streuobstwiesenvereins auch gegen Mehltau, zeigt auf schweren, nassen Böden jedoch eine gewisse Krebsanfälligkeit; insgesamt stellt sie wenig Ansprüche an Boden und Klima und gedeiht auch noch in Höhenlagen. Das Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee beziffert den Klimaanspruch als mittel und nennt mittlere, regelmäßig feuchte Böden in warmen Lagen als geeigneten Standort; Holz und Blüte sind danach frosthart, die mittelspäte Blüte wenig empfindlich. Der Ertrag setzt mittelspät bis spät ein und fällt dann sehr hoch und regelmäßig aus, während für die in den Niederlanden als „Gronsvelder Klumpke" geführte Form eine gewisse Neigung zu Beutjahren (Alternanz) angegeben wird. Die Blüte öffnet mittelspät bis spät; als diploide Sorte eignet sich der Rheinische Krummstiel als Befruchter für andere spätblühende Apfelsorten. Er gehört zu den robusten, breit anbaufähigen Streuobstsorten und wurde vom Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz NRW als Streuobst-Anbausorte empfohlen; wegen seiner ausladenden, überhängenden Krone ist er für Pflanzungen an Straßen und Wegen ungeeignet. Nach einer älteren Obsttafel gilt die Sorte zudem als sturmfest.

Das feste, gelblichweiße Fleisch schmeckt süßsäuerlich mit ausgeglichenem Zucker-Säure-Verhältnis, ist aber nur gering aromatisch; die Kurzbewertung Banniers vergibt die Geschmacksnote 3–4 (Skala 1 = sehr gut), während Wikipedia feinsäuerlich bis süßlich mit angenehmem Apfelaroma bei vergleichsweise niedrigem Vitamin-C-Gehalt angibt. Engelbrecht (1889) beschrieb das Fleisch als markig, saftig, weinig und mäßig süß, ohne Würze, mit sehr merklichem Geruch. Hauptverwendung ist der Wirtschaftsapfel zur Dauerlagerung und das Mostobst, daneben taugt die Frucht als Tafel- und Küchenapfel; die niederländische Beschreibung der „Eysdener Klumpke" führt sie als vorzügliche Küchen- und Marktfrucht. Geerntet wird von Mitte bis Ende Oktober, genussreif ist die Frucht ab Dezember und lässt sich problemlos etwa sechs Monate, bis in den April/Mai, lagern; auf dem Lager neigt sie etwas zu Fleisch- bzw. Schalenbräune.

Die Frucht ist mittelgroß bis groß, hochgebaut, hochrund bis fass- und walzenförmig, im Querschnitt unregelmäßig rund, und sehr fest. Die glatte, glänzende Schale ist zur Pflückreife blass gelblichgrün, hellt spät auf und wird blassgelb bis strohgelb; die lebhaft rote Deckfarbe ist gestreift, geflammt, punktiert und marmoriert und bedeckt ein Drittel bis vier Fünftel der Frucht. Namensgebend ist die enge, mitteltiefe Stielgrube mit einem typischen Fleischwulst, der den kurzen, eher dünnen, am Ende knopfig verdickten Stiel zur Seite drückt; der Kelch ist meist halboffen, das Kernhaus ohrenförmig gerissen. Verwechselungen kommen vor allem mit dem Pommerschen Krummstiel und dem Rheinischen Bohnapfel vor. Die genaue Herkunft dieser sehr alten Sorte ist unbekannt; sie dürfte bereits im 18. Jahrhundert entstanden sein, möglicherweise in Belgien. A. F. A. Diel beschrieb sie 1828 erstmals und berichtete, sie werde „in der obstreichen Bergkette zwischen Köln und Bonn reich kultiviert"; das Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee datiert die Erstbeschreibung auf 1821. Heute ist die Sorte in Streuobstbeständen Deutschlands, besonders im Westen und Südwesten, und der Nachbarländer verbreitet, wenn auch längst nicht so häufig wie Rheinischer Winterrambur und Rheinischer Bohnapfel; in Belgien ist sie unter den Namen Eijsdener Klumpke und Gronsvelder Klumpke noch stark verbreitet. Zur historischen Literatur zählen Diel (1828), das Illustrirte Handbuch der Obstkunde Bd. 4 (1865, Nr. 364) und Engelbrechts Deutschlands Apfelsorten (1889, Nr. 84). Die Beschreibung beruht im Wesentlichen auf dem Sortenporträt von Hans-Joachim Bannier (Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt) sowie den Profilen von Bergischem Streuobstwiesenverein und Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee.

Quellen: Rheinischer Krummstiel – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt · Rheinischer Krummstiel – Bergischer Streuobstwiesenverein · Rheinischer Krummstiel – Wikipedia · Rheinischer Krummstiel – Detail, Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee (KOB Bavendorf) · Gronsvelder Klumpke – WUR Library, Fruitteelt (Speccol) · Eysdener Klumpke – WUR Library, Onze Appels · Rheinischer Krummstiel – BUND-Lemgo Obstsortendatenbank · Engelbrecht: Deutschlands Apfelsorten (1889), Nr. 84 – Scan (BUND-Lemgo) · „Nach der Arbeit“, Obsttafel Nr. 251 Rheinischer Krummstiel (1935–1956) – Scan (BUND-Lemgo) · Rheinischer Krummstiel – Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft (Essbarer Naturpark)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

#Regionalsorte Könnte vielleicht auch als #unterlage nutzbar sein. Siehe Projekt Saatgutplantage.

In der Literatur

#diploid #langlebig Sehr #gesund , #starkwüchsig , später, reicher Ertrag. Robuste Streuobstsorte; Baum stark wachsend, breit anbaubar. Später Ertragsbeginn. Wirtschafts- und Mostapfel.

Weblinks

Auch bei: Bergischer Streuobstwiesenverein · Essbarer Naturpark — Sortenporträts · eva & adam — Sortensteckbriefe

Bilder aus Wikipedia

File:Cross section of Rheinischer Krummstiel, National Fruit Collection (acc. 1951-054).jpg
National Fruit Collection, Brogdale . · OGL 2 · Commons
File:Malus Rheinischer Krummstiel 4203.jpg
Sven Teschke · CC BY-SA 3.0 de · Commons
File:Rheinischer Krummstiel jm55070.jpg
joergens.mi · CC BY-SA 3.0 · Commons

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