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Harberts Renette

Apfel · Malus domestica

Herkunft
Arnsberg, Westfalen
Seit
1828
Wüchsigkeit
sehr stark
Wuchsform
aufrecht
Gefährdung
vom Aussterben bedroht
Ernte
Ende September – Anfang Oktober (09E-10A)
Genussreife
Anfang Oktober – Anfang Januar (10A-01A)
Wikidata
Q1584903

Tafelobst Wirtschaftsobst

#Stammbildner#StreuobstsoreDesJahres#Unterlage#langlebig#starkwüchsig#vital

Synonyme: Harbers Ramburrenette, Harbert's Reinettenartiger Rambour, Harberts Renettenartiger Rambur

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Harberts Renette bildet sehr starkwüchsige, langlebige Bäume mit aufrecht strebenden Leitästen und breiter, rasch an Umfang zunehmender Krone; sie zählt zu den starkwüchsigsten Apfelsorten überhaupt, weshalb sie als Hochstamm auf die Streuobstwiese gehört und im Hausgarten nur bei sehr großzügigen Platzverhältnissen sinnvoll ist. Die Sorte gilt als robust und gesund: kaum anfällig für Schorf, Mehltau und Krebs, die Blüte wird als unempfindlich beschrieben; anfällig sind allein die Früchte, und zwar für Stippe. Der Baum verträgt schwere wie leichte Böden; bei Trockenheit neigt er zu Fruchtfall, und auch in der Fruchtreife fallen Früchte leicht ab, weshalb frühzeitiges und mehrmaliges Durchpflücken der jeweils größten Früchte empfohlen wird. Der Ertrag setzt spät ein – es können mehrere Jahre vergehen, bis der Baum trägt. Als vitale, langlebige Streuobstsorte wird sie vom Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz NRW als Streuobst-Anbausorte empfohlen; wegen des starken Wuchses und der Robustheit galt sie auch dem Verband der Gartenbauvereine Saarland/Rheinland-Pfalz als streuobstwürdig (Streuobstsorte des Jahres 2007).

Geschmacklich ist Harberts Renette ein fruchtig-aromatischer Tafelapfel; das gelblich-weiße Fruchtfleisch ist mittelfest, saftig, würzig-feinaromatisch und süßsäuerlich abgerundet, die Geschmacksbewertung bei H.-J. Bannier liegt bei 2− (1 = sehr gut). Verwendet wird sie vor allem frisch als Tafelapfel, daneben für Mus und Saft sowie als Backapfel; obstdoc führt sie zusätzlich als Wirtschaftsobst, was zur Einordnung als „Tafel- und Wirtschaftsapfel“ beim Verband der Gartenbauvereine passt. Die Pflückreife liegt Ende September bis Anfang/Mitte Oktober (Bannier: 29.09.–12.10.); zur Haltbarkeit gehen die Angaben auseinander: Bannier nennt etwa zwei Monate Lagermöglichkeit, Jan Bade und der Verband der Gartenbauvereine geben Genussreife bis Anfang Januar an.

Pomologisch ist die Frucht nach Jan Bade groß und kegelförmig bis abgeplattet kegelförmig, zum Kelch etwas stärker verjüngt, im Querschnitt durch die nur schwachen Kelchrippen fast rund (der Verband der Gartenbauvereine nennt die Früchte dagegen mittelgroß). Die Schale hellt strohgelb auf und ist sonnenseits bis zu einem Drittel orangerot marmoriert bis zart gestreift, kaum deckend, mit vereinzelten Rostsprenkeln; die weit auslaufende, im Grunde enge Stielgrube trägt eine schuppig-strahlenförmige Berostung, die über den Grubenrand hinausläuft, und öfter eine fleischige Verdickung, der Stiel ist in Länge und Dicke variabel. Kennzeichnend ist der nur mittelgroße, fast geschlossene Kelch mit spitz zulaufenden, an der Spitze hochstehenden Blättern; das Kernhaus ist offen, fast rucksackförmig, mit wenigen unvollkommenen Kernen. Verwechslersorten sind Röthaer Blenheim, Kaiser Wilhelm, Goldrenette von Blenheim und Hildesheimer Goldrenette. Erstbeschrieben wurde die Sorte 1828 von A. F. A. Diel als „Harbert's Reinettenartiger Rambour“ nach Früchten, die er von Herrn Harbert aus Arnsberg in Westfalen erhielt (nach Wikipedia der Landpfennigmeister Carl Ludwig Anton Maria Harbert, der ab 1830 für die Verbreitung sorgte; 1857 Empfehlung durch die Versammlung Deutscher Pomologen in Gotha). Über die Entstehung ist nichts weiter bekannt, auch genetische Untersuchungen brachten keine neuen Erkenntnisse. Weiteres Synonym: Harbers Ramburrenette. Die Sorte findet sich bundesweit noch vereinzelt in alten Streuobstbeständen, gilt im Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt aber als vom Aussterben bedroht, weil Neupflanzungen sich vielfach als Fehllieferung erwiesen haben. Historische Beschreibungen bei Diel (1828), Illustrirtes Handbuch der Obstkunde Bd. 4 Nr. 344 (1865), Lauche, Deutsche Pomologie Nr. 37 (1882), Dahl (1943) und Petzold (1982). Grundlage dieser Darstellung sind vor allem die Sortenbeschreibung von Jan Bade (obstsortenerhalt.de) und die Kurzbeschreibung von H.-J. Bannier (Bergischer Streuobstwiesenverein), ergänzt um den Verband der Gartenbauvereine Saarland/Rheinland-Pfalz und Wikipedia.

Quellen: Harberts Renette – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt · Harberts Renette – Bergischer Streuobstwiesenverein (H.-J. Bannier) · Harberts Renette – Verband der Gartenbauvereine Saarland/Rheinland-Pfalz · Harberts Renette – Wikipedia · Harberts Renette – BUND Lemgo Obstsortendatenbank (Sortenporträt) · Akzessionslisten Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (A-11328 u. a. Harberts Renette) · Obstmuttergarten Rheinland – Sortimentsliste Apfel · Apfel 'Harberts Renette' – Selbstversorger.de (geringe Verlässlichkeit) · Harberts Renette – biologie-seite.de (Wikipedia-Spiegel) (geringe Verlässlichkeit) · Streuobst-Sortenempfehlungsliste für Rheinland-Pfalz (NABU RLP, PDF) · Apfel 'Harberts Renette' – Baumschule Horstmann (geringe Verlässlichkeit) · Apfelbaum Harberts Renette – biobaumversand.de (geringe Verlässlichkeit) · Apfel 'Harberts Renette' – Native Plants Pflanzenversand (geringe Verlässlichkeit)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-08-04). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Kann wohl auch als #Stammbildner dienen. #starkwüchsig #langlebig #vital #Unterlage

War Streuobst Sorte des Jahres NRW 2015. #StreuobstsoreDesJahres .

In der Literatur

Pflückreif sind die Äpfel Mitte Oktober. Sie sollten nicht zu früh geerntet werden, dann halten sich die Früchte bis ins Frühjahr. Bis zur Pflückreife sind die Früchte windfest, dann starker Fruchtfall.
Harberts Renette ist ein ausgezeichneter Apfel für den Frischverzehr, geeignet für Dörrobst, Saft, Mus und zum Backen. Leider haben sich Bäume aus Neupflanzungen in vielen Fällen als Fehllieferung heraus gestellt, daher gibt es kaum junge Bäume die die nächste Generation dieser Sorte bilden könnten

Heute eher selten zu finden, war die Harberts Renette vor 140 Jahren in Westfalen sehr verbreitet. Die Sorte wurde wahrscheinlich im Kreis Soest in Westfalen gefunden. 1828 beschrieb sie der Pomologen Adrian Diel (1756 – 1839) erstmals als Harbert´s Reinettenartiger Rambur. Er hatte den Apfel von dem Landpfennigmeister Carl Herbert (1771 -1832) aus den sauerländischen Arnsberg erhalten. Der Deutsche Pomologenverein empfahl die Haberts Renette 1857 zur Anpflanzung.

Harberts Renette gehört zu den am stärksten wachsenden Sorten und kann sehr alt werden. Sie bildet große, hoch- und breitrunde Kronen mit ausladenden, später hängenden Ästen. Der Baum muss kaum verjüngt werden, da die Triebkraft bis ins Alter anhält. Harberts Renette ist sehr gesund und robust. Sie bevorzugt schwere mineralische Böden. Bei hohem Grundwasserstand ist das Holz frostempfindlich. Auf besonders leichten Sandböden neigen die Früchte zu Stippe, die oft erst im Lager auftritt.  Die Sorte ist von den Höhenlagen bis in die Küstenregion anbaufähig. Die Blüte  ist mittelspät und lang andauernd, dadurch wenig forstanfällig. Haberts Renette beginnt  spät zu tragen, dann jedoch ein hoher, an geeigneten Standorten meist jährlicher Ertrag. Die Frucht ist mittelgroß bis sehr groß, regelmäßig flachkugelig, zum Kelch hin verjüngt. Über die Seiten laufen flache, breite Kanten. Die Fruchtschale ist glatt, mit grünlich gelber, später goldgelber Grundfarbe. Sonnenseitig, besonders zum Stiel hin gestreift oder verwaschen rötlich. Zahlreiche, deutliche bräunliche Schalenpunkte. Das Fruchtfleisch ist gelblichweiß, feinzellig, saftig, von erfrischend weinigem Geschmack. Pflückreif sind die Äpfel Mitte Oktober. Sie sollten nicht zu früh geerntet werden, dann halten sich die Früchte bis ins Frühjahr. Bis zur Pflückreife sind die Früchte windfest, dann starker Fruchtfall.
Harberts Renette ist ein ausgezeichneter Apfel für den Frischverzehr, geeignet für Dörrobst, Saft, Mus und zum Backen. Die beste Wuchsform ist der Hochstamm. Für alle kleineren Formen ist die Sorte infolge des starken Wuchses nicht zu empfehlen. Da die Haberts Renette durch die Ausbildung ihrer großen Krone sehr viel Raum einnimmt, ist sie für kleinere Gärten ungeeignet. Auf den Streuobstwiesen des Münsterlandes ist dieser ertragreiche Baum ein Gewinn, von dem auch die folgenden Generationen noch hervorragende Äpfel ernten können. (Karin Rietman)

Weblinks

Auch bei: Bergischer Streuobstwiesenverein · Wikipedia (de)

Dokumentierte Bäume (treedoc) 2

Baumtreedoc-IDBongertPositionPflanzjahrKarte
465 Vap0E37 Streuobstplantage Rommelshard G08 2025 Karte
097 pMACwA4 Streuobstplantage Spechtsberg I06 2024 Karte

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OSM-KnotenCultivar-TagArtKoordinaten
12979605764 Harberts Renette Malus domestica 49.77517, 9.99769
13153790072 Harberts Renette Malus domestica 49.77793, 9.99846

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