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Bocketer Grüne

Birne · Pyrus communis Archiv tqvcq1d8a4 ↗ Verlauf

Die Bocketer Grüne, eine Birne aus Bocket im Kreis Heinsberg, wird von Mitte August bis Mitte September geerntet. Sie bildet große, hochstrebende Kronen mit steil aufrechtem Astwerk und bringt als Masseträger reichlich Frucht für den Most; ihr säurearmes, mild süßliches Fleisch ist roh bekömmlich, für den Most jedoch zu flach. Gegen sie sprechen starke Alternanz sowie Anfälligkeit für Schorf, Rindenbrand und Sonnenbrand.

Herkunft
Bocket, Ortsteil der Gemeinde Waldfeucht, Kreis Heinsberg, Rheinland, Deutschland
Wüchsigkeit
stark
Wuchsform
hochstrebend, pyramidal
Ernte
Mitte August – Mitte September (08C-09C)
Blüte
mittelspät
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte

Wirtschaftsobst Mostobst

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Die Bocketer Grüne bildet große, hochstrebende Kronen mit steil oder schräg aufrechtem Astwerk. Die Bäume sind robust und gelten hinsichtlich Boden und Standort als breit anbaufähig; als anfällig werden Schorf und Rindenbrand genannt. Die Triebe wachsen stark und bilden zahlreiche kräftige Fruchtäste, die nur wenig abkippen. Die Blüte beginnt im Frühjahr mittelspät und hält entsprechend lange. Die Sorte ist mit der rheinischen Tradition der Birnenkrautherstellung verbunden und wurde einst stark in Bocket, Waldfeucht und Umgebung (Kreis Heinsberg) verbreitet; Bäume finden sich heute noch in den Gemeinden Bocket und Waldfeucht sowie in Heinsberg-Braunsrath.

Die Früchte wurden vor allem zur Herstellung von Birnenkraut verwendet; die Sorte hat wie andere Krautbirnen die Eigenschaft, beim Krautkochen im Kupferkessel nicht anzubrennen. Ob die Früchte auch zur Saftbereitung oder für Obstbrand geeignet sind, ist laut Beschreibung noch zu prüfen. Geerntet wird Mitte/Ende August; bis Mitte September sollten die Früchte verarbeitet sein. Das Fruchtfleisch ist cremefarben, mäßig saftig, mild süßlich, ohne Säure und fade, die Schale mürbe und beim Verzehr wenig störend — als Tafelbirne kommt die Sorte damit kaum infrage.

Die Frucht ist mittelgroß, hochgebaut kegel- bzw. kastenförmig, kelchbauchig, kelchseitig gerundet bzw. schmal abgeflacht, zum Stiel hin nur schwach verjüngt, im Querschnitt fast rund; die Stielebene ist oft schief. Die Grundfarbe ist baumreif hellgrün, in der Reife hellgelb; eine Deckfarbe fehlt, wenn vorhanden ist sie sonnenseitig fahl rosarötlich gehaucht. Berostungen auf der Frucht sind selten; Schalenpunkte sind zahlreich, dicht verteilt, klein bis mittelgroß und grün umhöft. Die Schale ist glatt, trocken, mattglänzend und baumreif ganz schwach bereift; die Frucht ist baumreif fest. Der kurze (10–22 mm), mitteldicke bis dicke Stiel ist meist gerade und hellbraun, die flache, mittelweite Stielgrube teils mit Stielwulst, die Stielumgebung meist mit einem graubraunen, später hellbraunen geschlossenen Rostklecks. Der mittelgroße Kelch ist halboffen bis offen, mit grauschwarzen, mittellangen, teils nach außen umgeschlagenen Blättchen. Das Kernhaus ist klein, kelchnah und stark körnig, mit schmal geöffneter Achse; die Kerne sind klein, hell- bis mittelbraun, gut entwickelt (ca. 7,5 × 4,5 mm) und öfter taub. Mögliche Verwechsler sind Frühe aus Trevoux, Jules Guyot und Giffards Butterbirne. Benannt ist die Sorte nach der Ortschaft Bocket, einem Ortsteil der Gemeinde Waldfeucht im westlichen Kreis Heinsberg nahe der niederländischen Grenze; der Entstehungszeitpunkt ist nicht bekannt. In einer Aufstellung von 1940 über das Marktangebot deutscher Obstanbaugebiete wurde sie als eine von vierzehn Birnensorten des Rheinlands für Frischmarkt und Industrie genannt (Gross, „Der Obst- und Gemüsemarkt“, Bd. 1, S. 210). Mit dem Verschwinden der örtlichen Krautfabriken und des häuslichen Krauteinkochens verschwinden auch ihre Bäume allmählich aus den Streuobstbeständen. Die Erhaltung dieser reinen Wirtschaftsbirne hängt nach Einschätzung der Beschreiber davon ab, ob es neben einer Renaissance der regionaltypischen Birnenkrautherstellung weitere kreative Nutzungsideen und Vermarktung für Verarbeitungsprodukte gibt. Die Beschreibung beruht auf dem Sortensteckbrief von Hans-Joachim Bannier im LVR-Handbuch „Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland – neu entdeckt!“ (2. Aufl. Köln 2017).

Quellen: H.-J. Bannier u. a.: Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland – neu entdeckt! 2. Aufl., Köln 2017 · LVR-Handbuch 2017 (BUND Lemgo Download) – Obstsortenliste mit Bocketer Grüne

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (z-ai/glm-5.3-flash + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-10-05). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

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