obstdoc / Seestermüher Zitronenapfel
Anmelden mit OSM

Seestermüher Zitronenapfel

Apfel · Malus domestica Archiv v0j8qvmchm ↗ Verlauf

Herkunft
Seestermüher Marsch an der Niederelbe, Schleswig-Holstein
Seit
1930
Wüchsigkeit
schwach
Wuchsform
aufrecht
Ernte
Mitte September – Ende September (09C-09E)
Genussreife
Mitte September – Mitte November (09C-11C)
Wikidata
Q1405860
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Web-Suche: Wikipedia · Ecosia · DuckDuckGo · Mojeek

Dokumentierte Bäume (treedoc) 1

Baumtreedoc-IDBongertPositionPflanzjahrKarte
103 9k8vz Fischbacher Obstwiese 2/1 2026 Karte

Weitere OSM-Bäume 1

OSM-KnotenCultivar-TagArtKoordinaten
14059920393 Seestermüher Zitronenapfel Malus domestica 50.14317, 8.43226

OSM-Bäume, die nicht bereits als treedoc-Baum geführt werden.

Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Seestermüher Zitronenapfel wächst mittelstark und aufrecht und verliert nach H.-J. Bannier mit zunehmendem Alter deutlich an Wuchskraft; die Beschreibung der Hamburger Gruppe des Pomologen-Vereins gibt den Wuchs von vornherein als schwach und aufrecht wieder. Die Sorte gilt als sehr gesund und robust: Bannier zufolge ist sie kaum anfällig für Schorf, Obstbaumkrebs und Mehltau, und die Deutsche Genbank Obst bewertet den Schorfbefall an Blatt und Frucht als schwach, den Mehltaubefall als mittel. Am besten gedeiht sie nach diesen Angaben auf nährstoffreichen, ausreichend feuchten Böden; ihre Ansprüche an das Klima werden als gering beschrieben. Sie beginnt früh zu tragen, liefert hohe, regelmäßige Erträge und neigt kaum zur Alternanz, wobei die Früchte eine einheitliche Größe erreichen. Wegen dieser Eigenschaften wird sie für Gärten als Massenträger empfohlen und ist nach Bannier auch für die Streuobstwiese geeignet; der Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz NRW führt sie als empfohlene Streuobst-Anbausorte.

Geschmacklich bestehen zwei Lesarten: Ältere Beschreibungen rühmen einen süßsäuerlichen, sehr saftigen, erfrischend aromatischen Geschmack, bei dem laut Meinolf Hammerschmidt sogar das Kernhaus saftgefüllt sein kann. Eine aktuelle Verkostung (Bannier/Meyer) fällt nüchterner aus: wenig Säure, neutraler, weich schmelzender und insgesamt etwas flacher Geschmack bei nur mittlerem Aroma, Benotung 2–3. Die Sorte wird als Wirtschaftsapfel geführt, ist frisch vom Baum aber auch als Tafelapfel brauchbar; daneben eignet sie sich zum Keltern bzw. zur Saftherstellung und zum Kochen und Backen. Gepflückt wird zwischen Mitte und Ende September (einzelne Quellen nennen auch Oktober); die Genussreife setzt unmittelbar ein und hält je nach Quelle bis Mitte November, nach anderer Lesart bei guter Lagerung bis etwa Januar – die Angaben zur Lagerfähigkeit reichen entsprechend von rund anderthalb Monaten (Bannier) über Mitte November (Pomologen-Verein Hamburg, Pomarium) bis Januar (Deutsche Genbank Obst, Wikipedia).

Die Frucht ist groß bis sehr groß (teilweise auch nur mittelgroß bis groß angegeben), breitrund, leicht abgeflacht, schwach gerippt und etwas faltig. Die matte Schale ist zunächst grün bis grünlichgelb und färbt sich dann zitronengelb; eine Deckfarbe fehlt meist, seltener tritt ein rötlicher Hauch auf. Charakteristisch ist die auffällige, olivfarbene Berostung in und um die Stielgrube; das Fruchtfleisch ist weiß, süßsäuerlich und sehr saftig, die Schale fest. Die Sorte entstand um 1930 als Zufallssämling in der Seestermüher Marsch an der Niederelbe (Kreis Pinneberg, Schleswig-Holstein); als Züchter wird K. Möller genannt, benannt ist sie nach dem Ort Seestermühe. Synonyme sind „Goldgelbe Renette“, „Kohlapfel“ und „Zitronenapfel“. Die frühere norddeutsche Erwerbssorte wurde durch Hochleistungssorten verdrängt und gilt als vom Aussterben bedroht; 2007 wurde sie zur „Streuobstsorte des Jahres“ in Norddeutschland gewählt (Literatur u. a. Hartmann/Fritz, Farbatlas Alte Obstsorten, 2008). Die Beschreibung beruht vor allem auf dem Sortenporträt von H.-J. Bannier (Bergischer Streuobstwiesenverein), dem Flyer des Pomologen-Vereins Hamburg zum Apfel des Jahres 2007 und dem Pass der Deutschen Genbank Obst, ergänzend auf Wikipedia, Plantura und dem Pomarium-Sortenblatt.

Quellen: Bergischer Streuobstwiesenverein – Sortenporträt Seestermüher Zitronenapfel · Pomologen-Verein LV Hamburg – Beschreibung Apfel des Jahres 2007 (PDF) · Deutsche Genbank Obst – Sortenpass Seestermüher Zitronenapfel · Förderverein Erlebenswertes Bad Iburg – Pomarium Iburgense: Seestermüher Zitronenapfel (PDF) · Plantura Gartenmagazin – Seestermüher Zitronenapfel

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Weblinks

Auch bei: Bergischer Streuobstwiesenverein · Wikipedia (de)

Bilder aus Wikipedia

File:Seestermüher Zitronenapfel.JPG
User:JFKCom · CC BY-SA 3.0 · Commons
File:Seestermüher Zitronenapfel jm55089.jpg
joergens.mi · CC BY-SA 3.0 · Commons
File:Zitronenapfel.jpg
Thomasauswien · CC BY-SA 3.0 · Commons
File:Norddeutschland.jpg
Flammingo · CC BY-SA 3.0 · Commons

Gefunden über das Wikidata-Objekt und die Wikipedia-Artikel. Die Bilder liegen bei Wikimedia Commons; Rechte und Bedingungen stehen auf der jeweiligen Dateiseite.