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Trockener Martin

Birne · Pyrus communis

Herkunft
Frankreich
Seit
1530
Wüchsigkeit
mittel bis stark
Ernte
Mitte Oktober – Mitte November (10C-11C)
Blüte
mittelspät
Wikidata
Q3899624

Wirtschaftsobst Mostobst Dörrobst Brennobst

#Suchliste

Synonyme: Eselsbirne, Gaulsbirne, Goldbirne, Grasbirne, Graue Lederbirne, Martin Sec, Winterpfalzgrafenbirne

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Baum des Trockenen Martin wächst nach dem Sortenporträt des Erhalternetzwerks Obstsortenvielfalt (Jan Bade) in der Jugend stark, bleibt aber letztlich nicht wirklich groß; er verzweigt sich gut und bildet reichlich Fruchtholz. Laub und Früchte gelten als gesund; ausdrücklich beschriebene Krankheitsanfälligkeiten fehlen in der Literatur, der Baum wird sogar als besonders schorfresistent bezeichnet. Etwas abweichend wird die Sorte anderswo als kräftig und hoch wachsende, für Streuobstwiesen besonders geeignete Wirtschaftssorte mit hohen, regelmäßigen Erträgen beschrieben (Wikipedia; Sortenblatt des Fränkischen Klein- und Obstbrennerverbandes). Übereinstimmend gilt sie als anspruchslos und robust: Erträge werden auch auf weniger gehaltvollen Böden und in raueren Lagen erreicht (Wikipedia; Verband der Gartenbauvereine Saarland/Rheinland-Pfalz), weshalb sie früher gerade in Rand- und Höhenlagen des Saar-Mosel-Raums und des Rheinlands verbreitet war. Die Blüte geht mittelspät auf und trägt acht Einzelblüten je Knospe; Angaben zu geeigneten Befruchtersorten, zur Lebensdauer und zum Verhalten gegenüber Feuerbrand liegen in den ausgewerteten Quellen nicht vor. Für Streuobst und Hochstamm wird die Sorte als erhaltenswert eingeschätzt, sofern genügend Platz auf der Fläche vorhanden ist.

Die Frucht ist eine reine Wirtschaftsbirne: das Fleisch ist fest bis hart, trocken und süßlich, mit wenig Aroma, roh kaum genießbar. Ihre Stärke liegt im Dörren – nach dem Erhalternetzwerk eine gesunde, lange nutzbare Dörrfrucht –, außerdem eignet sie sich zum Kochen und Backen sowie als Saft- und Mostbirne, die einen schmackhaften Saft ergibt; auch sortenreine Birnenbrände werden erzeugt. Erntereif sind die Früchte ab Mitte Oktober, je nach Spielart bis Mitte November; verarbeitungsfähig bleiben sie sehr lange, nach dem Erhalternetzwerk bis Anfang des folgenden Jahres, nach Wikipedia bis in den März. In Frankreich (Haute-Savoie) und Italien (Piemont, Aostatal, Seealpen, Po-Ebene) wird die Sorte als „Martin Sec“ bis heute in der Küche für Desserts und Beilagen verwendet.

Pomologisch ist die Frucht klein bis höchstens mittelgroß, birnenförmig, spät und manchmal nur einseitig eingeschnürt, kelchbauchig und zum Kelch abgerundet, im Querschnitt unrund; der Stiel geht ohne Grube aus der abgerundeten Spitze hervor, ist bis 2,5 cm lang, meist gebogen und hellrötlichbraun; der Kelch sitzt fast auf, ist offen mit zurückgeschlagenen Blättern. Die gelbliche Grundfarbe wird von einer orangeroten bis braunroten Deckfarbe auf bis zu einem Drittel der Frucht und von einer hellbraunen bis zimtfarbenen, netzförmigen bis flächigen Berostung mit auffallend deutlichen grauen Lentizellen überlagert; das Fruchtfleisch ist gelb. Die Sorte ist alten französischen Ursprungs – Duhamel beschrieb sie mit Bezug auf Merlet, erste Erwähnungen datiert Leroy auf 1530 –, in Deutschland begann die Verbreitung bereits vor 1750 bzw. wird ab 1794 vermehrt, und bis Ende des 19. Jahrhunderts war sie in ganz Mitteleuropa empfohlen; Schwerpunkte lagen im Saar-Mosel-Gebiet, im Rheinland, im Bergischen Land und am Mittelrhein, wo sie bis in die 1950er Jahre wirtschaftlich bedeutsam war. Heute gilt sie als vom Aussterben bedroht; regionale Namen sind u. a. Martinsbirne, Esels-, Gras-, Gauls- und Goldbirne, Graue Lederbirne und Winterpfalzgrafenbirne. Die historisch als Synonyme geführten Namen Juffernbirne und Rot-/Wendelsbirne gehören nach heutiger Sichtweise (H.-J. Bannier) zu einer eigenständigen, äußerlich sehr ähnlichen Sorte; weitere Verwechsler sind die „Rotbirne“-AN und die Graue Hühnerbirne. Literatur: Duhamel du Monceau (1783), Hirschfeld (1788), Jahn/Lucas/Oberdieck, Illustrirtes Handbuch der Obstkunde Bd. 5 Nr. 511 (1866), Leroy, Dictionnaire de Pomologie II (1869), Morettini u. a. (1967). Grundlage dieser Beschreibung sind vor allem das Sortenporträt von Jan Bade im Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt, das Sortenblatt des Verbandes der Gartenbauvereine Saarland/Rheinland-Pfalz und der Wikipedia-Artikel.

Quellen: Trockener Martin – Sortenportrait, Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (Pomologen-Verein e.V.), Jan Bade 2026 · Trockener Martin – Wikipedia · Trockener Martin – Streuobstsorte des Jahres 2009, Verband der Gartenbauvereine Saarland/Rheinland-Pfalz e.V. · Streuobstsorte des Jahres 2009: Trockener Martin (PDF-Sortenblatt) · BUND-Lemgo Obstsortendatenbank – Sortenübersicht (bereits verlinkt) · BUND-Lemgo Obstsortendatenbank – Pfau-Schellenberg, Schweizerische Obstsorten (Liste mit 'Trockener Martin') · Trockener Martin gebrannt – Sortenblatt, Fränkischer Klein- und Obstbrennerverband Würzburg e.V. · Birne 'Trockener Martin' (Pyrus communis 'Trockener Martin') – NaturaDB (geringe Verlässlichkeit) · Trockener Martin – DeWiki (Wikipedia-Spiegel) (geringe Verlässlichkeit) · Birnbaum Trockener Martin – biobaumversand.de (geringe Verlässlichkeit) · Trockener Martin – DWDS, Belegsammlung · Trockener Martin: Robuster, historischer Birnbaum – t-online (geringe Verlässlichkeit)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-07-26). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

#Suchliste Wohl eine Bergische Lokalsorte. Nicht identisch mit Martinsbirne.

In der Literatur

Wuchs mittelstark, robust, Frucht mittelgroß, rauhschalig, gute Koch- und Dörrbirne, lange lagerfähig, früher häufiger in der Pfalz. Streuobstsorte 2009 (VdGBV Saar-RLP).

Weblinks

Auch bei: Wikipedia (de)

Dokumentierte Bäume (treedoc) 0

Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.

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