Birne · Pyrus communis Archiv wxa9frybpg ↗ Verlauf
Blumenbachs Butterbirne ist seit 1820 bekannt und stellt an Lage und Boden keine großen Ansprüche; sie gedeiht auch in Höhenlagen. Der Ertrag setzt früh ein und fällt reichlich aus, und die Früchte halten vor der Reife auch Wind stand. Geerntet wird von Anfang Oktober bis Ende November, in denselben Wochen liegt auch die Genussreife; der Geschmack ist fein und melonenartig. Die Kronenäste entwickeln sich ungleichmäßig, was die Erziehung des sperrigen Wuchses erschwert.
Tafelobst Dörrobst
Synonyme: Auguste van Mons Soldat, Poire de Soldat, Soldat Laboureur
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Blumenbachs Butterbirne bildet einen mittelstark wachsenden Baum mit breitpyramidaler Krone, dessen Kronenäste sich ungleichmäßig entwickeln; historische Beschreibungen nennen den Trieb kräftig bis stark, der Bergische Streuobstwiesenverein stuft den Wuchs als „mäßig“ ein. Nach der Pflanzendatenbank NaturaDB erreicht die Krone 5–15 m Höhe bei 3–6 m Breite. Die Sorte gilt als grundsätzlich robust und kaum schorfanfällig; in höheren und feuchteren Lagen wird sie jedoch anfälliger für Schorf, Steinzellen und Fruchtrisse, und es werden Triebschorf sowie eine mittlere Anfälligkeit für Birnengitterrost und Sonnenbrand der Blätter angegeben. An den Boden stellt sie keine großen Ansprüche, verlangt aber viel Bodenfeuchtigkeit – fehlt diese oder ist der Boden kalt, bleiben die Früchte klein. Empfohlen wird der Anbau bis in Mittelgebirgslagen (bis 350 m); in kühleren Regionen verzögert sich die Reife. Zur Frosthärte heißen die Quellen Unterschiedliches: Der Bergische Streuobstwiesenverein vermerkt eine gewisse Empfindlichkeit gegenüber Frost, während NaturaDB das Gehölz als sehr winterhart (bis −34 °C) und obstgarten.biz als „frosthart“ einstuft; die lang andauernde Blüte gilt als wenig empfindlich gegen nasskalte Witterung. Der Ertrag setzt früh ein, ist reich bis hoch und regelmäßig. Nach neueren Angaben blüht die Sorte mittelspät, ältere Beschreibungen nennen den Blütebeginn mittelfrüh; sie ist diploid und ein guter Pollenbildner. Sie gedeiht auf Quitte wie auf Sämlingsunterlage gleich gut; älteren Erfahrungen zufolge trägt sie auf Quitte allerdings so reich, dass der Holztrieb nachlässt und die Früchte klein bleiben, weshalb für Busch und Pyramide der Wildling empfohlen wurde. Auch am Hochstamm entwickeln sich die Früchte noch vollkommen, Formbäume brauchen nicht gezogen zu werden – die Sorte ist damit streuobsttauglich und für Garten und Streuobstwiese geeignet. Vor Eintritt der Reife sind die Früchte windfest. Beim Schnitt werden die Leitäste mittellang, das Fruchtholz kurz gehalten. Als Befruchter werden von einer Baumschule u. a. Williams Christ, Clairgeaus Butterbirne und Pastorenbirne genannt.
Das Fruchtfleisch wird schmelzend bis halbschmelzend, ist fein, saftig und butterhaft und schmeckt süß mit angenehm weinsäuerlicher Note sowie einer charakteristischen, melonen- bis honigmelonenartigen Würze; in kühlen Sommern kann es steinig werden. Die Sorte ist in erster Linie eine Tafelbirne, daneben eignet sie sich als Dörrobst und für Kompott. Die Baum- bzw. Pflückreife fällt etwa in die Zeit von Ende September bis Mitte Oktober; die Früchte dürfen bis dahin am Baum hängen, beginnen dann aber rasch zu fallen, sodass genau zum Beginn der Baumreife geerntet werden muss. Die Genussreife erstreckt sich je nach Region und Lage von Mitte Oktober bis in den Dezember; im Naturlager halten sich die Früchte ein bis zwei Monate, in Norddeutschland nach älterer Erfahrung teils bis Weihnachten.
Die Frucht ist mittelgroß (80–90 mm hoch, 55–65 mm breit), in der Form veränderlich, meist birn- bis glockenförmig, oft dickbauchig und beulig, im Querschnitt rund. Die Grundfarbe ist grünlichgelb und wird zur Reife weißlichgelb; eine Deckfarbe fehlt. Zahlreiche braune Punkte gehen um Kelch und Stiel in Rostfiguren und Rostnetze über, wodurch sich die Schale fein rau anfühlt. Der offene bis halboffene, kleine Kelch sitzt in einer flachen, faltig umgebenen Einsenkung; der kurze bis mittellange, dicke, holzige Stiel wirkt wie eingesteckt und ist häufig durch einen Fleischwulst zur Seite gedrückt. Das Fleisch ist weißlichgelb, fein und schmelzend; die Kerne sind gut ausgebildet, eirund und hellbraun. Die Sorte wurde um 1820 vom belgischen Major Esperen in Mecheln gezogen und als „Soldat Laboureur“ in den Handel gebracht; Oberdieck erhielt namenlose Reiser von van Mons und benannte sie nach seinem ehemaligen Göttinger Lehrer, Hofrat Blumenbach. Sie verbreitete sich schnell und fehlt in kaum einer Pomologie des 19. und 20. Jahrhunderts; heute gehört sie eher zu den Standardsorten, wenn auch seltener als Clapps Liebling oder die Köstliche aus Charneau, und das Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt führt sie als „gefährdet“. Historisch wurde sie wegen ihrer frühen, reichen Fruchtbarkeit zum Anbau in größerem Umfang empfohlen. Als Verwechslerin wird die Hofratsbirne genannt, die eine Rostkappe besitzt; beschrieben wurde die Sorte u. a. im Illustrirten Handbuch der Obstkunde (Bd. 2, 1860, Nr. 60) und in Lauches Deutscher Pomologie (1883). Die Beschreibung beruht vor allem auf den Porträts des Erhalternetzwerks Obstsortenvielfalt (Pomologen-Verein) und des Bergischen Streuobstwiesenvereins sowie auf den historischen Beschreibungen in „Nach der Arbeit“ (1935–1956) und „Unsere besten Deutschen Obstsorten“ (um 1930).
Quellen: Blumenbachs Butterbirne – Bergischer Streuobstwiesenverein e.V. · Blumenbachs Butterbirne · Blumenbachs Butterbirne – „Nach der Arbeit“, Tafel 220 (1935–1956) · Blumenbachs Butterbirne – „Unsere besten Deutschen Obstsorten“, Tafel 3 (ca. 1930) · Blumenbachs Butterbirne · Birne 'Blumenbachs Butterbirne' / Pyrus communis · Birne 'Blumenbachs Butterbirne' · Birnbaum Blumenbachs Butterbirne · Blumenbachs Butterbirne
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-09-01). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Ernten: Oktober
Reifezeit: Oktober bis November
Frucht: mittelgroße, glockenförmige, grüngelbe Birne mit feinem, melonenartigem Geschmack, festfleischig
Baum: früh und sehr fruchtbar, auch für Höhenlagen geeignet, dann bleiben die Früchte allerdings kleiner
Dieser wächst kräftig, gedeiht auf Quitte oder Wildling gleich gut, ist früh und sehr fruchtbar, stellt an die Lage- und Bodenverhältnisse keine großen Ansprüche, nur die Bodenfeuchtigkeit darf nicht fehlen. Die Entwicklung der Kronenäste ist ungleichmäßig, sonst baut sich die Krone pyramidal auf. Auch an Hochstämmen entwickeln sich die Früchte noch vollkommen, es brauchen daher keine Formbäume gezogen zu werden. Die Früchte sind, bevor sie der Reife entgegengehen, auch windfest. Schnitt der Leitäste mittellang, der des Fruchtholzes kurz. Gute Eigenschaften: Kann wegen der frühen und reichen Fruchtbarkeit des Baumes zum Anbau in größerem Ausmaß empfohlen werden.