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Frühe von Trevoux

Birne · Pyrus communis

Herkunft
Trévoux, Frankreich
Seit
1862
Wüchsigkeit
schwach bis mittel
Wuchsform
pyramidal
Ernte
Mitte August – Anfang September (08C-09A)
Blüte
mittelfrüh

Tafelobst Wirtschaftsobst

#Suchliste#ZukunftsSorte#gesund#lecker

Synonyme: Prècoce de Trevoux, Trevoux

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Baum der „Frühen von Trevoux“ (auch „Frühe aus Trevoux“, franz. Précoce de Trévoux) wird als schwach bis mittelstark wachsend beschrieben, mit eher pyramidaler, dicht verzweigter Krone; einzelne Vereinsquellen geben den Wuchs mittelstark bis stark, aufrecht bis breit und später hängend an, so dass die Angaben zur Wuchsstärke nicht ganz einheitlich sind (Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt/Jens Meyer; OGV Kleinsteinbach). Die Sorte gilt als wenig anspruchsvoll und breit anbaufähig, wächst besonders gut auf lehmigen Böden und wird als robust und frosthart eingestuft; das Erhalternetzwerk betont allerdings, dass sie guten Boden und regelmäßigen Schnitt braucht. Zur Höhenlage widersprechen sich die Angaben innerhalb derselben Quelle: der Bergische Streuobstwiesenverein nennt im Text Anbau selbst über 400 m, in der beigefügten Tabelle dagegen eine Empfehlung „bis in Mittelgebirgslagen (350 m)“. Der Ertrag setzt früh ein (nach dem Bergischen Streuobstwiesenverein ab dem 5. Standjahr), ist dann hoch, alljährlich und kaum alternierend; eine Fruchtausdünnung wird empfohlen, weil die Früchte sonst zu klein bleiben und die schwachwüchsigen Bäume sich erschöpfen. Die Blüte ist mittelfrüh; die Sorte ist diploid, bringt 6–7 Blüten je Blütenstand und gilt als guter Pollenspender (als Befruchter werden u. a. Boscs Flaschenbirne, Bunte Julibirne, Gellerts Butterbirne, Dr. Jules Guyot, Madame Verte und Williams Christ genannt). Zur Blütenempfindlichkeit gehen die Quellen auseinander: das Erhalternetzwerk hält die Sorte für wenig empfindlich gegen schlechtes Befruchtungswetter, eine Baumschulbeschreibung nennt die Blüte etwas frostgefährdet. Bei der Gesundheit ist zu unterscheiden: gegen Schorf wird sie vom Erhalternetzwerk als wenig empfindlich eingeschätzt, während der Bergische Streuobstwiesenverein Schorf als Anfälligkeit führt und die wallonische Sortendatenbank Biodimestica (CRA-W) auf Schorfrisiko bei ungünstigen Bedingungen hinweist; gegenüber Feuerbrand wird die Sorte in amtlichen und vereinsseitigen Feuerbrand-Merkblättern (u. a. Landkreis Biberach, Kreisverband Nördlingen) ausdrücklich als sehr anfällig eingestuft. Auf Quittenunterlage ist die Verwachsung nur mittelmäßig und ergibt schwachwüchsige Bäume, weshalb eine Zwischenveredlung empfohlen wird (CRA-W). Für Streuobst/Hochstamm ist die Beurteilung geteilt: das Erhalternetzwerk hält die Sorte dafür für zu schwachwüchsig, der Bergische Streuobstwiesenverein verweist umgekehrt darauf, dass sie in der NRW-Vorschlagsliste alter Streuobstsorten enthalten ist. Angaben zur Lebensdauer und zur Eignung als Straßenbaum fehlen in den ausgewerteten Quellen.

Geschmacklich ist es eine gute frühe Tafelbirne: Das Fleisch wird halbschmelzend, ist saftig und säuerlich-süß, in anderen Beschreibungen feinfruchtig, würzig, aromatisch und erfrischend; die wallonische Datenbank bewertet die Geschmacksqualität als sehr gut und empfiehlt, kurz vor der Vollreife zu pflücken und die Früchte einige Tage nachreifen zu lassen. Die Ernte fällt etwa Mitte August bis Anfang September; sie sollte kurz vor der Baumreife erfolgen, da die Früchte nur bis dahin windfest sind. Bei nicht zu späterErnte lassen sich die Birnen etwa zwei Wochen lagern, im Kühllager nach Vereinsangaben bis zu vier Wochen. Verwendet wird sie vor allem als Frisch- und Tafelobst, daneben für Mus, Kompott, Einkochen, Saft und Brand.

Die Frucht ist mittelgroß, birnen- bis leicht glockenförmig, auf Quittenunterlage auch kreiselförmig; die Grundfarbe ist gelblichgrün bis hellgelb, die Deckfarbe typisch dünnstreifig rotbraun bzw. orangerosa gestreift und punktiert, an der Basis der Kelchblätter ist die Schale auffallend gerötet. Der mitteldicke, kräftige Stiel sitzt in einer deutlichen, oft etwas höckerigen und leicht berosteten Grube, kelchseits ist die Frucht etwas abgeplattet, die Kelchgrube flach bis fehlend, der Kelch meist geschlossen; das Fruchtfleisch ist weißgelb und halbschmelzend. Die Sorte entstand als Sämling beim Baumschulbesitzer Treyve in Trévoux (Département Ain, Frankreich), der 1862 die ersten Früchte erhielt; 1880 wurde sie erstmals in der Zeitschrift der Société Pomologique de France erwähnt, geprüft und dann in den Handel gegeben. In Deutschland verbreitete sie sich ab Ende des 19. Jahrhunderts, erscheint praktisch in allen Pomologien des 20. Jahrhunderts, stand früher auch im Erwerbsanbau und ist heute regelmäßig in Sammlungen und bei Liebhabern zu finden; bekannt sind die großfrüchtigeren Mutanten „Supertrevoux“ und „Frühe aus Wilhelminadorp“. Verwechslungsgefahr besteht mit Clapps Liebling (reift Anfang September, Kerne ohne Nase), Wilders Frühe (reift Ende Juli, mit feiner Rostkappe) und der Bunten Julibirne. Literatur nach dem Erhalternetzwerk u. a. Deutschlands Obstsorten (13. Lieferung), Mathieu (Pomologische Monatshefte 1896), Seitzer 1957, Koloc 1964, Kessler 1948 und Petzold, Birnensorten 1982. Die Beschreibung beruht vor allem auf dem Sortenporträt von Jens Meyer (Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt), dem Sortenblatt des Bergischen Streuobstwiesenvereins, der Datenbank Biodimestica (CRA-W Wallonie) sowie ergänzend dem Lehrgarten-Sortenblatt des OGV Kleinsteinbach und amtlichen Feuerbrand-Merkblättern.

Quellen: x

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-07-26). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Super Birne. #gesund , #lecker nicht blühfrostempfindlich. Von Jan Bade zum weiteren Anbau empfohlen. #ZukunftsSorte #Suchliste

Eigene Beobachtungen

Weblinks

Auch bei: Bergischer Streuobstwiesenverein

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