Birne · Pyrus communis
Wirtschaftsobst Mostobst
#Birne#Triploid
Synonyme: Glockenbirne, Kugelbirne, Späte Wasserbirne, Thurgauerbirne, Thurgibirne, Wasserbirne, Weingifterin
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Der Baum der Schweizer Wasserbirne wächst sehr stark und bildet mächtige, hochkugelige Kronen mit kräftigen, meist aufrecht stehenden Hauptästen und hängendem Fruchtholz; in Größe und Wuchsform wird er einer Eiche verglichen und kann nach Wikipedia 100 bis 150 Jahre alt werden. Die Sorte gilt als sehr anspruchslos mit großer Anbaubreite: Sie gedeiht in allen Lagen und Bodenarten und trägt bis in Hochlagen um 800 m, wobei die Früchte in höheren Lagen gehaltreicher werden. Gesundheitlich ist sie robust – das Laub kann etwas Schorf bekommen, ist sonst aber gesund (Jan Bade), und die Feuerbrandanfälligkeit wird durchgängig als gering beschrieben. Das Hauptproblem ist der Birnenverfall (pear decline): Hier gilt die Sorte als anfällig bis stark anfällig, mit Rotfärbung des Laubes ab Juli und Ertragsausfällen. Die Blüte wird unterschiedlich eingeordnet – als frühe Blüte (Netzwerk Streuobst Filderstadt) bzw. als mittelfrüh (Jan Bade); als triploide Sorte ist sie ein schlechter Pollenspender und für die Befruchtung anderer Sorten nicht geeignet. Der Ertrag setzt sehr spät ein, ist dann aber hoch und regelmäßig (Wikipedia, Arche Noah, Filderstadt); die Arche-Noah-Sortenkarte nennt an anderer Stelle allerdings auch alternierenden Ertrag, hier widersprechen sich die Angaben. Wegen Größe, Langlebigkeit und guter Jugendentwicklung ist die Sorte ausdrücklich für den extensiven, landschaftsprägenden Streuobstbau auf Hochstamm zu empfehlen.
Die Frucht ist in erster Linie Wirtschafts- und Mostobst. Das Fleisch ist grobzellig, knackig und saftreich, süßherb bis wässrig mit wenig Gerbstoff und durchaus essbar (Filderstadt, Zuckergehalt um 16 %, 60–70 °Oechsle); Jan Bade beschreibt es als gelblich, fest, mit etwas Gerbsäure, süß-säuerlich und eher trocken, nach dem Schneiden schnell bräunend. Die Sorte gibt sehr viel klaren, hellen Most, der jedoch leicht und wenig haltbar ist und darum früh getrunken werden sollte; jung schmeckt er angenehm. Für naturtrüben Birnensaft ist sie sehr gut geeignet – Jan Bade nennt sie eine hervorragende Sorte für erstklassige sortenreine Säfte –, außerdem wird sie gedörrt, gekocht und (in Notzeiten) frisch gegessen. Die Reifeangaben schwanken: Ende September erntereif und dann einige Wochen haltbar (Jan Bade) bzw. Anfang bis Mitte Oktober reif und unbeschädigt vier bis sechs Wochen haltbar (Arche Noah, Filderstadt). Da die Birnen beim Fall am Boden zerschlagen, müssen sie zügig verarbeitet werden.
Pomologisch ist die Frucht mittelgroß bis groß, kugel-, apfel- bis bergamottförmig und schwer (ca. 50–60 mm, 75–130 g), mit hellgrüner bis grüngelber Grundfarbe und trübroter bis orangebräunlicher Deckfarbe auf der Sonnenseite, zahlreichen kleinen, berosteten Lentizellen und fleckiger Berostung, besonders um den Kelch. Die Stielgrube ist kaum eingesenkt, der Stiel mittellang (2–2,5 cm) und mitteldick; die Kelchgrube ist mitteltief, weit und schüsselförmig mit großem, offenem Kelch, die Kerne sind wenige und groß. Verwechslungsgefahr besteht mit der Großen Rommelter. Zur Herkunft: Die Sorte ist ein Zufallssämling vermutlich schweizerischer Entstehung; Wikipedia nennt eine erste Erwähnung 1823, Jan Bade die erste Erwähnung 1831 bei Zollikofer und 1847 die Beschreibung durch Metzger für Baden-Württemberg – wo und wann sie entstand, bleibt unklar. Verbreitet ist sie in der Schweiz und besonders in Württemberg, in Niederösterreich erst seit der Wende zum 20. Jahrhundert; als Mostbirne reicht ihr Verbreitungsgebiet am weitesten nach Mitteldeutschland (Einzelbäume in Nordhessen, Jungpflanzungen aus Ausgleichsmaßnahmen bis Norddeutschland). Literatur u. a. Lucas (1854, Kernobstsorten Württembergs), Illustrirtes Handbuch der Obstkunde Bd. 2 Nr. 216 (1860), Kessler (1948, Birnensorten der Schweiz), Löschnig (1913, Die Mostbirnen), Hartmann, Farbatlas Alte Obstsorten (2019). Die Beschreibung beruht vor allem auf dem Sortenporträt von Jan Bade (obstsortenerhalt.de), der Arche-Noah-Sortenkarte, der Sortenbeschreibung des Netzwerks Streuobst Filderstadt und dem Wikipedia-Artikel.
Quellen: Schweizer Wasserbirne · Schweizer Wasserbirne – Wikipedia · Schweizer Wasserbirne – Sortenkarte (PDF) · Schweizer Wasserbirne – Netzwerk Streuobst Filderstadt · Schweizer Wasserbirne · Schweizer Wasserbirne – Fructus · J. Bades 80 Birnensorten-Beschreibungen A–Z – Bergischer Streuobstwiesenverein · Schweizer Wasserbirne – BUND Lemgo Obstsortendatenbank · Schweizer Wasserbirne · Diverse Baumschulangebote 'Schweizer Wasserbirne' (geringe Verlässlichkeit)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-07-29). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
#Birne #Triploid Starkwüchsig, Eichenartig großkronig. Wird 100 bis 150 Jahre. Stark anfällig für Birnenverfall.
Auch bei: Bergischer Streuobstwiesenverein · Essbarer Naturpark — Sortenporträts · Wikipedia (de)
| Baum | treedoc-ID | Bongert | Position | Pflanzjahr | Karte |
|---|---|---|---|---|---|
| 071 | VJCxkN3 | Streuobstplantage Spechtsberg | D05 | 2024 | Karte |
| 338 | qb6rr | 2025 | Karte |
| OSM-Knoten | Cultivar-Tag | Art | Koordinaten |
|---|---|---|---|
| 12474091828 | Schweizer Wasserbirne | Pyrus communis | 48.72233, 9.13838 |
| 12979515184 | Schweizer Wasserbirne | Pyrus communis | 49.77468, 9.99918 |
| 2777129638 | Schweizer Wasserbirne | Pyrus communis | 49.08578, 10.05457 |
| 4299026032 | Schweizer Wasserbirne | 49.13706, 8.60994 |
OSM-Bäume, die nicht bereits als treedoc-Baum geführt werden.